Radevormwald: Viele Kunden verzichten gerne auf Verpackungen

Ansichtssache : Viele Kunden verzichten gerne auf Verpackungen

St. Martin in der Innenstadt und an der Wupper an einem Tag – das lässt sich 2019 nicht vermeiden. Alle Beteiligten sollten das Beste draus machen und sich die Stimmung nicht vermiesen lassen.

Gute Nachricht für alle, die beim Einkaufen gerne auf Verpackungsmüll verzichten möchten: Das Crowdfunding der beiden Radevormwalderinnen Katja Schöpfl und Judith Voss zur Gründung eines „Unverpackt“-Ladens hat Erfolg gehabt. Die Mindestsumme von 12.500 Euro, damit das Ganze an den Start gehen kann, wurde sogar deutlich übertroffen. Damit ist zugleich klar, dass es in Radevormwald einen Bedarf für diesen Laden gibt. Das spüren auch die Einzelhändler, wie eine Umfrage der Bergischen Morgenpost ergab. Viele Kunden verzichten gerne auf Verpackungen und achten auf Nachhaltigkeit. Kurz: Das Bewusstsein für Umweltschutz – nicht nur für die Vermeidung von CO2-Ausstoß – wächst spürbar wieder. Und die Müllberge, die nach einem einfachen Wochenendeinkauf in einer ganz normalen Familie anfallen, sind immens, aber völlig unnötig, wenn Kunden mit eigenen Gefäßen anrücken dürfen. Übrigens schwenken bundesweit inzwischen auch viele größere Märkte auf diesen Trend ein und bieten zumindest teilweise die Möglichkeit, „unverpackt“ einzukaufen. Radevormwald ist nun dabei, den ersten richtigen Schritt in diese Richtung zu machen.

Dass sich Veranstaltungen überschneiden, ist sicher nicht immer zu vermeiden. Wenn in einer Stadt Kirmes gefeiert wird, dann ist in der nächsten oder übernächsten Kommune sicher auch ein Großereignis. Allerdings ist die Tatsache, dass beide großen Sankt-Martins-Ereignisse nun an einem Tag stattfinden, nämlich am 9. November, schon recht unglücklich. Die Ehrenamtler in den Wupperorten bereiten seit geraumer Zeit ihren traditionsreichen Martinszug vor und zeigen sich nun verblüfft, dass zeitgleich der Martinsmarkt in der Innenstadt Besucher anlocken wird. Und dort werden auch Weckmänner verteilt.

STEFAN GILSBACH. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Freilich kann man der Werbegemeinschaft, die den Martinsmarkt organisiert, nicht den Vorwurf machen, sie habe die Veranstalter in den Wupperorten absichtlich düpieren wollen. Die Händler machten sich darüber Sorgen, dass die Gewerkschaft ver.di ihnen den Markt mit einem Eilantrag vermiesen würde, weil die eigentliche Veranstaltungsfläche recht klein ist. Das aber ruft die Gewerkschaft auf den Plan, die verhindern will, dass verkaufsoffene Sonntage als Selbstzweck erlaubt werden. Nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres, als ver.di aus den genannten Gründen beinahe den Weihnachtsmarkt gekippt hätte, entschied man sich bei der Werbegemeinschaft für den sicheren Weg.

So rückte man also ab vom Sonntag und wählte als sichere Option einen langen Samstag. Dass man damit den Menschen in den Wupperorten in die Parade fuhr, fiel offensichtlich erst später auf. Dumm gelaufen – aber trotzdem sollten sich die Familien die Freude zu Sankt Martin jetzt nicht vermiesen lassen.