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Radevormwald: St. Marien Radevormwald entstand wieder eine Krippenlandschaft

Krippe in St. Marien Radevormwald : Doppeltes Christkindchen in der Warteschleife

In der katholischen Kirche St. Marien Radevormwald entstand wieder eine Krippenlandschaft mit Figuren und Tannenwald.

Zehn Tage vor Heiligabend geht es in der großen Pfarrkirche St. Marien Radevormwald an der Bischoff-BornewasserStraße recht munter zu. Der Altarraum steht voller Kisten, am Boden liegen eingenetzte Tannen, Utensilien wie Leiter, Tücher und Werkzeug sind präsent. Hier scheint gleich etwas Großes zu passieren. Doch Küster Frank Barlag zeigt sich ruhig und besonnen. „Wir beginnen heute mit dem Aufbau unserer Krippe. Morgen stehen dann das Dekorieren und der Aufbau der Figuren an“, verkündet er mit fröhlicher Miene. Er steht nicht alleine vor dieser aufwendigen Aufgabe, sondern darf sich über den Besuch einiger Helfer aus der Pfarrgemeinde freuen. Vorneweg Joachim Hoim, der 25 Jahre lang vor Weihnachten die Krippe auf und später abbaute, bevor er sich im Frühjahr in den Ruhestand verabschiedete.

Am Freitag zog die „Aufbaugruppe“ erst einmal in den Vorraum der kleinen Taufkapelle, wo es in einer schwindelerregenden Höhe eine Luke gibt. Diese führt direkt zum ausgebautem Dachstuhl, der das ganze Jahr über die heilige Familie, Hirten, Schafe und Stallelementen beherbergt. Mühevoll transportieren die Männer die vielen Krippenteile über die große Leiter in den Kirchenraum. Unzählige Bauteile des Stalles waren dabei, wie auch die Krippenfiguren. Maria, Josef, stehende und knieende Hirten, auch Ochse, Esel und Schafe kommen zurück ans Tageslicht. Und dann wird sie durch die enge Lukenöffnung gehoben, die eigendliche Krippe. In ihr liegen zwei Figuren, die nach einem Säugling aussehen. Während die eine Figur etwas schlichter einen unbekleideten Babyleib zeigt, trägt die zweite Figur schon winzige Kleidung und einen geschnitzten Haarflaum.

Frank Barlag nimmt die Krippe mit den beiden Christkindern in Empfang und stellt sie beiseite. „Das Christkindchen kommt erst am Mittag des 24. Dezember in die Krippe. Die Tage jetzt davor bleibt die Krippe leer“, betont er. Welche der beiden Kinderfiguren letztlich den Krippenplatz einnehmen wird, steht noch nicht fest. „Ich überlege es mir noch, verrate aber nichts“, sagte der Küster mit einem Lachen. Ihm macht es offensichtlich viel Freude, die Krippe aufbauen zu dürfen und noch dazu Geheimnisträger zu sein. Der Krippenaufbau in Radevormwald ist neu für ihn, denn er steht noch nicht lange im Dienst der katholischen Gemeinde. „Ich muss mich langsam herantasten“, sagt er und freut sich, dass auch sein Vorgänger Joachim Hoim zum Aufbau gekommen ist. „Er kennt die Krippe wie seine Westentasche“, sagt Barlag. Und tatsächlich, ohne lange Überlegung ordnet Joachim Hoim die vielen Bausätze des Stalle zu. Er kann delegieren und auch selbst kräftig anpacken. In kurzer Zeit entsteht ein Fachwerkhäuschen mit Strohdach und winzigen Holztüren, Fensterverschlägen und Beleuchtung. „Wir bauen auch einen Brunnen auf, das lässt die Szene richtig gut aussehen“, schwärmt Barlag. Der Fachwerkturm, eine weiteres Krippen-Requisite, bleibt in diesem Jahr auf dem Speicher, hat er entschieden. Es werden Folien auf dem Altarraum-Boden gelegt, das Häuschen gebaut und platziert und letztlich sechs hohe Tannen als „Wäldchen“ um die Krippe drappiert.

Am Samstag haben die heilige Familie sowie Hirten und Tiere ihre Plätze eingenommen. Nur einer bleibt vorerst leer – der Platz in der Futterkrippe. Welches der beiden Christkinder wird in Kürze dort wohl liegen?