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Radevormwald: Überarbeitetes Konzept für Nordstraße

Stadtentwicklung in Radevormwald : Überarbeitetes Konzept für Nordstraße

Im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts Innenstadt II soll der Neubau der Nordstraße förderfähig werden. Die Verwaltung steht hinter dem Konzept – in der Politik ist man eher skeptisch.

Das Bau- und Nutzungskonzept der Nordstraße in der Radevormwalder Innenstadt wurde in den vergangenen Monaten noch einmal überarbeitet. Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Ausschusses für Stadtentwicklung waren in der Vergangenheit unzufrieden mit dem Konzept und forderten detailliertere Pläne zu der Umsetzung des Neubaus.

Die Verwaltung meldete sich am Dienstagabend mit einer überarbeiteten Version des Bau- und Nutzungskonzeptes zurück, das hauptsächlich von Bernd Niedermeier (Planungsgruppe MWM aus Aachen) vorgestellt wurde. Das Konzept dient als Grundlage des Förderantrags für das Programmjahr 2019, der bis Ende des Monats von der Verwaltung eingereicht wird.

„Das Gebäude in der Nordstraße soll die Innenstadt sichern, beleben und zukunftsfähig machen. Es soll eine Bündelung von Dienstleistungen und lokalem Dialog an einer zentralen Stelle sein. Weil eine privatwirtschaftliche Lösung an dieser Stelle nicht funktioniert, stellen wir uns vor, die Nordstraße in ein offenes Wohnzimmer zu verwandeln“, sagt Niedermeier. Mit einem Neuaufschlag des Grundrisses des geplanten Hauses, zeigte er verschiedene Nutzungsmöglichkeiten der Räume auf. Um das Projekt förderfähig zu machen, darf es nicht in erster Linie der Verwaltung dienen, sondern muss einen Mehrwert für die Bürger der Stadt darstellen.

In Niedermeiers Vorstellung ging es nicht um die grundsätzliche Architektur, sondern viel mehr um eine beispielhafte Anführung verschiedener Nutzungen. „Das Raumvolumen bleibt nach unserer Überarbeitung gleich, aber wir haben uns Gedanken über den Betrieb innerhalb des Hauses gemacht.“

So sieht das Raumkonzept eine Büronutzung durch das Jugendamt der Stadt Radevormwald vor, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) sowie durch Vereine. Der offene Bereich im Untergeschoss soll durch eine flexible Bestuhlung und Einrichtung als Ort für kulturelle Veranstaltungen, wie Lesungen oder kleine Konzerte, aber auch für Vereinsversammlungen oder Ausschusssitzungen genutzt werden. Gedacht wurde auch an Coworking.

Die kleine Außenfläche, die nach Bebauung des Grundstückes noch hinter dem Haus frei bleibt, soll über ein Holzdeck erreichbar sein, das ebenfalls als Ort für lockere Treffen oder Besprechungen genutzt werden kann. Zu der Vorstellung von Bernd Niedermeier gehörte auch eine Aufstellung der Betriebskosten: „Für eine Förderung müssen wir darstellen, dass wir mit dem Haus keine schwarzen Zahlen schreiben werden. Nach unserer Einschätzung werden die Ausgaben ungefähr bei 32.000 Euro und die Einnahmen bei 6000 Euro pro Jahr liegen.“ In der Kostenschätzung des Bauprojekts von etwa 3,2 Millionen Euro, das mit 60 Prozent gefördert werden soll, sind die Rückkaufkosten des Grundstücks noch nicht enthalten. Momentan befindet sich die Nordstraße noch im Besitz der WFG.

Bürgermeister Johannes Mans nutzte die Ausschusssitzung, um noch einmal auf die Bedeutung des Projekts für die Stadtentwicklung hinzuweisen. „Es ist eine Chance, eine schwierige Situation in unserer Innenstadt zu klären. Wir stehen unter großem Zeitdruck und wollen den Missstand der Nordstraße endlich angehen“, sagte der Bürgermeister. Obwohl der Rat erst im März eine Entscheidung über das Projekt Nordstraße trifft, wird der Förderantrag Ende Februar bei der Bezirksregierung eingereicht. „Für mich ist die Förderung eine real funktionierende Chance, die wir nutzen sollten. Falls der Rat gegen das Projekt stimmt, dann ist es so“, sagt Mans.

Zur Diskussion steht noch, ob es für die Gestaltung des Neubaus einen Fassadenwettbewerb geben wird. Ursprünglich war angedacht, den Neubau in der Nordstraße in die Innenstadt hineinscheinen zu lassen. Beschrieben wird das Projekt in der Förderkulisse deswegen auch als „Leuchtturmprojekt“.