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Radevormwald: So soll der Einzelhandel im Zentrum gestärkt werden

Einzelhandel in Radevormwald : So soll Rades Zentrum gestärkt werden

Das Einzelhandelskonzept von Radevormwald muss fortgeschrieben werden. Die Bürger wurden bei einer Versammlung im Bürgerhaus über die Veränderungen informiert.

Das Einzelhandelskonzept der Stadt Radevormwald muss fortgeschrieben werden, denn seit 2011 haben sich einige neue bundes- und landesrechtliche Vorgaben und Rechtssprechungen ergeben, die das neue Konzept berücksichtigen muss. Beauftragt ist mit der Fortschreibung das Stadtforschungs- und Planungsbüro Junker und Kruse aus Dortmund.

Wie sich das städtebauliche Konzept verändern soll, stellten Stefan Kruse und seine Mitarbeiterin Elisabeth Kopischke am Donnerstagabend bei einer Bürgerveranstaltung vor. „Wir wollen heute die fachliche Sicht auf das Einzelhandelskonzept kennenlernen und danach in die Diskussion und Fragerunde einsteigen“, sagt Bürgermeister Johannes Mans.

Was ein Einzelhandelskonzept überhaupt ist, erklärte Stefan Kruse am Anfang des Abends. „Ein Einzelhandelskonzept ist kein Marketingkonzept, es soll nichts verhindern und ist kein Wettbewerbsschutz. Ein Einzelhandelskonzept ist ein städtebauliches Konzept, das eine Grundlage für die Stadt darstellt, um Bauleitplanung zu betreiben.“ Die Bebauungspläne der Stadt legen also fest, wo und in welchen Gebäuden Einzelhandel verschiedener Sortimente stattfinden darf und wie die Stadt als Einkaufsstandort funktioniert. Zu der Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts gehört zunächst eine Analyse des aktuellen Zustandes, eine Perspektive für den Standort zu entwickeln sowie das Konzept selber. In den vergangenen acht Jahren gab es einige Veränderungen der Angebots- und Nachfragestruktur, die sich zum Beispiel auf Schließungen, veränderte Verbraucherzahlen, Siedlungsentwicklungen oder das integrierte Handlungskonzept der Stadt beziehen. Die Gesamtverkaufsfläche ist leicht gewachsen. „Bei der Betrachtung des Einzelhandels ordnen wir die Verkaufsflächen nach Warengruppen, die kurzfristige, mittelfristige und langfristige Bedarfe abdecken“, erklärt Elisabeth Kopischke. Die Angebotsanalyse für Radevormwald hat ergeben, dass die Stadt ihrer Position als Mittelzentrum nur bedingt gerecht wird. „Im Bereich der Nahversorgung ist Rade gut aufgestellt, aber das Zentrum ist nicht dicht genug. Einige mittelfristige Bedarfe werden zu wenig abgedeckt.“

Teil des Einzelhandelskonzept ist außerdem die sogenannte „Rader Sortimentsliste“, die einen Überblick darüber gibt, welche Bedarfe optimalerweise an welcher Stelle abgedeckt werden sollten. „Der Einzelhandel besteht in Abhängigkeit der Sortiments – und Größenstruktur“, sagt Elisabeth Kopischke. Für das Einzelhandelskonzept empfiehlt sie auf Kompaktheit zu setzen und die Verbindung zwischen Markt und Schlossmacherplatz zu stärken. „Eine Innenentwicklung, unter anderem mit der Reaktivierung von Leerstand sowie eine Stärkung der Multifunktionalität ist wichtig“, sagt sie.

Die Fortschreibung des Konzeptes sieht vor, dass der Bereich des Zentrums noch konzentrierte abgegrenzt wird. Einzelhandel soll künftig in Form von zentrumsrelevanten Angeboten, zum Beispiel Bekleidungsgeschäfte, ausschließlich im Zentrum angesiedelt werden. „Geschäfte, die historisch gewachsen sind oder schon bestehen, haben natürlich Bestandsschutz. Es geht darum Geschäfte mit nahversorgungsrelevanten Sortimenten in Zukunft auch nur im Zentrum zu ermöglichen.“

Das Zentrum ist laut Einzelhandelskonzept der Bereich der oberen Kaiserstraße, über den Markt, bis zum Ende der Schlossmachergalerie. Nebenstraßen, wie die Weststraße werden ausgegrenzt. „Da findet mittlerweile nur noch Wohnen statt“, sagt Elisabeth Kopischke.