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Radevormwald: Studie zur Zukunft der Grundschulen liegt vor

Schulen in Radevormwald : Studie zur Zukunft der Grundschulen liegt vor

Es geht dabei um die Frage, ob und wie die KGS Lindenbaum und die Grundschule Bergerhof künftig saniert oder neu gebaut werden sollen.

Die Machbarkeitsstudie der Assmann-Gruppe zur Zukunft zweier Grundschulen in Radevormwald wird im kommenden Schulausschuss am 15. April vorgestellt. Auch der Presse liegt die rund 130 Seiten starke Studie nun vorD. Das Unternehmen aus Dortmund hatte in den vergangenen Monaten an dieser Studie gearbeitet, die  der Verwaltung knapp 90.000 Euro kostet.

Darin werden die räumlichen Verhältnisse der KGS Lindenbaum und der Grundschule Bergerhof untersucht und die Kosten für die verschiedenen Varianten geschätzt, beispielsweise im Falle der KGS eine Sanierung an Ort und Stelle oder einen Neubau an andere Stelle.

„Die Mitarbeiter der Assmann-Gruppe habe sich aber nicht nur die Grundstücke angeschaut, sondern auch mit Workshops und Fragebogenaktionen die Wünsche der Schulvertreter ermittelt und in Form eines pädagogischen Programms eingearbeitet“, erklärt Jürgen Funke, der Leiter des Radevormwalder Schulamtes. Bei den verschiedenen Varianten werde darauf hingewiesen, inwieweit die Wünsche der Schulen berücksichtigt worden seien. „Das sind dann sozusagen die Maximalversionen“. Letztlich müsse die Politik entscheiden, welche Varianten umgesetzt werden sollen.

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KGS Lindenbaum

Diese Schule bietet für Planer zwei besondere Herausforderungen. Zum einen ist das Gebäude mit 110 Jahren bereits alt und es ist auf der Fläche am jetzigen Standort nicht übermäßig viel Platz. Die Offene Ganztagsschule (OGS) musste deswegen vor drei Jahren in Containern untergebracht werden. Seit Jahren wird in der Politik darüber diskutiert, wie man diese unbefriedigende Situation ändern kann. Im Wesentlichen geht es um die Frage: Sanierung oder Neubau?

Bei einer Sanierung in den jetzigen Gebäuden überwiegen laut den Gutachtern die Nachteile. Ein modernes pädagogisches Konzept sei so schwer umsetzbar, energetisch würden die 110 Jahre alten Gebäude nie so gut werden wie ein Neubau. Angesichts der Kosten gebe es nicht viele Vorteile gegenüber einem Neubau. Skeptisch zeigen sich die Experten auch bei dem Vorschlag, das Hauptgebäude zu sanieren und einen Erweiterungsbau hinzuzufügen. Bei einem Abbruch des jetzigen Gebäudes und einem Neubau am gleichen Standort lasse sich das moderne pädagogische Konzept dagegen durchführen. Im Falle eines dreigeschossigen Gebäudes müsse allerdings auf Planungsrecht geachtet werden.

Bleibt die Variante eines Neubaus an anderer Stelle. Hier könnten viele Wünsche der Schulen umgesetzt werden, allerdings sei der Flächenbedarf hoch. Und die Kosten steigen im Vergleich zu den anderen Lösungen deutlich an. Die Sanierung im jetzigen Bestand wird – mit einer Kostenschwankungsbreite von 20 Prozent – auf 6,2 Millionen Euro brutto geschätzt, der Neubau am aktuellen Standort mit rund 13,4 Mio. Euro, der Neubau an anderer Stelle mit rund 16,1 Millionen Euro.

Grundschule Bergerhof

Im Gegensatz zur KGS Lindenbaum hat diese Schule auf ihrem großen Gelände keine Platzprobleme. Bei den vorgestellten und durchgerechneten Varianten geht es unter anderem um die Frage, ob eine Lösung mit einem einzigen Gebäudetrakt, in dem Verwaltung, Schulklassen und andere Räumlichkeiten gebündelt werden, gewählt werden soll, oder ob es verschiedene Gebäudeteile geben soll. Letzteres könnte so aussehen, dass anstatt der jetzigen Pavillons einzelne „Cluster“ gebaut werden. „Ein Cluster ist sozusagen ein autarker Bereich für ein oder zwei Klassen“, erklärt Schulamtsleiter Jürgen Funke. Zu einem solchen Cluster gehören dann neben den Klassenräumen auch offene Lernbereiche und Lagerräume. Die Kostenschätzungen bewegen sich in einem ähnlichen Rahmen wie bei der KGS Lindenbaum, von rund sechs Millionen Euro bei einer einfachen Sanierung im jetzigen Bestand zu rund 16 Mio. Euro bei einem kompakten Neubau.

Wie sich die Grundschule Bergerhof entwickeln wird, hängt nicht zuletzt von den jungen Familien ab, die sich im neuen Baugebiet Karthausen ansiedeln werden. „Wir gehen davon aus, dass die Schule auf längere Zeit zweizügig bleiben wird“, erklärt Jürgen Funke. Dennoch will man flexibel für weitere Entwicklungen bleiben, „beispielsweise für den Fall, dass es einen Rechtsanspruch auf die Offene Ganztagsbetreuung geben wird“.