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Radevormwald: Vortrag über Kampf um Remscheid

Bergischer Geschichtsverein Radevormwald : Vortrag über Kampf um Remscheid

Der ehemalige Leiter des historischen Zentrums der Stadt Remscheid und des Deutschen Werkzeugmuseums, Dr. Urs Diederichs, spricht im Mehrzweckraum des Bürgerhauses zum Thema „100 Jahre Kapp-Putsch. Der Kampf um Remscheid“.

Das verspricht eine spannende Geschichtsstunde: Die Radevormwalder Abteilung des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) lädt für Freitag, 20. März, 19.30 Uhr, zu einem Vortrag mit Dr. Urs Diederichs ein. Der ehemalige Leiter des historischen Zentrums der Stadt Remscheid und des Deutschen Werkzeugmuseums spricht im Mehrzweckraum des Bürgerhauses zum Thema „100 Jahre Kapp-Putsch. Der Kampf um Remscheid“.

Und darum geht’s: Die junge Weimarer Republik, nach der Novemberrevolution 1918 als erste parlamentarische Demokratie in Deutschland 1919 entstanden, wurde von nationalistischen und monarchistischen Kräften nicht akzeptiert. Bereits seit 1920 wurde versucht, diese Republik und die mit ihr verbundene demokratische Ordnung zu beseitigen und einen autoritären Staat zu schaffen, heißt es in der Ankündigung von Dietmar Wendel vom BGV in Rade.

Am 13. März 1920 rissen in Berlin der rechtsnationale Politiker Wolfgang Kapp und General Walter von Lüttwitz mit militärischer Hilfe irregulärer Truppenverbände die Regierungsgewalt an sich und erklärten die rechtmäßige Regierung für abgesetzt. Die Reichswehrführung weigerte sich, gegen die Putschisten militärisch vorzugehen, so dass Reichspräsident und Reichsregierung nach Stuttgart flüchten mussten. Das der Putsch zusammenbrach, lag am heftigen Widerstand der Arbeiterbewegung, die nicht nur zum Generalstreik aufrief, sondern den Putschisten mit Waffengewalt entgegentrat.

Dies war gerade in Remscheid von besonderer Bedeutung, denn auch hier gab es ein Freikorps, das sich auf die Seite des Putsches geschlagen hatte und auch dann nicht aufgab, als am 17. März der Putsch im Reich gescheitert war und die alte Regierung nach Berlin zurückkehren konnte. Das in Remscheid stationierte Freikorps Lützow hielt, verstärkt durch weitere Truppen, die Stadt besetzt. Auch in Rade sammelten sich bewaffnete Arbeiter, so dass es am 18. März zur „Schlacht um Remscheid“ kam. Der endete mit einer Niederlage der Putschisten, die zum größten Teil in Richtung Müngsten und Burg und auf das britische Besatzungsgebiet flohen, wo sie entwaffnet wurden.

(rue)