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Radevormwald: So war der Wahlkampf in der Stadt

Bundestagswahl 2021 : Ein Wahlkampf mit Musik – und ohne Pöbeleien

Bis zuletzt rangen die Parteien noch um Wähler, sogar nach Noten. Probleme mit aggressiven Störern gab es so gut wie keine. Das Ordnungsamt verzeichnete auch wenige Fälle von Vandalismus gegen Wahlwerbung.

Für die Ordnungsbehörde in Radevormwald verliefen die Wochen vor dem Wahlkampf ruhig – zumindest ruhiger als bei der Kommunalwahl 2020, als es zuvor Ärger mit dem Linken Forum gegeben hatte, das bewusst mehr Plakate geklebt hatte als erlaubt.

Auch Vandalismus, der im vorigen Jahr an vielen Stellen ins Auge gefallen war, gab es deutlich weniger. „Wir haben von den Parteien dazu nur wenige Beschwerden gehört“, sagt Verwaltungsmitarbeiter Marc Bormann. Hier und da sei mal ein Plakat abgerissen oder ein Aufkleber aufgepappt worden. Auf Kreisebene waren freilich die Schäden an Plakaten an manchen Stellen so massiv, dass die CDU Oberberg Anzeige erstattet. Auch die Bilanz des Wahlsonntags stellte sich für die Mitarbeiter des Rader Ordnungsamtes unspektakulär dar. „Uns ist nichts über besondere Vorkommnisse bekannt“, erklärte Bormann nach der Schließung der Wahllokale.

Während der vergangenen Wochen sei dem Ordnungsamt von Bürgern „zur Kenntnis gebracht worden“, dass es im Stadtkern Sprechgesang-Auftritte eines ehemaligen Mitglieds der ÖPD und der AL gegeben habe,  der um Stimmen für „dieBasis“ warb. Diese Partei gilt als politischer Arm der Querdenker. Überzeugt hatte diese Art der Performance aber wenig Radevormwalder – die Partei und ihr oberbergischer Kandidat Markos Pavlidis erreichten hier nicht mal 1,5 Prozent.

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Musikalisch auf andere Weise hatte die SPD ihren Wahlkampf gestaltet. „Wir haben ein rotes Klavier aufgestellt, und jeder der wollte, konnte darauf musizieren“, erklärt der Rader SPD-Vorsitzende und Fraktionschef Dietmar Stark.

Der Ton im Wahlkampf ist besonders in den sozialen Medien rauer geworden seit der vergangenen Bundestagswahl, doch in der Realität, an den Wahlständen hat es nach den Aussagen der Politiker keine Pöbeleien gegeben. „Im Gegenteil“, sagt Dietmar Stark. „Wir haben als SPD viel Zuspruch erhalten.“

Gerd Uellenberg betonte, dass die CDU-Mitglieder in Rade trotz bis zuletzt um Stimmen geworben hätten. „Am Samstag haben unsere Wahlkämpfer noch stundenlang vorm Edeka gestanden“, sagt er. Und er persönlich habe noch in letzter Minute einen Wähler, der zum ersten Mal nicht  CDU wählen wollte, wieder in den Schoss der Union geholt. „Er rief mich nun an und sagte: Du bis dran geblieben und hast mich doch noch überzeugt!“

(s-g)