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Radevormwald: Verhandlungen über Stellenabbau bei GKN gehen weiter

Wirtschaft in Radevormwald : Bei GKN wird wieder verhandelt

Die wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Gespräche über die Zukunft von 140 Beschäftigten bei Sinter Metals in Krebsöge gehen in den kommenden Wochen weiter. Derzeit ist der überwiegende Teil der Belegschaft in Kurzarbeit.

Der Konzern GKN Deutschland und die IG Metall haben ihre Gespräche über die Zukunft von 140 Mitarbeitern des Werks GKN Sinter Metals in Radevormwald-Krebsöge wieder aufgenommen. Thorsten Stemmermann, Personaldirektor den Personalbereich bei GKN Deutschland, deren Sitz in Bonn ist, erklärte unserer Redaktion: „Wir hatten uns Anfang März zum letzten Mal getroffen.“ Danach seien die Gespräche zwischen Konzern, Betriebsrat und Gewerkschaft wegen der Corona-Pandemie fürs erste verschoben worden. In der vergangenen Woche habe man sich wieder zusammengesetzt, in den kommenden Wochen sollen weitere Gespräche folgen. Wegen der Pandemie seien 70 Prozent der Belegschaft seit April in Kurzarbeit, berichtet Stemmermann.

GKN hatte im Februar mitgeteilt, dass man eine Produktverlagerung plane. Die technisch anspruchsvollste Produktlinie VVT (Motorenbereich) solle ausgelagert und an anderen Standorten des Unternehmens in Bayern, Italien und in der Türkei gefertigt werden. Die IG Metall befürchtet, dass von den derzeit 260 Arbeitsplätzen 110 bis 120  verloren gehen könnten.

„Dieser Stand der Dinge hat sich leider nicht geändert“, bedauert Serdar Üyüklüer, der für die IG Metall Remscheid-Solingen die Gespräche auf Gewerkschaftsseite führt. Man wolle sich von den Konzernvertretern die geplanten Maßnahmen weiter erläutern lassen. Die Gewerkschaft hält die Pläne der Arbeitgeberseite für nicht nachvollziehbar. Die Prozess-Sicherheit solle im Vordergrund stehen und nicht die Verlagerung einzelner Produktgruppen.

Die GKN Sinter Metals Components in Bonn und Krebsöge beschäftigt 800 Mitarbeiter. Zudem hat GKN einen weiteren Produktionsstandort an der Dahlienstraße und das globale Entwicklungszentrum der GKN Powder Metallurgy sowie zwei weitere Produktionsstätten in der Nachbarstadt Hückeswagen.

Einen Stellenabbau bei GKN hatte es bereits im Jahr 2013 gegeben, damals verloren 65 Mitarbeiter ihre Arbeit. Neben einem Interessensausgleich und einem Sozialplan wurde damals auch eine Transfergesellschaft gebildet.