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Radevormwald: So hilft der Trägerverein "aktiv55plus" in der Krise

Trägerverein „aktiv55plus“ in Radevormwald : Senioren in Sorge um Lebensmittel

Die Geschäftsführerin von „aktiv55plus“ spricht über die aktuellen Hilfsangebote.

Mit welchen Angeboten versuchen Sie derzeit, den älteren Menschen mit Unterstützungsbedarf zu helfen?

Kyra Springer Die Beratung wird aufrechterhalten, allerdings telefonisch durchgeführt, Gutachten werden nach Aktenlage und telefonischen Rückmeldungen geschrieben. Das Hilfesystem zur Erledigung von Einkäufen und Organisation unter anderem für die Mitglieder der vulnerablen Gruppe besteht. Wir stehen den Senioren für ihre Fragen zur Verfügung.

Wie groß ist die Personengruppe, um die es geht, in der Stadt?

Springer Wir schätzten die Selbstversorgungskompetenz von 370 Klienten ein und nehmen derzeit telefonisch mit denjenigen Kontakt auf, die wir mit „rot“ und „gelb“ einschätzten, informieren zu den notwendigen Maßnahmen und erfragen Unterstützungsbedarf. Diese Personen sind uns durch Beratung bekannte Bürger, der Personenkreis insgesamt ist in Radevormwald deutlich größer.

Mit welchen Fragen richten sich die Betroffenen an ihren Verein?

Springer Zum Beispiel: Darf mich mein Lebensgefährte besuchen? Wir wohnen getrennt. Darf ich spazieren gehen?

Was macht den älteren Menschen in dieser Lage besonders Angst? Und verhalten sie sich den Umständen entsprechend?

Springer Die Menschen in Radevormwald haben Sorgen um ihren Vorrat an Lebensmitteln und um andere Waren des täglichen Bedarfes. Und sie fragen sich, wie lange die Maßnahmen dauern. Wir sorgen uns um die Menschen, die sich nicht melden. Erst heute sah ich wieder eine alte Dame auf dem Weg zum Lebensmittelladen. Ich weiß, dass die Dame neben ihrem hohen Alter auch wegen Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehört. Ein Senior ließ sich in der vergangenen Woche von uns nicht überzeugen, mit seinem sehr hohen Alter die Einkäufe durch Unterstützer erledigen zu lassen. Schön ist, dass sich Anbieter von Maßnahmen nun absprechen, gegenseitig unterstützen und miteinander kooperieren.

Welche Verhaltensregeln würden Sie Senioren in diesen Tagen noch mit auf den Weg geben?

Springer Sie sollten skeptisch sein, wenn sich jemand als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgibt, einen komischen Ausweis zeigt und in die Wohnung möchte. Sie sollten niemals die PIN zu ihrer EC-Karte weitergeben. Es gibt andere Möglichkeiten, den Einkauf zu erledigen, wenn kein Bargeld zu Hause ist.