Radevormwald: Vandalen zündeln in Kirche

Zündeln und Schmierereien in St. Marien: Wieder Vandalismus in der Marienkirche

Erneut haben Täter in der katholischen Pfarrkirche Papier angezündet. Auch wurde eine Marienfigur beschmiert. Es ist der zweite Fall innerhalb weniger Wochen. Das Gotteshaus soll nun nur noch zu den Gottesdiensten geöffnet werden.

Nur wenige Wochen, nachdem in der katholischen Kirche St. Marien Unbekannte gezündelt haben, ist das Gotteshaus im Rader Stadtkern erneut Ziel von Vandalen geworden. „Jemand hat Seiten aus dem Fürbitten-Buch gerissen und sie angezündet“, berichtet Marianne Müller vom Bauausschuss des Kirchenvorstandes. Beschädigt durch diese Zündelei wurden Bänke im Vorraum der Kirche, „vor der Glaswand“, wie Müller beschreibt.

Bereits beim ersten Vorfall, der sich Ende Juni ereignete, hatten die Täter Papier angezündet, in diesem Fall Kirchenzeitungen in dem Taufbecken. „Diesmal ist jedoch auch die Statue der Muttergottes beschmiert worden“, berichtet Marianne Müller. Die Skulptur wurde inzwischen wieder gesäubert. Müller hatte am Tag nach der Zündelei die Kirche aufgesucht. „Es herrschte noch immer ein furchtbarer Brandgeruch.“

Monika Treutler, Sprecherin der Polizei im Oberbergischen Kreis, teilt auf Nachfrage der BM mit, dass der neueste Übergriff auf die Kirche sich am Dienstag in der Zeit von 15 bis 17.30 Uhr ereignet haben muss. „Es wurden auch Wachsreste auf dem Boden verteilt“, sagt Treutler. Dieses Mal ist auch der materielle Schaden größer, er wird mit rund 500 Euro beziffert. Bei dem ersten Vorfall hatten die Täter eher Schabernack als Zerstörung im Sinn gehabt. Unter anderem legten die Täter im Juni mit Bänden des Gesangsbuch „Gotteslob“ eine Männchen-Figur. Nur eine zerstörte Osterkerze schlug als Schaden zu Buche.

  • Radevormwald : Vandalen zündeln in der Pfarrkirche St. Marien

In der Folgezeit hatten auf Bitte des Pfarrers Gemeindemitglieder häufiger in der Kirche nach dem Rechten gesehen. Doch auch das hat am Ende nichts genützt. Um künftig erneute Zerstörungen in der Kirche zu vermeiden, soll das Gotteshaus, das bislang auch werktags für Betende offen stand, verschlossen werden. „Das hat Pfarrer Klein uns mitgeteilt“, sagt Marianne Müller. Nur unmittelbar vor und nach den Gottesdiensten soll die Kirche zugänglich sein. Die Kirche außerhalb dieser Zeiten aufzusuchen, um ein stilles Gebet zu sprechen oder eine Kerze anzuzünden, wird also nicht mehr möglich sein. Eine andere Lösung sei zurzeit nicht in Sicht, sagt Müller bedauernd Für einen Aufsichtsdienst in der Kirche brauche man Freiwillige. Und bei der Installation einer Überwachungskamera stelle sich das Problem des Datenschutzes.

Die katholische Kirchengemeinde ist nicht die einzige religiöse Gemeinschaft in Radevormwald, die unter diesem Problem leidet. Die evangelisch-reformierte Gemeinde hat vor einigen Jahren einen Zaun um ihre Kirche errichtet. „Als ich nach Rade kam, fand sich das traurig“, sagt Pastor Dieter Jeschke. „Eine Kirche sollte doch offen sein.“ Doch die Erfahrung habe gezeigt, dass die Kirche einen solchen Schutz brauche. „Besonders in der dunklen Jahreszeit haben wir Probleme mit Leute, die Fenster einwerfen“, berichtet Jeschke.

Es geht aber nicht nur um Zerstörungswut. Bevor der Zaun stand, wurde rund um die Kirche gern Müll verteilt, bei Festen auf dem Markt erleichterten sich Wildpinkler an den Kirchenmauern. „Ich kann gut verstehen, dass die katholische Gemeinde ihre Kirche nun abschließt“, resümiert Jeschke.