Radevormwald: Stadt rechnet mit mehr Bedarf bei Kita-Plätzen

Kitas in Radevormwald : Stadt erwägt, manche Kitas zu erweitern

Für die kommenden Jahre rechnet die Verwaltung mit einem wachsenden Bedarf an Betreuungsplätzen. Ein Grund ist das geplante Baugebiet Karthausen, das auch junge Familien anlocken soll.

Mit dem neuen Baugebiet Karthausen, so hofft die Stadtverwaltung, werden junge Familien nach Rade gelockt, und damit auch der Trend zur Überalterung der Bevölkerung überwunden. Das bedeutet aber auch, dass für die Kinder ausreichend Kita-Plätze zur Verfügung stehen müssen.

Bereits im vergangenen Jahr, bei der Verabschiedung des Kindergartenentwicklungsplanes der Stadt für die Jahre 2018/2019 und 2020/2021 wurde dieses Entwicklung berücksichtigt. Die Verwaltung wurde beauftragt, zu prüfen, welche Einrichtungen künftig erweitert werden können, um dem wachsenden Bedarf an Betreuungsplänen gerecht zu werden. Im März 2019 hatte Jürgen Funke, Leiter des Schulamtes, erklärt, dass bis zum Kita-Jahr 2022/2023 voraussichtlich vier bis fünf weitere Kindergartengruppen und für die einjährigen Kinder weitere Plätze in der Kindertagesstätte geschaffen werden müssten. Da stelle sich die Frage, wo diese neuen Gruppen entstehen sollten, und inwiefern die Stadt baulich investieren müsse.

Vor diesem Hintergrund waren im August 2019 mit Claudia Zielonka vom Landesjugendamt, den jeweiligen Trägern und den Leitungen der Kindertagesstätten Begehungstermine organisiert worden. Dafür waren sechs Einrichtungen ausgesucht worden, die sich im Bereich der Wupperorte, der Südstadt und der Innenstadt befinden – und natürlich in der Nähe des künftigen Baugebietes Karthausen.

„Bevor erste bautechnische oder architektonische Überlegungen/Planungen erfolgen, wurde es als sinnvoll angesehen, die weitere Vorgehensweise zunächst mit dem Landschaftsverband Rheinland, Landesjugendamt (LJA), abzustimmen“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. „Die betreffenden Kitas sollen wegen der gegebenenfalls in Frage kommenden jeweiligen Erweiterungsmöglichkeiten aus Sicht der Pädagogik bzw. der Inaussichtstellung einer Betriebsgenehmigung durch das LJA ganz früh im Vorfeld gemeinsam mit den jeweiligen Trägern und Kita-Leitungen betrachtet werden.“ Solche großen Änderungen müssten freilich von allen Beteiligten mitgetragen werden, um erfolgreich der Gesamtverantwortung zur Sicherstellung von ausreichenden Plätzen für Kinder nachkommen zu können.

„Wir haben bewusst das Landesjugendamt früh mit ins Boot geholt“, sagt Jürgen Funke. „Es wäre nicht gut, mit den Trägern der Kitas schon Pläne für die Erweiterungen fest zu machen, und dann zu erleben, dass das Landesjugendamt nicht sein Einverständnis gibt.“ Denn ohne die Betriebserlaubnis der Behörde geht nichts. „Das Landesjugendamt wird in absehbarer Zeit Stellungnahmen zur möglichen Erweiterung der jeweiligen Einrichtungen geben“, erläutert der Amtsleiter. „Ich denke, zum übernächsten Jugendhilfeausschuss werden wir schon ein großes Stück weiter sein.

Dass der Bedarf an Betreuungsplätzen in Radevormwald auf jeden Fall in den nächsten Jahren steigen wird, davon ist Jürgen Funke überzeugt: „Viele Eltern möchten ihre Kinder möglichst früh in die Betreuung geben.“

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