1. NRW
  2. Städte
  3. Radevormwald

Radevormwald: So trifft Absage des Weihnachtsmarktes die Vereine

Weihnachtsmarkt in Radevormwald fällt aus : Einnahmen für die Vereine brechen weg

Die Absage des Weihnachtsmarkts trifft die Ehrenamtler, denn die Veranstaltung hat durch die Aktionen und Stände Geld eingebracht. Der Einzelhandel hofft weiter, dass Verkauf am dritten Advent möglich ist.

Der Weihnachtsmarkt sollte am dritten Adventwochenende auf dem Marktplatz in Radevormwald stattfinden. Aufgrund der Entwicklung der Corona-Pandemie wurde die traditionelle Veranstaltung der Stadt Radevormwald und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG) abgesagt. Wichtig ist der Weihnachtsmarkt nicht nur für die festliche Atmosphäre der Stadt, sondern auch für Vereine und Einzelhändler.

Während die Vereine aus Radevormwald ihre Kassen auf dem Markt durch den Verkauf von Glühwein, Handarbeiten oder Speisen, für die nächste Saison vorbereiten, profitiert auch der Einzelhandel. Denn die Vorweihnachtszeit gilt als umsatzstark. Die Einzelhändler aus Radevormwald haben sich deswegen noch nicht von dem verkaufsoffenen Sonntag am 13. Dezember verabschiedet. Die Entscheidung, ob die Geschäfte an diesem Tag öffnen, fällt in den kommenden Wochen.

Für die Vereine ist der abgesagte Weihnachtsmarkt und die damit verlorenen Einnahmen kaum zu kompensieren. Berühmt auf dem Rader Weihnachtsmarkt sind zum Beispiel die Reibekuchen des Chors „Melodienreigen“. Die Sängerinnen stehen traditionell am Fuße des Marktplatzes und backen. „Für uns ist der Weihnachtsmarkt sehr wichtig und jedes Jahr eine große Einnahmequelle für uns“, sagt Renate Pick, die zu dem Leitungsteam des Chores gehört. Im Moment finanziert sich der Chor ausschließlich über die Mitgliederbeiträge. „Es ist wichtig, dass wir nächstes Jahr wieder auf dem Weihnachtsmarkt stehen können, denn wir brauchen dringend Einnahmen. Unsere Mitgliederbeiträge zu erhöhen, wäre kontraproduktiv. Chöre haben sowieso Nachwuchsprobleme.“

Auch für den Förderverein der Lore-Agnes-Kindertagesstätte ist der Weihnachtsmarkt jedes Jahr mit wichtigen Einnahmen verbunden. Seit Jahrzehnten steht der Förderverein mit einer großen Verlosung auf dem Marktplatz. „Der Markt ist unsere Haupteinnahmequelle. Anschaffungen für den Kindergarten haben wir deswegen verschoben“, sagt Andre Schrank vom Förderverein. Dass der Weihnachtsmarkt abgesagt wurde, findet er richtig. „Wir haben schon vor der offiziellen Absage kommuniziert, dass wir dieses Jahr nicht an dem Weihnachtsmarkt teilnehmen werden. Das ist zwar schade, aber unsere Gesundheit und die unserer Kinder geht vor. Wir wollten uns keinem Infektionsrisiko aussetzen.“

Zu den Akteuren des Weihnachtsmarktes hat auch immer das Feuerwehrorchester gehört. Für die Musiker war das Adventswochenende stets eine gute Möglichkeit, um sich zu präsentieren und die Rader Bevölkerung mit festlichen Klängen zu erfreuen. Musikzugleiter Stefan Biermann ist froh, dass sein Musikzug in kleiner Besetzung wenigstens in diesem Jahr üben konnte. „Bis zu dem November-Lockdown konnten wir in einem großen Raum üben. An Konzerte ist im Moment nicht zu denken“, sagt er. Er findet es wichtig, dass sich Vereine und Musikzüge für die Eindämmung der Corona-Pandemie einsetzen. „Wir müssen mit gutem Beispiel voran gehen. Deswegen haben wir jetzt einheitliche Masken für das Orchester bestellt.“

Markus Strunk ist als Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Rade lebt“ im Gespräch mit dem Einzelhandelsverband. Die Einzelhändler aus Radevormwald wollen den verkaufsoffenen Sonntag, der für den 13. Dezember geplant war, noch nicht aufgeben. „Im Moment warten wir ab und haben noch keine Entscheidung getroffen. Die meisten Einzelhändler setzen Hoffnungen in den Sonntag, aber es gibt auch welche, die ihn für das Weihnachtsgeschäft nicht für ausschlaggebend halten.“ Für den Optiker wäre der verkaufsoffene Sonntag ein wichtiges Signal aus dem Einzelhandel. „Wir könnten an diesem Tag ein Zeichen setzen. Nämlich dafür, dass die Rader Innenstadt auch während der Pandemie zum Einkaufen einlädt und für etwas Ablenkung sorgt. Das macht allerdings nur Sinn, wenn alle Einzelhändler mitziehen“, sagt Markus Strunk. In Nachbarstädten wie Hückeswagen wurde der verkaufsoffene Sonntag kurzfristig abgesagt.