Radevormwald: Teddys, Fernost und ein großes Lichtermeer

Nacht der Museen in Radevormwald : Teddys, Fernost und ein großes Lichtermeer

Am Samstagabend gab’s eine Völkerwanderung: In Scharen besuchten Einzelpersonen, Pärchen und Familien die Museen der Stadt.

Neben den Radevormwaldern nutzten erfreulicherweise auch viele Auswärtige am Samstagabend die Chance, die vier Museen in der Bergstadt zu besuchen. Teils wurde es in den Räumen richtig eng. Das Heimatmuseum wurde gleich zu Beginn der „Nacht der Museen“ stark frequentiert. Schnell verteilten sich die Grüppchen in den Räumen, schließlich sind diese zwar klein, aber ausreichend vorhanden. Dietmar Stern war mit seiner Familie aus Beyenburg gekommen.

„Wir waren schon sehr früh im Wülfingmuseum und wollen uns jetzt hier einmal umschauen“, sagte er. Seine Aufmerksamkeit galt der Vitrine mit den Hudora-Produkten. „Ich kann es nicht glauben, wie alt diese Schlittschuhe schon sind“, sagte er und war begeistert. Sein Vater sei schon mit dieser Art Schuhen auf dem Beyenburger Stausee unterwegs gewesen. „Die Schlittschuhe hier noch einmal bewundern zu können, macht mich fast sprachlos“, sagte Dietmar Stern. Seine achtjährige Tochter Michelle hatte es die kleine Teddybären-Sammlung angetan. „Die sind alle ja so süß“, schwärmte das Mädchen. Ingrid Brink hat die vielen Teddy-Exemplare in allen Größen und Formen handgefertigt. Auch die Ausstellung der fein gehäkelten Krägen von Hannelore Gernath interessierte das Mädchen. „Super schön. Ich besuche gerne Museen und schaue mir alles an“, sagte Michelle Stern. Das Kinderkarussell aus dem Schuhhaus Habermann galt ihrem Interesse wie auch den Utensilien aus der alten Schulzeit.

Michael Scholz übernahm einige Führungen durch das Heimatmuseum. Er erzählte den Besuchern dabei Anekdötchen und beschrieb den Weg der Ausstellungsstücke ins Heimatmuseum. Große Erwartungen hatte die junge Museumsbesucherin Michelle noch an den weiteren Verlauf der Rundreise mit den Eltern. „Ich möchte gerne die vielen Lichter im Asiatischen Museum sehen“, sagte die Achtjährige. Mit diesem Wunsch stand die Familie nicht alleine.

Auch die jüngeren Besucher hatten Spaß am Museumsbesuch: Michelle Stern vor einer Vitrine im Heimatmuseum. Foto: Sigrid Hedderich

Zahlreiche Besucher kamen während der Dämmerung nach Sieplenbusch. Schon von weitem waren viele Lichter zu sehen, wenngleich einige Zeltdächer den Blick darauf verwehrten. Peter und Li Hardt hatten den großen Garten ihres Asiatischen Museums erneut in ein prächtiges Lichtermeer verwandelt. „Etwa 200 Kerzen brennen hier“, sagte Li Hardt. In den vergangenen Tagen hatte sich das Ehepaar viele Sorgen um das Wetter gemacht. Um gewappnet zu sein, hatte sich Peter Hardt um das kurzfristige Aufstellen eines riesigen Zeltdaches bemüht.

Am Samstag bewährte sich das Dach ob des feinen Nieselregens über Sieplenbusch. Dennoch machten es sich die zahlreichen Gäste nicht nur unter dem Dach, sondern im ganzen Garten bequem. Teils mit Regenschirmen ausgestattet, teils trocken im Musikpavillon. „Einfach herrlich, die Atmosphäre und auch die Musik“, sagte Evelyn Rieck aus Wuppertal. Für sie war der Museumsbesuch eine Premiere. „Ich reise gerne nach Asien und bin einfach nur begeistert von der Fülle der Ausstellungsstücke“, sagte sie. Auf ihrem abendlichen Programm stehe noch der Besuch des Wülfingmuseum. Bernd und Regina Hessekämper waren aus Leichlingen gekommen, um im Bergischen die Nacht der Museen zu erleben. „Wir waren schon in den drei anderen Museum. Hier im Asiatischen Museum soll der Abschluss unseres Ausfluges sein“, sagten die beiden. Schon häufig seien sie Gäste im Asiatischen Museum gewesen. Doch bei Dunkelheit noch nie. „Die Idee mit den vielen Kerzen finden wir genial“, schwärmten die Besucher.

Li Hardt zeigte sich über die große Resonanz sehr erfreut – auch dass der Eintritt von fünf Euro (alle anderen Museen hatten keinen Eintritt verlangt) die Menschen nicht von einem Besuch abgehalten hatte. Zum ersten Mal war der Eintritt ins Asiatische Museum bei der nächtlichen Aktion nicht frei. Li und Peter Hardt reagierten damit auf die fast leere Spendenbox im Vorjahr.

Dafür hatte das Paar erneut für leckere Grillspezialitäten gesorgt. Der Speisepavillon im Garten wurde gut besucht wie auch der gemütliche Getränkepavillon. Viele Gäste blieben bis Mitternacht und genossen die asiatische Welt.

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