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Radevormwald: So regieren die Grundschulen auf die komplette Öffnung

Schulen in Radevormwald : Grundschulen von Vorgabe überrascht

Überrascht haben die Leitungen der Grundschulen in Radevormwald die Anweisung des Landes zur Kenntnis genommen, dass ab Montag alle Grundschüler wieder zum Unterricht kommen. Die Reaktionen aus der Elternschaft seien geteilt, erklärt Schulleiterin Tanja Heynen. Ein Beschwerdesturm sei aber ausgeblieben.

An Überraschungen aus dem Düsseldorfer Schulministerium haben sich Lehrer, Eltern und Schüler im Laufe der Corona-Pandemie gewöhnt. Die Entscheidung, ab dem kommenden Montag die Grundschulen wieder komplett für alle Schüler zu öffnen, obwohl in zwei Wochen die Sommerferien beginnen, kam dann doch für viele Akteure vor Ort unerwartet.

„Das war eine Überraschung“, erklärt Jutta Felderhoff. Die Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Stadt macht keinen Hehl daraus, dass sie die Entscheidung mit Skepsis betrachtet. „Aber wir folgen natürlich den Anweisungen des Ministeriums.“ Was die Reaktionen aus der Elternschaft angeht, so herrsche dort auch viel Unverständnis. „Eltern wundern sich, dass dies vor den Ferien noch sein muss“, meint Felderhoff. Eine schlüssige Begründung könne sie aus den Mitteilungen des Ministeriums nicht herauslessen.

Überraschend ist für viele nicht nur, dass die zwei Wochen vor Ferienbeginn noch mitgenommen werden, sondern auch, dass die Abstandsregelungen in den Klassen selber aufgehoben werden. Allerdings dürfen die Klassen untereinander nicht gemischt werden.

„Die Pausen finden weiter getrennt statt“, erklärt Tanja Heynen, die Leiterin der Grundschule Bergerhof/Wupper. „Und auch außerhalb des Schulgeländes gelten natürlich die Abstandsregeln weiter. Das wird den Kindern anfangs vielleicht schwer zu erklären sein. Das ist ein Spagat.“ Heynen räumt ein, dass sie und das Kollegium „sehr überrascht“ von der Entscheidung gewesen seien: „Damit haben wir nicht mehr gerechnet.“ Sie sieht allerdings auch die positiven Seiten der Verordnung: „Für die Kinder ist es sicher gut, und es entlastet auch die Eltern.“ Die Schule mit ihren beiden Standorten sei gut vorbereitet. Eine Maskenpflicht in den Gebäuden gebe es nicht: „Wir haben uns dagegen entschieden, um den Kindern in dieser Situation nicht noch mehr Furcht einzujagen.“

Und wie reagieren die Eltern? „Die Reaktionen sind geteilt“, sagt Tanja Heynen. Große Proteste habe es nicht gegeben: „Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass wir eine Flut von Mails bekommen, nachdem die Entscheidung verkündet worden war, aber es kamen nur drei.“

Schulleiterin Jutta Felderhoff. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Barbara Janowski, die Leiterin der Katholischen Grundschule Lindenbaum, sieht die Herausforderung, die ab Montag auf die Schule zukommt, ebenfalls pragmatisch: „Wir wollen das Beste daraus machen.“ Die Pausen werden auch in der KGS weiter versetzt stattfinden, wichtig sei, dass die Kinder in den Klassenverbänden bleiben. „Es wird gesagt: Eine Durchmischung der Gruppen soll nicht stattfinden“, erläutert Janowski. Zum Glück habe sich gezeigt, dass die Kinder sich inzwischen sehr diszipliniert verhalten und die Regeln einhalten. „Auch das Team der OGS zieht sehr gut mit.“

Dennoch werden viele Lehrkräfte froh sein, wenn die Ferien beginnen: „Wir haben in den vergangenen Wochen, weil die Erlasse oft erst freitags eintrafen, viele Wochenenden damit verbracht, zu organisieren und die Eltern zu informieren“, sagt Tanja Heynen. „Ich habe mich schon bei meinem Kollegium bedankt, weil sie in dieser Zeit so einen guten Job gemacht haben.“