1. NRW
  2. Städte
  3. Radevormwald

Radevormwald: Viel Betrieb beim Energie- und Umwelttag​

Energietag in Radevormwald : Viel Betrieb beim Energie- und Umwelttag

Nach der Premiere im Vorjahr in Hückeswagen, war nun Radevormwald an der Reihe. An zahlreichen Ständen wurden den Bürgerinnen und Bürgern Ökologie und Nachhaltigkeit nahegebracht.

Die Premiere war im vergangenen Jahr in Hückeswagen. Organisiert worden ist der damalige Energie- und Umwelttag, der an der Alten Ladestraße stattgefunden hatte, von der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Am Freitagnachmittag hat nun der zweite Energietag stattgefunden, diesmal in Radevormwald, organisiert von der Stadtverwaltung, namentlich von Klimaschutzmanager Niklas Lajewski und der Umweltbeauftragten Regina Hildebrandt. „Das Ziel ist, die Menschen in der Stadt zu sensibilisieren – für Umweltschutz, für Klimaschutz, für Nachhaltigkeit und Ökologie“, sagt Lajewski. Im nächsten Jahr wird der Energie- und Umwelttag dann in Wipperfürth stattfinden.

Der Schlossmacherplatz ist am frühen Mittag mit vielen Ständen voll besetzt. Nicht nur sind zwei Sanitär-Heizungs-und Klima-Unternehmen mit Informationsständen vor Ort. „Das ist wichtig, denn Wärmepumpen und Photovoltaik sind die Themen der Stunde“, sagt Lajewski. Die Menschen wollen sich über die Themen informieren, die Bundesregierung hat zudem erst in dieser Woche die Prämisse herausgegeben, ab 2024 mindeste 500000 neue Wärmepumpen in Betrieb zu nehmen. Ein ambitioniertes Ziel, fraglos, aber nur mit solchen Zielen kann die Energiewende schließlich umgesetzt werden. „Klimathemen liegen absolut im Trend der Zeit, sie sind wichtig und sie sind auch den Menschen wichtig, das merkt man“, sagt der Klimaschutzmanager. Überall auf dem Schlossmacherplatz stehen zudem große Pflanzkübel mit Obstbäumen und anderen Pflanzen. Die sind von der Rader Ortsgruppe des Rheinisch-Bergischen Naturschutzvereins (RBN) mitgebracht worden. „Uns geht es vor allem darum, den Menschen regionale Pflanzen nahezubringen, außerdem haben wir jede Menge Wildpflanzen mitgebracht, die hier auchg heimisch sind“, sagt Andrea Heidemeyer vom RBN. Man brauche eigentlich gar keine exotischen Pflanzen, die heimischen seien für die Region viel günstiger und besser geeignet. „Ich möchte auch Kinder ansprechen und zur Erde bringen. Deswegen haben wir ganz viele kleine Pflänzchen vorgezogen, um die dann zusammen mit den Kindern in größere Blumentöpfe einzupflanzen und zu dekorieren“, sagt Andrea Heidemeyer.

  • Klimaschutzmanager Niklas Lajewski und die Umweltbeauftragte
    Veranstaltung in Radevormwald : Energietag auf dem Schlossmacherplatz
  • Gerhard Mosner (r.) ist einer von
    Trauerarbeit in Radevormwald : Kinder in ihrer Trauer wahrnehmen
  • Jede Menge gespendete Fahrräder hatten Mitglieder
    Hilfsaktion in Hückeswagen : ADFC verteilt Fahrräder an Geflüchtete

Am Stand des RBN stehen zudem zwei Schubkarren, der eine sieht aus wie man sich den klassischen „Garten des Grauens“ vorstellt – ein Haufen Schotter. Im anderen sind viele, bunte und wunderschöne Pflanzen eingepflanzt. „Auf diese Weise sieht man den Unterschied doch wesentlich besser“, sagt auch Regina Hildebrandt. Diese Schottergärten seien übrigens im Neubaugebiet Karthausen künftig verboten, ergänzt sie. Das könne man nicht bei bereits bestehenden Gärten anwenden, allerdings bei allen künftigen Neubauten. Ebenfalls auf dem Energie- und Umwelttag vertreten sind der Unverpackt-Laden, die Energieberatung der Verbraucherzentrale, der Bergische Abfallwirtschaftsverband und das metabolon.
An einem weiteren, kleineren Stand gibt es eine Angelwiese. Die hat Christine Wosnitza von der Biologischen Station Oberberg und der Bergischen Agentur für Kulturlandschaft aufgebaut. „Uns geht es vor allem darum, die Gräser- und Artenvielfalt zu schützen“, sagt Christine Wosnitza. Und darum, die Vielfalt zu erhalten – und das aus gutem Grund. „Planetar gesehen sind wir an den Grenzen angekommen“, sagt Christine Wosnitza. Auf der Angelwiese kann man die unterschiedlichen heimischen Pflanzen und Blumen „erangeln“ – und sie dann mit Hilfe der Pflanzkarten bestimmen. „Wir haben auch LEADER-geförderte Samentütchen zum Verteilen – das ist mehr als die klassische ‚Visitenkarte‘, die es an ganz vielen Ständen gibt“, sagt Christine Wosnitza. Auch hier geht es darum, die Vielfalt der heimischen Pflanzen zu fördern, auch im eigenen Garten.

Ökologie und Nachhaltigkeit – das kann auch im pflanzen- und tierfreien Bereich gefördert werden. Deswegen hat der Verein aktiv55plus seinen Reparatur-Treff am Freitagnachmittag auch außerhalb der eigentlichen Öffnungszeiten aufgemacht. Kyra Springer und Guido Kienast sind mit drei weiteren ehrenamtlichen Helfern gekommen. „Die Stadt hat uns eingeladen, beim Energie- und Umwelttag mitzumachen. Und es ist wunderbar, unsere ehrenamtlichen Helfer waren sofort bereit, auch außerhalb der Reihe zu kommen. Reparieren statt wegwerfen – das ist die Parole“, sagt Kyra Springer. Und diese Parole ist letztlich genau das, was Nachhaltigkeit und Ökologie hier ausmacht. „Jedes Gerät, etwa jeder Staubsauger, der nicht weggeworfen wird, sondern länger im Kreislauf bleibt, schadet der Umwelt nicht“, sagt Kyra Springer.