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Radevormwald: Stadtwerke gehen umweltfreundliche Wege

Stadtwerke Radevormwald : Der Trend geht zur sauberen Energie

Die Stadtwerke Radevormwald haben ihr Angebot beim Thema umweltfreundliche Energien und Antriebe in den vergangenen Jahren ausgebaut. Das reicht von E-Mobilität bis zur individuellen Sanierungsberatung.

Vor einigen Jahren, als die erste E-Ladesäule in Radevormwald am Rathaus aufgestellt wurde, schafften sich die Stadtwerke einen Elektro-Smart als „Pool“-Auto an. „Zunächst wollte niemand damit fahren“, erinnert sich Udo Knopp amüsiert. Inzwischen hat sich das Bild völlig gewandelt. „Heute wollen wir alle am liebsten mit dem E-Auto fahren, nicht mehr mit Benzinern.“ Der Grund: Das Fahrgefühl und die niedrige Geräuschkulisse seien einfach so angenehm.

Es ist dieser Wandel in der Wahrnehmung der E-Mobilität, der in den vergangenen Jahren zu einem Boom geführt hat. Der Ausbau des Netzes, die Beseitigung von gesetzlichen Hürden und natürlich das wachsende Bewusstsein für Themen wie die CO2-Belastung begünstigen die Entwicklung. „Wir müssen die CO2-Ziele erreichen, und das ist ein strammes Programm“, erklärt Udo Knopp.

Die Stadtwerke Radevormwald seien beim Thema saubere Energie und Antriebe ohne Schadstoffe gut aufgestellt, bekräftigt Knopp, der bei der SWR. für Vertrieb und Marketing zuständig ist. Das betrifft nicht nur die E-Mobilität, sondern auch die Themen Photovoltaik, Ökostrom und energetische Haussanierungen.

Das Thema E-Autos sei allerdings im Moment besonders dynamisch, sagt Knopp. „Wir haben bereits im Jahr 2018 Fördermittel beim Bund beantragt, die 23.000 Euro wurden dann zur Einrichtung von sechs neuen E-Ladepunkten in der Stadt verwendet, eine Förderquote von immerhin 40 Prozent.“ Inzwischen fordern auch große Automobilkonzerne von ihren Vertragshändlern bzw. -werkstätten, eine solche Lademöglichkeit vorzuhalten. „Wir sind dabei unterstützend tätig“, berichtet Udo Knopp. Er ist überzeugt, dass sich das Art und Weise des Tankens völlig ändern wird: „Man wird sein Fahrzeug daheim aufladen, auf dem Firmengelände oder beim Einkaufen.“

Der CDU-Landtagsabgeordnete Jens-Peter Nettekoven und der Radevormwalder Klimamanager Niklas Lajewski hatten jüngst in unserer Zeitung darauf hingewiesen, dass Fördermöglichkeiten und Gesetzesänderungen den Trend hin zur E-Ladesäule auf dem privaten Grundstück befördern werden. Die Stadtwerke Radevormwald seien hier für Ratsuchende ein Ansprechpartner, betont Udo Knopp. „In vielen Fällen muss noch umgerüstet werden“, erläutert er. „Das machen sich viele nicht klar. Oft läuft die Verteilung noch mit alter Technik.“ Die Investitionen pro Haus bewegten sich in einem Rahmen von 1000 bis 5000 Euro. Was für den Eigenheimbesitzer vergleichsweise unproblematisch ist, sei bei Mietshäusern oder Reihenhaussiedlungen mit gemeinsamen Parkplatz eine Frage der Abstimmung mit dem Vermieter oder unter den Hausbesitzern.

Umweltfreundliche Energien fördern die Stadtwerke Radevormwald auch auf dem Gebiet der Heizung. „Die elektrische Wärmepumpe ist in Neubaugebieten inzwischen Standard“, berichtet Knopp. Für das geplante Baugebiet Karthausen ist sogar die Variante der „kalten Nahwärme“ vorgesehen. Wärmenetze in Siedlungen können auch sehr geringen Vorlauftemperaturen auskommen, zwischen acht und 30 Grad Celsius. Für die Wärme in den Gebäuden sorgen dezentrale Wärmepumpen. Burkhard Klein, der Leiter des Bauverwaltungsamtes, hatte jüngst im Rat versichert, dass dieses Modell nicht teurer als eine konventionelle Heizanlage sein werde, wahrscheinlich sogar preisgünstiger, weil die Anlage nicht in bestimmten Abständen ausgetauscht werden müsse. 

Die Stadtwerke sind jedoch auch bei der energetischen Beratung für die Besitzer bereits bestehender Gebäude tätig. Die Verwaltung hat ein „integriertes energetisches Quartierskonzept“ für Teile von Herbeck erstellen. Die Stadtwerke Radevormwald fungierten dabei als Partner der Stadt und übernahmen die Projektkoordination. Mit dem von der KfW (Förderbank, Kreditanstalt für Wiederaufbau) geförderten Quartierskonzept soll untersucht werden, welche technischen und wirtschaftlich geeigneten Sanierungsmaßnahmen für kommunale, gewerbliche und private Gebäude vorhanden sind. Die bisherigen Informationsveranstaltungen sind bereits auf großes Interesse gestoßen.

Für Hausherren gibt es generell die Möglichkeit, einen individuellen „Sanierungsfahrplan“ erstellen zu lassen, was mit 80 Prozent staatlich gefördert wird.