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Radevormwald Über Live-Stream bildet sich neue Gemeinschaft in der Gemeinde

Kirchengemeinden in Radevormwald : Über Live-Stream bildet sich neue Gemeinschaft

Kirchen und Digitalisierung: Pfarrer Philipp Müller von der lutherischen Kirchengemeinde hat das digitale Angebot maßgeblich mitentwickelt

Im Gemeindealltag der lutherischen Kirchengemeinde in Radevormwald spielen digitale Medien eine immer größere Rolle. Die Corona-Krise hat die Entwicklung in diesem Jahr stark vorangetrieben, denn durch die Schließung der Kirchen im Frühjahr und die jetzt reduzierten Plätze in Gottesdiensten ist der Live-Stream entstanden. Pfarrer Philipp Müller hat das neue digitale Angebot maßgeblich mitentwickelt und hat für den Kirchenkreis seine Erfahrungen zur Digitalisierung in Kirchen geteilt.

Für ihn steht fest, dass der Live-Stream der sonntäglichen Gottesdienste auch nach der Corona-Krise weitergehen wird. „Das ist ein Angebot, an dem wir festhalten. Wir erreichen mit jedem Stream mehrere hundert Menschen. Das sind nicht nur Gemeindeglieder, die wegen der Corona-Krise nicht in die Kirche kommen, sondern auch welche, die am Sonntag vielleicht keine Zeit haben oder es aufgrund körperlicher Probleme nicht mehr in die Kirche schaffen. Über den Live-Stream hat sich eine neue Gemeinschaft gebildet, in der Austausch stattfindet“, sagt er.

Im Kirchenkreis Lennep verfügen die meisten Gemeinden über ein digitales Angebot, aber die wenigsten über einen Live-Stream. „Die meisten Gemeinden haben in einer digitalen Form auf die Krise reagiert. Zum Beispiel mit Podcasts, Videos oder Audioaufnahmen aus dem Gottesdienst. Dass ein Live-Stream weniger kompliziert ist, als viele denken, habe ich in meinem Referat deutlich gemacht.“ Philipp Müller hat seinen Kollegen aus dem Kirchenkreis die technischen Lösungen für eine Liveübertragung der Gottesdienste erklärt und will zu diesem Thema im nächsten Schritt einen Workshop anbieten.

Dem Pfarrer der lutherischen Kirchengemeinde aus Radevormwald ist es außerdem wichtig, die Partizipation der Gemeindeglieder über digitale Medien zu erhöhen. „Es gibt digitale Lösungen, um Entscheidungsprozesse einer Gemeinde oder eines Kirchenkreises online transparenter darzustellen und Gemeindeglieder bei diesem Prozess zu beteiligen. Auf dem Pfarrkonvent hat sich ein Start-up vorgestellt, dass durch Digitalisierung Partizipation bei Vereinen erhöht. In Gemeinden würde das auch funktionieren.“ Pfarrer Müller stellt sich vor, dass die Gemeindeglieder in Zukunft aktiver und transparenter in zum Beispiel Entscheidungen des Presbyteriums eingebunden werden. Das ist auch wichtig, um das Ehrenamt zu fördern. „Kirchengemeinden leben vom Ehrenamt und deswegen ist es wichtig, die Partizipation zu erweitern.“ In welcher Form der Kirchenkreis diesen neuen digitalen Weg einschlägt, wird auf der nächsten Synode besprochen.

 Ein digitales Angebot hat die lutherische Kirchengemeinde auch für den Buß- und Bettag vorbereitet, der am Mittwoch stattfindet. Auf der Homepage und der Facebook-Seite der Gemeinde wird zu diesem Anlass eine Meditation mit musikalischer Begleitung geteilt (siehe Meldung am Kopf der Seite).