Wupperorte in Radevormwald Bürgermeistersprechstunde stößt auf viel Interesse

Radevormwald · Weit über ein Dutzend Anwohner nahmen das Angebot im Bürgerzentrum Wupper wahr, um mit Johannes Mans zu sprechen. Es gab Beschwerden und Kritik – aber auch Lob wurde gespendet.

 Johannes Mans hielt seine erste Bürgermeistersprechstunde im Bürgerzentrum Wupper ab. Und das Angebot wurde gut angenommen.

Johannes Mans hielt seine erste Bürgermeistersprechstunde im Bürgerzentrum Wupper ab. Und das Angebot wurde gut angenommen.

Foto: Jürgen Moll

Verwahrloste Häuser, ein unsauberes Stadtbild, zu wenig Papierkörbe, zu viel Kot auf den Straßen, fehlende Kita- und Behindertenparkplätze: Das ist im groben die To-do-Liste, die Stadtoberhaupt Johannes Mans am Mittwochabend nach seiner ersten Bürgermeistersprechstunde im neuen Bürgerzentrum Wupper mitnimmt.

Zwei Stunden nahm sich der erste Bürger der Stadt Zeit, um mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen, zu erfahren, wo, fernab des Verwaltungsalltags bei den Bürgern der Schuh drückt. Überrascht wurde Mans bei dieser Premiere mit einer Vielzahl an gesprächsfreudigen Menschen, die das Angebot im neuen Bürgerzentrum am Siedlungsweg dankend annahmen.

Diskutiert wurde beispielsweise darüber, welche Mittel die Stadt habe, um Privateigentümer unschöner Bauten aufzufordern, ihre Immobilien in einen ordentlichen Zustand zu versetzen. Auf dem Siedlungsweg, so berichteten Anwohner, gebe es ein Haus, das zum Schandfleck verkommen sei und immer wieder Probleme bereite. Dem Ordnungsamt habe man die Situation häufiger geschildert, doch seit Jahren passiere dort nichts. Am Ende, befürchten die Anwohner, würden auch alle anderen Häuser verkommen, die Menschen wegziehen. Mans versprach, das Thema mit in die Verwaltung zu nehmen und nachzuhören, was möglich sei. Er betonte allerdings auch, dass Enteignungen von Privateigentum nicht durchzuführen seien.

Einfacher zu lösen sei dagegen die Anregung eines anderen Bürgers, der sich dafür aussprach, mehr Papierkörbe auf dem neu hergerichteten Sportplatz auf der Brede zu platzieren. „Da werden wir nachhören“, versprach die Referentin des Bürgermeisters, Flora Treiber, die glaubte, dass die Eimer sogar schon da seien und nur noch vom Betriebshof aufgestellt werden müssten.

Eine andere Dame sprach ihre Erfahrungen mit Parkplätzen für Behinderte an: Häufig habe sie beobachtet, wie nicht-behinderte Autofahrer die ausgewiesenen Flächen benutzt hätten. Das sei ärgerlich, urteilte die Radevormwalderin, die häufiger ihre gehandicapten Eltern zu Erledigungen in die Stadt fährt. „Wahrscheinlich hängen die Schilder einfach zu hoch, wodurch sie leicht übersehen werden“, sagte sie und schlug vor, ähnlich wie im Ausland oder auch in Essen, diese Parkflächen blau zu bemalen, um deutlich zu machen, dass es sich um Behindertenparkplätze handelt. „Ich habe das Gefühl, dass nicht behinderte Menschen durch die farbliche Markierung größere Hemmungen haben, einen solchen Parkplatz zu nutzen.“ Auch dieser Vorschlag wurde von Mans und Treiber notiert.

Ein Bürger fragte, wie man die Menschen in der Innenstadt, besonders die Eigentümer von Häusern am Markt, dazu bewegen könnte, ihre Häuser schöner zu dekorieren. Ein Verschönerungsverein schwebte dem Mann vor, der möglicherweise den Kontakt mit den Eigentümern herstellen könnte. Vielleicht, warf Mans ein, könnte sich auch die Werbegemeinschaft „Rade lebt“ diesem Anliegen annehmen.

Angesprochen wurde auch das Drogenproblem auf Keilbeck. Jugendliche wüssten alle Bescheid, würden Dealer und Orte kennen, an denen sich der Handel mit den Rauschmitteln abspiele, berichtete ein Anwohner. „Warum weiß die Polizei nichts davon?“

Mans zeigte Verständnis für die Sorge der Nachbarn, stellte aber ebenso klar, dass es nicht einfach sei, die Täter auf frischer Tat zu ertappen. Stadt und Beamte wollten zudem keine unbeteiligten Jugendliche in Gefahr bringen, die zufällig Informationen haben. „Wir haben sehr gute Sozialarbeiter, die intensiv mit den Jugendlichen arbeiten“, lobte Mans.

Doch in und um Radevormwald ist nicht alles schlecht, wie die Wortbeiträge einiger Bürger zeigte. Einige von ihnen waren gekommen, um einfach mal ein Lob auszusprechen, so eine Anliegerin der Kohlstraße, die nun nicht mehr für die Sanierung der Straße mit horrenden Beiträgen rechnen muss (wir berichteten). „Ich wollte nur meinen Dank an den Bürgermeister ausdrücken, dass wir auf der Kohlstraße jetzt wieder besser schlafen können. „Lob gab es auch für die problemlose Abwicklung mit dem Mängelmelder und allen voran auch für die Entwicklung der Wupperorte in den vergangenen Jahren.