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Radevormwald: Vorsichtiger Optimismus nach Lockerung der Corona-Maßnahmen

Corona-Krise in Radevormwald : Zwischen Unsicherheit und leiser Hoffnung

Einzelhandel, Schule, Kulturvereine und Eventveranstalter äußern sich zu den geplanten Lockerungen der Corona-Maßnahmen.

Die Ministerpräsidenten der Länder und die Bundeskanzlerin haben am Mittwoch entschieden: Es wird erste Lockerungen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus geben. Das bedeutet unter anderem, dass ab Montag in NRW wieder Geschäfte mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 Quadratmetern öffnen dürfen.

Herrscht nun Erleichterung bei den Einzelhändlern in Radevormwald? „Es ist natürlich positiv“, sagt Marcus Strunk, der Vorsitzende der Werbegemeinschaft. „Aber von Erleichterung würde ich vorerst nicht sprechen.“ Es müsse sich in der kommenden Woche zeigen, wie sich die Kunden in der aktuellen Situation verhalten. „Bei vielen wird der Euro in diesen Zeiten nicht so locker sein“, vermutet Strunk. Auch sei es ja nicht so, als könne man einfach wieder zur Tagesordnung übergehen. Beschränkungen wie die Einhaltung des Mindestabstandes müssten weiterhin eingehalten werden. Er selber, erklärt der Optiker, werde seinen Betrieb ab Montag noch nicht mit der vollen Belegschaft, aber zumindest mit annähernd gewohnten Geschäftszeiten wieder öffnen.

Unklarheit herrscht noch bei einigen Schulen vor Ort. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hatte am Donnerstag erklärt: „Ab dem 23. April sollen die ersten Schüler zur Vorbereitung auf Abschlüsse in weiterführende Schulen gehen können.“ Auf der Internetseite der Sekundarschule Radevormwald teilte deren Leiterin Sandra Pahl mit, man habe derzeit noch keine genaueren Informationen über das Prozedere und bitte die Eltern daher, regelmäßig auf die Webseite zu schauen, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Matthias Fischbach-Städing, Leiter des Theodor-Heuss-Gymnasiums, teilte auf der Homepage der Schule mit, dass es für die Abiturientinnen und Abiturienten „prüfungsbereitende Maßnahmen und Unterricht“ geben werde. Für weitere Informationen verweist der Schulleiter auf die Schul-Cloud.

Verhalten optimistisch nimmt Michael Teckentrup, der Vorsitzende des Kulturkreises Radevormwald, die Neuigkeiten auf. Noch seien die Details ja nicht geklärt, aber „ich finde es positiv, dass man sich auf einen Konsens geeinigt hat“. Nun müsse man sich in Geduld fassen, bis die einzelnen Vorschriften vorlägen. „Wir stehen in Kontakt mit dem Rheinischen und dem Westfälischen Landestheater“, sagt Teckentrup. Die Gastspiele der beiden Bühnen bilden das Grundgerüst für das Programm des Kulturkreises im Bürgerhaus am Schlossmacherplatz. Die Theater müssten sich natürlich auch auf die aktuelle Situation einstellen. „Die Theaterferien sind vorgezogen worden“, berichtet Teckentrup. Ein Probenbetrieb wie gewohnt sei vielfach nicht möglich. „Realistisch betrachtet“, meint der Vorsitzende, „muss man davon ausgehen, dass es erst nach den Sommerferien mit dem Kulturbetrieb wieder richtig los geht.“

Sven Schreiber, Inhaber der Agentur „Hammerevents“ und Organisator der überregional bekannten „Night on Bike“, bekommt derzeit schon Anfragen, ob die Veranstaltung wie geplant Anfang Juli stattfinden kann. Doch im Moment müsse er noch abwarten, wie nun die konkreten Vorschriften aussehen werden. „Mal ist die Rede von bis zu 1000 Teilnehmern, und gerade habe ich gehört, es ist die Rede von 5000“, erklärte er am Donnerstag. Daher sei es im Moment schwer zu planen. Natürlich werde er Kontakt mit dem Ordnungsamt in Radevormwald aufnehmen, das am Ende die Veranstaltung genehmigen müsse. „Ich werde jetzt bis in die erste Maiwoche abwarten, und dann schaue ich weiter“, sagt der Veranstalter und denkt bereits über eine Verschiebung der „Night on Bike“ in den Herbst nach: „Die Tour de France wird ja auch verschoben.“