Radevormwald: Vereinsvorstand macht sich Sorgen ums Citymanagement

Innenstadt Radevormwald : Citymanagement – wie geht es weiter?

Im März hatte der Rat über die Neuaufstellung des Citymanagements beraten. Seither herrscht Stille. Der Vereinsvorstand und andere Akteure machen sich Sorgen, dass das Jahr 2019 ohne Ergebnisse verstreichen könnte.

Seit 2011 hat Radevormwald ein Citymanagement. Und genau so lange sind die Meinungen über Sinn und Leistung dieser Einrichtung geteilt. Während vor allem aus den Reihen der Politik oft heftig gegen den Verein ausgeteilt wurde, loben andere Akteure, es sei bereits viel Gutes erreicht worden. Im vergangenen Jahr wurde der dritte Citymanager Siegbert Panteleit verabschiedet, im Frühjahr beriet der Rat über den Vorschlag der Verwaltung, das Citymanagement stärker an die Stadt anzugliedern. Das wurde beschlossen – seither herrscht bei dem Thema allerdings Stille.

Aus diesem Grund hatte Martin Ottenstreuer, der Vorsitzende des Verein, mit seinem Stellvertreter Marcus Strunk sowie Michael Scholz (Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen) und René Walder (Volksbank im Bergischen Land) am Mittwoch zu einem Pressegespräch eingeladen. Sie fragen sich, warum das Thema aus der öffentlichen Diskussion verschwunden ist.

Die Gesprächsteilnehmer (von links): René Walder (Volksbank), Michael Scholz (Sparkasse), Marcus Strunk und Martin Ottenstreuer. Foto: Stefan Gilsbach

„Wir machen uns Sorgen um den Fortgang“, erklärt Martin Ottenstreuer und macht keinen Hehl daraus, dass er und die anderen Vorstandsmitglieder überrascht gewesen waren, als die Stadt verlautbaren ließ, sie wolle nun den Citymanager in die Verwaltung einbinden. Marcus Strunk befürchtet: „Es könnte sein, dass wir das Jahr 2019 verschlafen.“

Teil der Neuregelung ist die Auflösung des jetzigen Citymanagement-Vereins. Wer nun meint, die Vorstandsmitglieder seien lediglich verstimmt über diese Tatsache, dem widerspricht der Vorsitzende. „Es geht nicht um uns“, stellt er klar. Die Auflösung des Vereins sei in Gesprächen bereits seit längerem ein Thema gewesen. „Herr Panteleit hatte der Verwaltung den Vorschlag gemacht, eine Dachgesellschaft zu gründen, in der Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und die anderen damit verbundenen Bereiche gebündelt werden könnten.“ Das hätte dann ohnehin das Ende des Vereins bedeutet.

Bei der Verwaltung sei die Idee des Citymanagers gut angekommen, so der Vereinsvorstand. Doch leider habe man seither nichts Konkretes mehr gehört. Sollte der Citymanager ein Teil der Verwaltung werden, so droht nach Ansicht der vier Teilnehmer des Pressegesprächs, dass es vor allem die Linie der Stadt sein wird, die dann verfolgt wird – wo doch das Citymanagement die Interessen von vielen Seiten bündeln sollte: von den Unternehmen, den Einzelhändlern, den verschiedenen Akteuren im Stadtleben.

Die Leistungen der bisherigen Citymanager, meinen die Vertreter des Vereins, seien leider oft übersehen oder abgewertet worden. So habe Siegberg Panteleit beispielsweise die Beschilderung auf den Weg gebracht, die zu Sehenswürdigkeiten und wichtigen Punkten der Innenstadt führt. Auch die Internet-Plattform „Rade bloggt“ sei durch die Arbeit der Citymanager entstanden. Panteleit habe dank seiner guten Vernetzung Entscheidendes für das Integrierte Handlungskonzept II erreichen können. Leider sei das alles oft nicht gewürdigt worden, speziell die Politik habe mit dem von außen kommenden Fachmann gefremdelt, so haben es zumindest Ottenstreuer und seine Mitstreiter erlebt. „Im Rat wurde jüngst zum Beispiel gefordert, man soll mehr auf Online-Vermarktung setzen“, erinnert er sich. Das sei längst umgesetzt gewesen.

Frank Nipken, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, versicherte am Mittwoch, dass die Idee einer Dachgesellschaft durchaus nicht vom Tisch sei. „Wir müssen dafür jedoch Partner finden“, stellt er klar. In diesem Punkt sei man leider noch nicht weitergekommen.

Mehr von RP ONLINE