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Radevormwald: So lief die erste Woche mit offenen Kitas

Corona-Lockerungen in Radevormwald : Erste Kita-Woche lief ohne große Probleme

Die Verwaltung zieht ein positives Fazit. Aus der Politik kommen allerdings Fragen, wie es mit Kitas und Schulen nach den Ferien weitergeht. Die AL-Fraktion möchte dazu in der kommenden Ratssitzung Auskünfte von der Stadt haben. In den Ferien solle ein Konzept erstellt werden.

Ein zufriedenstellendes Fazit ziehen Verwaltung und Kitas in Radevormwald nach der ersten Woche der Wiedereröffnung der Einrichtungen. Tobias Gierling, der bei der Stadt für das Thema zuständig ist, erklärt: „Die Rückmeldungen aus den Einrichtungen sind alle positiv. Die Eltern bringen ihre Kinder mit Maske, die Abstandsregeln werden eingehalten.“ Gierling hatte nicht nur per E-Mail Kontakt: „Ich habe bei den innerstädtischen Kitas auch vorbeigeschaut.“

Michaela Sippel, die Leiterin des katholischen Kindergarten St. Marien, hatte bereits am Montag erklärt, der Start habe gut funktioniert, und der Verlauf der Woche gibt ihr keinen Grund für Klagen. „Im Verlauf der Woche haben noch mehr Eltern ihre Kinder gebracht“, berichtete sie am Freitag. Insgesamt werden nun 30 von insgesamt 40 Kindern betreut, nur am Freitag, dem Brückentag, seien es weniger gewesen.

Nachdem die Wiedereröffnung also gut geklappt hat, machen sich in vielen Kitas in NRW Eltern und Erzieher in diesen Tagen Sorgen, wie es über die Sommermonate weitergeht. Schließlich haben auch die Erzieherinnen und Erzieher Anspruch auf Sommerurlaub. Viele Eltern haben aber wegen Corona keinen Urlaub mehr übrig.

„Bei diesem Thema sind wir ziemlich entspannt“, erklärt Michaela Sippel. Die Urlaube habe man „gut verteilt“. Auch Tobias Gierling erklärt, dass sich dies derzeit nicht als großes Problem in den Kitas darstelle.

Gedanken, wie es nach den Ferien mit Kitas und Schulen unter den Bedingungen der Corona-Pandemie weitergehen soll, macht sich dagegen die Fraktion der Alternativen Liste (AL) im Radevormwalder Rat. Fraktionsvorsitzender Rolf Ebbinghaus bittet die Verwaltung für die kommende Ratssitzung um Auskünfte, wie der Stand der Dinge in Kitas, Grundschule, Offenen Ganztagsschulen und auch in den weiterführenden Schulen ist.

„Darüber hinaus sind wir der Auffassung, dass die Sommerferien dazu genutzt werden sollten, Konzepte zu entwerfen, wie unter sich erneut verschärften Abstands‐ und Hygienebedingungen eine ,Präsenzarbeit’ optimiert werden könnte“, schreibt Ebbinghaus. „Diese Überlegungen, die natürlich nur in Abstimmung mit den Trägern der Einrichtungen bzw. der Einrichtung selbst entwickelt werden können, bitten wir, für den Bereich der Kitas und der OGS am 13. August 2020 im Jugendhilfeausschuss vorzustellen. Die Planungen für den Bereich Grundschulen, Sekundarschulen und den Schulbusverkehr sollten dann im nächsten Schulausschuss behandelt werden.“

Denn wie sich in den vergangenen Wochen gezeigt habe, so heißt es in dem Antrag, stelle die Gestaltung von Präsenzarbeitsphasen unter verschärften Hygieneanforderungen eine besondere Herausforderung dar, während sowohl die vollständige Schließung, als auch die Wiederaufnahme eines vollumfänglichen Regelbetriebes relativ einfach zu organisieren sei.

Vor dem Hintergrund der derzeit gemachten Erfahrungen in der Corona-Pandemie halte die Fraktion der Alternativen Liste es daher „für sinnvoll und geboten, Planungen zu entwickeln, wie man Präsenzarbeit möglichst umfangreich erhalten und/oder digitale häusliche Arbeit verbessern kann, wenn die Infektionsentwicklung nach den Sommerferien strengere Hygieneregeln erfordert.“