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Radevormwald: Sparkasse und Polizei warnt vor Trickbetrügern

Vorbeugung gegen Kriminalität : Trickbetrüger sind verstärkt unterwegs

Oft melden geben sich Täter als Verwandte in Geldnot oder als Polizisten aus, die Geld in sicheren Gewahrsam nehmen wollen. Drei solcher Fälle gab es zuletzt in Radevormwald – in einem Fall wurde ein Senior Opfer der Betrüger.

Immer wieder werden ältere Menschen Opfer von Trickbetrügern. Manche Täter geben sich als Verwandte, zum Beispiele Enkel, aus, die in einer finanziellen Notlage sind. Eine andere Masche, die leider oft Erfolg hat: Täter geben sich als Polizisten aus und fordern die Senioren auf, vorübergehend Geld und andere Wertsachen den Beamten zu übergeben, weil Diebe in der Gegend seien.

Diese Masche haben Betrüger in den vergangenen Tagen auch in Radevormwald wieder angewandt – in einem Fall leider mit Erfolg. Angesichts dieser Fälle und auch der steigenden Zahl von Geldautomatiensprengungen im Land, machen sich Sparkasse und Polizei Sorgen.

„Bei zwei von drei Versuchen haben die Bürger richtig reagiert und nicht weiter auf die Betrüger eingelassen.“, berichtet Michael Scholz, der Sprecher der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen. Bedauerlich sei, dass im Fall des geprellten alten Herrn, der Geld den angeblichen Polizisten überließ, dieser die Summe an der Rader Sparkasse abgehoben hatte. „Wir haben den Fall noch einmal überprüft“, sagt Michael Scholz. „Unsere Mitarbeiter haben sich einwandfrei verhalten.“ Man sei bei diesem Thema sensibilisiert. Wenn ältere Menschen plötzlich hohe Summen abheben, seien Bankmitarbeiter inzwischen aufmerksam. Auf Nachfragen, ob er Anrufe erhalten habe oder unter Druck gesetzt werde, habe der betreffende Senior leider nicht geantwortet.

Die Sparkasse nimmt diese Vorfälle daher zum Anlass, noch einmal vor den Maschen der Betrüger zu warnen: „Ob über den Enkeltrick, als Polizeibeamter, Bankangestellter oder Microsoftmitarbeiter, lassen Sie sich auf keinerlei Gespräche zu irgendwelchen Geldproblemen ein.“ Grundsätzlich sollten Senioren immer ein Familienmitglied oder die Polizei einschalten, wenn ein Unbekannter am Telefon Druck macht.

„Viele Bürger werden von den Betrügern – überwiegend in den Abendstunden – am Telefon so unter Druck gesetzt, dass sie trotz Hinterfragung von Bankangestellten beim späteren Geldabheben keinerlei Aussagen machen, wofür sie diese, meistens größeren Summen, brauchen“, heißt es in der Mitteilung der Sparkasse.

In diesem Zusammenhang weist die Sparkasse darauf hin, wie wichtig auch regelmäßige Gespräche – insbesondere über den Gesundheitszustand – innerhalb der Familien zwischen Eltern und Kindern sein können. Bei entsprechenden Beobachtungen sollten entsprechende Vorkehrungen zur Bankverfügung besprochen werden. In Fällen von Papierüberweisungen empfiehlt die Sparkasse den Wechsel hin zum Onlinebanking oder zur Nutzung des ServiceCenters der Sparkasse.

Wie sensibel das Thema „Geld zu Hause horten“ ist, habe der Beginn der Corona-Pandemie auch gezeigt. „Gerade viele ältere Menschen hoben plötzlich ohne Bedarf größere Geldsummen von ihren Konten ab“, berichtet die Sparkasse. Inzwischen habe sich diese Situation jedoch wieder beruhigt.

Übrigens bietet auch die Corona-Pandemie den Gaunern viele Möglichkeiten, Senioren mit erfundenen Geschichten hinters Licht zu führen. Am Telefon geben sich die Täter dann – wie im Fall des Enkeltricks – als Angehörige des potenziellen Opfers aus. Sie behaupten, mit dem Coronavirus infiziert zu sein. Die Kriminellen täuschen vor, finanzielle Unterstützung für eine Behandlung zu benötigen. Sie bitten ihre Opfer um Geld und andere Wertgegenstände, die schließlich ein Freund abholen wird.