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Radevormwald: UWG kritisiert Einberufung der Sondersitzung

Gesundheitsausschuss in Radevormwald tagt zu Corona : UWG kritisiert Einberufung der Sondersitzung

Armin Barg von der UWG-Fraktion hält die Einberufung dieser Sitzung in dieser Form für unnütz. Die Schulleiterin Sandra Pahl findet es wichtig, dass sich die Politik mit der Corona-Situation vor Ort beschäftigt.

Harsch ins Gericht geht jetzt Armin Barg, Stadtverordneter der UWG, mit der Ankündigung von Dietmar Stark (SPD), eine Sondersitzung zur aktuellen Corona-Situation an Radevormwalder Schulen und Kitas einzuberufen. „Hier wird in Radevormwald ein dringlicher Ausschuss von Herr Stark einberufen, der mit seiner Sitzung ein zusätzliches Risiko bedeutet. Denn auch Ausschussmitglieder sind Bürger.“ Und dass alles, um den Radevormwaldern zu zeigen: „Wir tun was!“ Barg: „Herr Stark, seien sie so ehrlich und bringen auch den Nachsatz: Es wird aber nichts nützen.“

Wenn er unbedingt hätte ein Zeichen setzen wollen, so wäre es unerlässlich gewesen, dies Ausschuss-übergreifend zu tun: „Der Ausschuss für Schule ist von der Situation genauso betroffen.“

Was Bargs Ansicht nach nütze, sei der Versuch einer Einflussnahme von Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates, deren Partei im Landtag vertreten seien. „Es ist dringlichst erforderlich, sich mit den Landtagsabgeordneten unseres Wahlkreises zusammenzusetzen  und erheblichen und lautstarken Druck auf die Landesregierung auszuüben“, so der UWG-Politiker. Die Regierung müsse endlich „kapieren, dass sie unseren Kindern mit den Maßnahmen erheblich schade und Eltern und die Verantwortlichen in unseren Schulen in große Konflikte bringe.“

Barg zieht indes den Hut vor Sandra Pahl, der Schulleiterin der Sekundarschule, die mit ihrem Teilkonzept bei der Bezirksregierung eine Minimallösung anstrebe. „Aber auch das ist wieder nur Stückwerk, und niemand weiß, ob die Schulministerin es nicht am nächsten Tag wieder verbietet.“ Seiner Ansicht nach sei Solingen ein ganz übles Beispiel für dieses Machtgehabe gewesen. Vielleicht könnte man den Solinger Ansatz dahingehend weiterentwickeln, dass die Schüler, die die technische Ausstattung haben, damit umgehen können und im Lernstoff voraus seien, Homeschooling machten; während die anderen Schüler in der Schule gefördert würden.

Aufs schärfste kritisiert der UWG-Politiker Armin Barg den „Corona-Test-Tourismus“ des Oberbergischen Kreises: Kinder aus Radevormwald  seien nach Reichshof und zurück verfrachtet worden.

Die Einberufung zu dieser Sondersitzung ist laut Schulleiterin Sandra Pahl indes ein wichtiges Signal: „Die Stadt nimmt uns wahr. Man spürte unter den Eltern nach der Ankündigung dieser Sitzung Erleichterung.“ Es sei wichtig, dassdie Schule mit ihren Nöten von den Politikern gehört würde. „Lehrer und Eltern bekommen das Gefühl: Ihr habt Recht, und wir versuchen, das Beste jetzt zu machen“, so Pahl. Sie erwartet keine spontane Lösung, wohl aber mittel- bis langfristig.