Politik in Radevormwald Wolf: Jetzt Altschulden abbauen

Radevormwald · Städte und Gemeinden müssten entlastet werden, so der SPD-Landtagskandidat für Radevormwald und Remscheid. Die Landesregierung dürfe nicht länger zögern, zumal es jüngst erneut Proteste des Bündnisses „Für die Würde unserer Städte“ gab.

 Sven Wolf tritt erneut als SPD-Kandidat für den Wahlkreis 36 an.

Sven Wolf tritt erneut als SPD-Kandidat für den Wahlkreis 36 an.

Foto: Jürgen Moll

In einer Aktuellen Stunde hat der Landtag NRW in der vergangenen über den Abbau kommunaler Altschulden debattiert. Vor dem Landtag forderte das Bündnis „Für die Würde unserer Städte“, die von der schwarz-gelben Landesregierung ungelöste Altschuldenproblematik endlich anzugehen.

Dazu erklärt der Landtagsabgeordnete für Remscheid und Radevormwald Sven Wolf: „Die Altschulden sind in vielen Kommunen in NRW – so auch in Remscheid und Radevormwald – eine enorme Belastung. Sie schränken Handlungsspielräume der Städte und Gemeinden ein. Wir haben gestern vor und im Landtag erneut deutlich gemacht: Das darf so nicht bleiben.“ Die Zukunft der Kommunen sei die Zukunft der Kinder und Enkelkinder. Ihnen sei man es schuldig, die Städte und Gemeinden von der Last der Altschulden zu befreien, um Gestaltungsspielraum für lebenswerte Städte und Gemeinden von Morgen zu schaffen.

Das Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“ hatte mit einem Gasballon und der Forderung „Weg mit dem Altschuldenballast – und NRW hebt ab“ auf der Wiese vor dem Düsseldorfer Landtag demonstriert. „Mit der Aktion hat das Bündnis noch einmal deutlich gemacht, dass auch die ungerechte Finanzverteilung dazu geführt hat, dass Kommunen in Finanznot geraten sind. Knapp 100 der 396 Kommunen in NRW haben Kassenkredite von 1000 Euro und mehr pro Einwohnerin und Einwohner. Für die Städte und Gemeinden ist das eine Vergeblichkeitsfalle – Schulden, die so hoch sind, dass sie niemals aus eigener Kraft abgetragen werden können“, so Wolf. „Schwarz-Gelb hat sich fünf Jahre gegen eine zukunftsfähige Lösung gesperrt. Die Landesregierung hat 2020 sogar ein Unterstützungsangebot des damaligen Bundesfinanzministers Olaf Scholz ausgeschlagen. Anstatt zu helfen, hat sie den Kommunen im Zuge der Corona-Krise neue Schulden aufgebürdet. Und auch aktuell gehen die Städte wieder in Vorleistung beim Kümmern um Geflüchtete. Mehr Probleme kommen jetzt auf die Städte zu, wenn die Landesregierung die Kommunen bei der Versorgung und Integration der Geflüchteten aus der Ukraine finanziell allein lässt.“

Schnellschüsse kurz vor Ende der Legislaturperiode ein paar Wochen vor der Wahl brächten aber nichts, wenn man sich in fünf Jahren Amtszeit nicht gekümmert habe, so der SPD-Politiker. Die Altschuldenproblematik könne nur in Gemeinsamkeit von Bund, Land und Kommunen gelöst werden. Dafür habe Professor Martin Junkernheinrich in einem Gutachten im Auftrag der SPD-Fraktion einen Weg aufgezeigt. Bei einer Übernahme der Schulden zu 75 Prozent durch Bund (50 Prozent) und Land (25 Prozent) würde eine vollständige Tilgung bei 93 Prozent der Kommunen in 20 Jahren gelingen. Für eine rasche Lösung sei die Hilfe des Bundes erforderlich. Aufgabe der Landesregierung ist es, auf den Bund zuzugehen. Mit steigenden Zinsen werde sich das Zeitfenster für eine Lösung schließen.

Wolf erklärt: „Die Zeit zu Handeln ist jetzt. Das hat auch der Protest der Städte und Gemeinden vor dem Landtag noch einmal unterstrichen.“

(s-g)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort