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Radevormwald: Tipps gegen den Fachkräftemangel

Wirtschaft in Radevormwald : Fachkräftemangel – was können Firmen tun?

Im August bietet die Wirtschaftsförderung eine Kooperationsveranstaltung mit zwei Terminen an. Die Teilnehmerzahl ist allerdings begrenzt.

Das Thema Fachkräftemangel ist eigentlich ein alter Hut. Schon seit Jahren ist klar, dass in einigen Jahren in allen möglichen Bereichen und Sparten Fachkräfte fehlen werden. Dieses „in einigen Jahren“ ist vielerorts mittlerweile hingegen schon teils bittere Realität geworden – oder zumindest in unmittelbare Nähe gerückt. Auch in der Stadtverwaltung, genauer: im Bereich der Wirtschaftsförderung, ist das Thema auf der Agenda. „Bei den ersten Besuchen in Unternehmen, die ich im Rahmen meiner neuen Funktion als Wirtschaftsförderin gemacht habe, ist dies durchgängig als eines der wichtigsten und präsentesten Themen genannt worden“, sagt Marie Steinhauer. Und ergänzt: „ Auch uns ist klar – was bundesweit gilt, gilt auch hier im Regionalen.“

Aus diesem Grund wird es im August zwei Workshops mit Zuzana Blazek von Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) geben. „Der erste Workshop ist ein sogenanntes Webinar, findet also als Online-Termin via Zoom-Videokonferenz statt“, sagt Marie Steinhauer. Dabei geht es um ein Thema, das viele Unternehmer gar nicht direkt auf dem Schirm haben, das aber sehr wichtig ist, um Mitarbeitende ganz allgemein, aber auch Fachkräfte im Speziellen, zu finden und zu binden. Der Webinar-Titel heißt: „Wie werden Sie ein attraktiver Arbeitgeber?“ Das Webinar ist als Vortrag angelegt und soll vor allem Informationen vermitteln. Der zweite Termin ist dann allerdings als Präsenzveranstaltung angelegt. „Dabei geht es dann ans Eingemachte – Unternehmen können sich von Zuzana Blazek auf Herz und Nieren prüfen lassen“, sagt die Wirtschaftsförderin. Es werden dann etwa Fragen geklärt, wie diese: Kennen Sie Ihre Unternehmensstärken? Welche Zielgruppen wollen Sie ansprechen?

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Eine solche Workshop-Reihe könne dabei nicht ganz alleine umgesetzt werden. „Wir haben das Glück, dass uns der Oberbergische Kreis in der Wirtschaftsförderung unterstützt“, sagt Marie Steinhauer. Daher können beide Workshops auch kostenlos angeboten werden. „Allerdings ist die Zahl der Teilnehmenden begrenzt. Mehr als 15 Personen können weder online noch beim Präsenztermin teilnehmen“, sagt die Wirtschaftsförderin.

Da liegt die Frage natürlich nahe, ob die Nachfrage dieses Angebot nicht weit übersteigen wird. „Wir überlegen bereits, ob wir im kommenden Jahr noch eine weitere Veranstaltung anbieten können“, sagt Steinhauer. Klaus Lüttgenau vom Radevormwalder Unternehmer-Netzwerk, regt dabei an, bei entsprechender Nachfrage ein solches zweites Angebot möglichst zeitnah anzubieten. „Wir werden das auf jeden Fall besprechen“, verspricht die Wirtschaftsförderin. Zumal es bereits kurz nach Veröffentlichung des Angebots die ersten Anmeldungen gegeben habe.

Der Bedarf an Fachkräften ist allerdings nicht nur in der Privatwirtschaft vorhanden, wie Kämmerer Simon Woywod mitteilt. „In der Stadtverwaltung war es noch vor einigen Jahren so, dass man ganze Wäschekörbe voller Bewerbungen auf jede Stelle, vor allem im technischen Bereich, bekommen, die wir dann nach oben schleppen mussten“, sagt er. Davon sei heutzutage allerdings nicht mehr viel übrig. „Das Problem betrifft tatsächlich große und kleine Unternehmen gleichermaßen“, sagt Woywod.

Das sieht auch Dorothea Perkovic vom Unternehmer-Netzwerk so. „Der kleine Fachbetrieb um die Ecke hat damit genauso zu kämpfen wie der Global Player“, sagt sie. Es gehe ihrer Meinung nach vor allem darum, zu lernen, wie man sich präsentieren kann. „Man muss gesehen werden, und es reicht nicht mehr, die alten Kanäle zu bedienen“, erläutert Dorothea Perkovic weiter. Auch sie geht davon aus, dass sich viele Unternehmen anmelden werden.

Marie Steinhauer betont, dass die beiden Workshops „ein Anfang“ seien, völlig ergebnisoffen seien. „Wir werden sehen, wie das angenommen wird. Natürlich können die Unternehmen sich auch über die Workshops hinaus von Zuzana Blazek beraten lassen“, erklärt Radevormwalds Wirtschaftsförderin. Aber vor allem tue der Blick von außen auf das eigene Unternehmen gut. „Man wird ja schnell betriebsblind, sieht die Probleme nicht mehr direkt.“ Wichtig sei dabei vor allem dies – dem ganz realen Problem des Fachkräftemangels möglichst schnell und möglichst effektiv zu begegnen.