Radevormwald: Viele Denkanstöße zum Volkstrauertag

Gedenkstunde : Viele Denkanstöße zum Volkstrauertag

In Gedenken an die Opfer aller Kriege und der Gewaltherrschaften der Vergangenheit, aber auch der Gegenwart appellierte Bürgermeister Johannes Mans im Bürgerhaus an demokratische Willensstärke.

Bürgermeister Johannes Mans begrüßte viele Politiker, Vereinsmitglieder und Bürger aus Radevormwald zu einer Gedenkstunde zum Volkstrauertages im Bürgerhaus am Schlossmacherplatz. In Gedenken an die Opfer aller Kriege und der Gewaltherrschaften der Vergangenheit, aber auch der Gegenwart appellierte der Bürgermeister in seiner Ansprache an demokratische Willensstärke und ein aktives und offenes Miteinander innerhalb der Gesellschaft und innerhalb seiner Stadt.

„Wir müssen für unsere Werte einstehen und für sie kämpfen. Sich einzubringen und zu engagieren ist die Botschaft der Offenheit.“ Nach der Begrüßung des Bürgermeisters trat Simone Koch, die Lektorin der Lutherischen Kirchengemeinde, an das Rednerpult und las den Text „Der verwandelte Tod“, den Dietrich Bonhoeffer verfasst hat. Er weist auf die Kraft des Glaubens hin, auf die christliche Begegnung mit dem Tod und auf den Frieden, der einen durch die Treue gegenüber Gott, erfüllen kann. Manuela Melzer, die Pfarrerin der Lutherischen Kirchengemeinde wies auch auf die Treue zu Gott hin und darauf, wie sie dabei helfen kann, Kriegstragödien zu verarbeiten. „Wir müssen die Ursachen von Kriegen verstehen, Schuld benennen und eingestehen. Auf diesem Weg müssen die Bürger einer Stadt und eines ganzen Landes mitgenommen werden. Dass meine Generation noch keinen Krieg in Deutschland erlebt hat, ist ein Grund zur Dankbarkeit“, sagte sie.

Sie betonte die Dringlichkeit, für den Frieden zu kämpfen und die Demokratie nicht als selbstverständlich anzusehen. „Die Demokratie ist bedroht. Sie ist etwas Besonderes, um das wir kämpfen müssen. Selbstverständlich war sie nie“, sagte Melzer. Günter Künz, ein weiterer Lektor ihrer Gemeinde, las Worte zum Thema Frieden von jungen Menschen aus Schleswig-Holstein zum Volkstrauertag.

Die musikalische Gestaltung der Gedenkstunde übernahm zum einen der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr mit den Stücken „St. Florian Choral“ von Thomas Doss, „Bist du bei mir“ von Bach sowie „Ich hat einen Kameraden“. Engagiert hat sich auch der Männergesangverein Hahnenberg. Die Hobby-Sänger traten mit „Heilig“ von Demetrius Bortniansky und „Meine Seele ist stille in dir“ von Klaus Heinzmann im Bürgerhaus auf, bevor Bürgermeister Johannes Mans den Kranz niederlegte, die Totenehrung durchführte und in Stille an die Opfer von Gewalt und Krieg dachte.

Die Gedenkstunde des Volkstrauertages mündete in einen gemeinsamen Gesang. Die dritte Strophe des Deutschlandliedes erklang im Bürgerhaus und entließ die Gäste in einen stillen Sonntag.