Radevormwald: Teddybären und Fotografie als Leidenschaft

Hobbykünstler im Verborgenen : Teddybären und Fotografie als Hobby

Ingrid und Dieter Brink haben zwei echte Leidenschaften für sich entdeckt. Beide zeigen derzeit die Ergebnisse ihrer Freizeit in einer Sonderausstellung im Radevormwalder Heimatmuseum. Das Interesse an ihren Arbeiten ist groß.

Mitten in Radevormwald leben hunderte Teddybären, und sie teilen sich die Wohnung mit Ingrid und Dieter Brink. Das Ehepaar widmet sich leidenschaftlich gleich mehreren Hobbys, die ihnen Freude machen. Während Ingrid Brink Teddybären näht, fotografiert Dieter Brink mehr als 10.000 Motive pro Jahr.

Beide Radevormwalder zeigen die Ergebnisse ihrer Freizeit im Moment im Heimatmuseum und freuen sich über das Interesse, das ihnen entgegengebracht wird. Ein Hobby, finden sie, gleicht den Menschen aus. „Jeder braucht doch etwas, das ihm Freude bereitet“, sagt Dieter Brink.

Die Liebe zur Fotografie hat der 80-Jährige bereits in seiner Kindheit entdeckt. Seitdem er sich zurückerinnern kann, hatte er eine Kamera um den Hals baumeln. „Ich begeistere mich für die Technik, aber auch für das fertige Ergebnis“, sagt er. Durch jahrzehntelangen Umgang mit einer analogen Kamera hat er einen guten Blick für Bildausschnitte entwickelt.

Fotografie war in seiner Kindheit und Jugend eine kostspielige Angelegenheit. „Wenn möglich, sollte jedes Bild sitzen. Deswegen fotografiere ich heute noch sehr genau.“ Die Zeiten der analogen Fotografie sind allerdings vorbei. 2005 hat er sich seine erste digitale Kamera angeschafft. Seitdem hat er eine große digitale Bildersammlung angelegt.

Sein Steckenpferd ist die Tierfotografie geworden. Regelmäßige Zoobesuche gehören deswegen fest in den Alltag von ihm und seiner Frau Ingrid. Bei der Auslebung ihrer Hobbys unterstützen sich die beiden gegenseitig. Während Ingrid Brink ihren Mann immer wieder auf gelungene Motive hinweist, fotografiert er alle Teddybären, die sie herstellt.

Genäht hat Ingrid Brink bereits in ihrer Kindheit. Die Faszination galt allerdings immer Puppen, die sie komplett selber angefertigt hat. Vor etwa 20 Jahren hat sie sich dann in die Welt der Teddybären verliebt und ihren ersten hergestellt. „Wir haben eine Manufaktur für Teddybären besucht, und das war absolut irre, ich wollte direkt selber loslegen“, sagt die 76-Jährige. Obwohl sie eine Nähmaschine besitzt, näht sie ihre Teddybären komplett von Hand. Jeder Schritt muss sitzen, damit sie mit dem Resultat zufrieden ist. „Das Teddyfell ist ziemlich rutschig, und deswegen kann ich es nur mit der Hand nähen“, sagt sie.

Der erste Schritt, nachdem ein Muster ausgewählt wurde, ist das Aufzeichnen des Musters auf den ausgewählten Stoff. Die einzelnen Teile werden dann ausgeschnitten, vernäht und ausgefüllt. Die Teddys von Ingrid Brink sind dank Splinten, die ihr Ehemann meistens montiert, beweglich. Im Wohnzimmer des Ehepaares sitzen große und kleine Teddybären, aber auch Hasen oder kleine Mäuse. „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, und das gefällt mir an dem Hobby auch so gut“, sagt sie. Die Enkelkinder von Ingrid Brink besitzen auch einen Teddybären ihrer Großmutter und halten diesen in Ehren. Handarbeit ist eben kostbar. „Wir stecken beide viel Zeit und Energie in unsere Hobbys und hängen besonders an den Erinnerungen. Materielles ist mir nicht besonders wichtig“, sagt Dieter Brink.

Dass ihre Werke in den vergangenen Monaten und noch bis zum 27. Oktober im Heimatmuseum an der Hohenfuhrstraße zu sehen waren und sind, finden sie toll. Erfahrungen mit Ausstellungen haben sie aber bereits, denn Ingrid Brink ist zusätzlich eine begeisterte Malerin. „Bei den Vernissagen von Cindy Kuhn war ich schon mehrfach dabei“, sagt sie.

Ihr liebster Teddybär ist allerdings kein richtiger Bär, sondern eine Katze in der Verkleidung des gestiefelten Katers. „Das ist ein ganz besonderes Stück für mich, das mir sehr am Herzen liegt“, sagt sie.

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