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Radevormwald: Soll neues Baugebiet durch die Hintertür entstehen?

Stadtentwicklung in Radevormwald : Neues Baugebiet durch die Hintertür?

Den Weg für die Bebauung der Fläche „Am Kreuz“ ist frei gemacht. Dort soll ein neues „Bildungshaus“ entstehen. Dass die Fläche auch für Wohnhäuser bereitstehen soll, macht manche Politiker misstrauisch.

Die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses in Radevormwald haben in ihrer Sitzung am Donnerstag den Weg frei gemacht für die Bebauung der Fläche „Am Kreuz“. Dort soll ein neues „Bildungshaus“ entstehen, zu dem die KGS Lindenbaum, eine Kindertagesstätte und eine Turnhalle zählen. Um das zu ermöglichen, muss allerdings neues Planungsrecht geschaffen werden.

Das Vorhaben findet in der Politik eine breite Zustimmung, allerdings gab es in der Sitzung auch kritische Anmerkungen. Denn in der Vorlage ist auch die Rede davon, dass ein Teil der Fläche an der Elberfelder Straße auch für Wohnbebauung genutzt werden könnte: „eben dem vorgründigen Ziel der Planung, Planrecht für die Realisierung des Bildungshauses zu schaffen, sollen überdies auf den verbleibenden Freiflächen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine ergänzende Wohnbebauung geschaffen werden.“

Das weckt bei manchen Fraktionen den Verdacht, dass hier, bevor das Gebiet Karthausen verwirklicht worden ist, bereits ein neues Wohngebiet durch die Hintertür geplant werden soll. Bernd Bornewasser, Fraktionsmitglied von Bündnis 90/Grünen, betrachtet den Passus entsprechend mit Skepsis: „Heißt das, dass schon wieder eine größere Grünfläche bebaut werden soll?“ Den neuen Schulstandort zu planen sei in Ordnung, aber gleich Grundlagen für eine neue Wohnbebauung schaffen, das sei fragwürdig.

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Die Vertreter der Verwaltung stellten allerdings klar, dass keine neuen Pläne für ein Baugebiet in der Schublade lägen. Zwar gebe es grundsätzlich die Option, auf dieser Fläche auch Wohnhäuser zu bauen, räumte Burkhard Klein ein, der Leiter des Bauverwaltungsamtes. Bürgermeister Johannes Mans versicherte allerdings, „Es gibt keine konkreten Vorschläge.“ Man wolle sich nur alle Möglichkeiten offen halten. Die Politik billigte am Ende einstimmig die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Entwurfs für den Bebauungsplan, damit der neue Schulstandort errichtet werden kann.

Eine Frage zur bereits existierenden Wohnbebauung hatte die Fraktion der Alternativen Liste (AL) im Zusammenhang mit dem Lupenraum Nord. In der Stadt gehe derzeit das Gerücht um, dass die Wohnhausbebauung an der westlichen Telegrafenstraße in den kommenden zehn bis 15 Jahren abgerissen werden soll. Dazu habe die Stadtverwaltung keine Informationen, erklärte Amtsleiter Burkhard Klein. Es liege lediglich in einem Fall ein Antrag vor.

Die AL-Fraktion hatte auch gefragt, ob es bereits Pläne der lutherischen Kirchengemeinde für eine Bebauung der Fläche an der Telegrafenstraße nach dem Abriss des Wartburghauses gebe und ob dafür ein Teil des Parc de Châteaubriant in Anspruch genommen werde. Die Gemeinde warte vorerst darauf, dass der B-Plan rechtskräftig wird, erklärte Bauverwaltungsleiter Klein. Daher lägen noch keine Pläne vor. Der Parc de Châteaubriant werde jedoch nicht angetastet.

AL-Fraktionschef Rolf Ebbinghaus wies auch darauf hin, dass die Ausführungen der Stadt über den neuen Förderbescheid für das Integrierte Handlungskonzept für einige Irritation bei den Bürgern gesorgt hatte. Manche hätten daraus den Schluss gezogen, als sei der Kreisel im „Knippings Eck“ nun doch geplant. Dabei habe die Politik dieses Vorhaben doch schon vor geraumer Zeit gekippt.