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Radevormwald: Viel Vorschusslob für Jugendamtsleiter

Verwaltung in Radevormwald : Viel Vorschusslob für neuen Jugendamtsleiter

Bürgermeister Johannes Mans erklärte im Ausschuss, warum die Verwaltungsspitze Jörn Ferner die Leitung des Jugendamtes übergeben will.

Bürgermeister Johannes Mans hat am Donnerstag im Jugendhilfeausschuss die neue Leitung des Jugendamtes vorgestellt und erläutert, warum sich die Verwaltung für Jörn Ferner als neuen Chef der Behörde entschieden hat. Ferner ist derzeit Leiter der Baufaufsicht, und diese Tatsache hatte die Fraktion von Bündnis 90/Grünen veranlasst, zu fragen, ob er mit einem solchen Hintergrund die nötige fachliche Qualifikation hat.

Mans ging noch einmal auf den Weggang des bisherigen Jugendamtsleiters Peter Horn ein. Die Trennung war nicht unter erfreulichen Umständen verlaufen, Horn hatte sich unter anderem in einer Mail an die Mitglieder des Ausschusses enttäuscht gezeigt, dass er das Vertrauen des Bürgermeisters verloren habe und seine Konzeptionen nicht diskutiert worden sei.

Der Bürgermeister beleuchtete die Vorgänge aus einer anderen Perspektive. Die Zusammenarbeit mit Horn sei „schwierig, teilweise problematisch“ gewesen. Es habe unter dessen Leitung „erhebliche Konfliktlagen“ innerhalb der Mitarbeiterschaft gegeben. Anfang des Jahres habe er mit Horn ein „offenes Gespräch“ geführt und klargemacht, dass die Verwaltungsspitze eine Zusammenarbeit über das Jahresende hinaus nicht wünsche.

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Mans äußerte sich auch zu dem Konzept, das Peter Horn an die Ausschussmitglieder geschickt hatte. Die Grünen hatten gefragt, warum dies nicht diskutiert worden sei. Dieses Papier sei kein abschließendes Konzept gewesen, erklärte Mans, lediglich eine Beschreibung des Status quo. Weitere Gespräche seien nötig gewesen.

Für Jörn Ferner als neuen Amtsleiter habe sich die Verwaltungsspitze entschieden, weil dieser in seinen bisherigen Aufgabenbereichen sehr kompetent gezeigt habe. Zuerst aufgefallen sei ihm Ferner bei der Vorbereitung der 700-Jahr-Feier der Stadt im Jahr 2016. „Es war kaum etwas vorbereitet“, schaut Mans zurück. Ferner habe sich dann um das Thema gekümmert und innerhalb kurzer Zeit die wichtigen Akteure an einen Tisch gebracht und die Organisation in die Wege geleitet.

Auch als Leiter der Bauaufsicht habe Ferner „schwierigste Sachverhalte kompetent und konziliant“ bewältigt. Zuvor habe es ja sogar Überlegungen gegeben, dieses Amt an den Kreis zurückzugeben. Bei der Mitarbeiterführung habe sich der neue Jugendamtsleiter in seinen bisherigen Aufgaben ebenfalls bewährt. Kurzum: „Wir haben die genau die richtige Persönlichkeit für diese Aufgabe gefunden.“ Da Ferner von Hause aus kein Pädagoge ist, soll zur künftigen Spitze des Amtes auch eine pädagogische Leitung gehören, die mit dem neuen Chef und der aktuellen kommissarischen Leiterin Miriam Bönisch die Spitze der Jugendbehörde bilden soll. Natürlich werde Ferner Weiterbildungsangebote wahrnehmen.

Jörn Ferner ergriff selber das Wort und versicherte: „Diese Aufgabe ist für mich eine Herzensangelegenheit.“ Er schildert seinen Werdegang in der Verwaltung und machte klar, dass er mit den Themen der Jugendarbeit bereits mehrmals zu tun gehabt habe, unter anderem bei seinen Tätigkeiten im Sozialamt und in der Ordnungsbehörde.

Bei den Vertretern der Freien Träger im Ausschuss gab es zwar keine grundsätzliche Kritik an der Person des neuen Amtsleiters, aber doch ein vernehmliches Gegrummel über die Aussage von Bürgermeister Mans, dass der Gedanke einer pädagogischen Leitung des Amtes „gescheitert“ sei. Im Jahr 2019 hatte Mans noch die Besetzung der Personalie mit Peter Horn als Fortschritt bezeichnet, weil dieser ausgebildeter Pädagoge sei.

Christian Schoppe als Vertreter der evangelischen Kirchen erklärte: „Die Lobby für Kinder- und Jugendarbeit in Radevormwald ist nicht gerade groß.“ An der Spitze des Jugendamtes brauche es jemanden, der nicht allein die verwaltungskonforme Sicht einnehme. Leider habe er in den Ausführungen des Bürgermeisters viel über Verwaltungsvorgänge, aber nichts über Kinder und Jugendliche gehört.

Reiner Klausing, Vorstandsmitglied des Kinder- und Jugendrings Radevormwald bemängelte in diesem Zusammenhang, dass noch immer die von den freien Trägern geforderte weitere halbe Stelle in der Verwaltung für die Jugendförderung ausstehe.