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Radevormwald: So achten Schützen auf ihre Waffen

Sicherheit bei Waffenbesitz in Radevormwald : So schützen Rader Schützen ihre Waffen

Nach dem Anschlag von Hanau wird diskutiert, wie Schützenvereine verhindern können, dass Täter den Waffenzugang missbrauchen.

Im Vorstand des Radevormwalder Schützenvereins 1708 ist das Thema Sicherheit immer wichtig. Werner Grimm, der Geschäftsführer des Vereins, hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Waffenrecht auseinandergesetzt und als Vizepräsident des Bergischen Schützenbundes die Verschärfungen des Waffengesetzes mitverfolgt. „Vor einigen Jahren hat der Schützenbund für alle Vereine Vorträge zu diesem Thema angeboten, die von der Polizei und auch vom Verfassungsschutz gehalten wurden. Das war ein wichtiger Schritt, und obwohl wir nicht ständig über das Waffenrecht sprechen, ist es Teil unserer täglichen Vereinsarbeit“, sagt Werner Grimm.

Der Radevormwalder Schützenvereinvon 1708 besitzt eigene Waffen, die von den Schützen allerdings als Sportgeräte genutzt und auch so benannt werden. „Das ist ein sehr großer Unterschied. Natürlich sind unsere Gewehre auch Waffen, aber wir nutzen sie als Sportgeräte. Das ist ein wichtiger Grundsatz“, sagt der Vereinsgeschäftsführer.

Der Schützenverein besitzt Luftgewehre und Kleinkaliber, aber keine Pistolen im Gegensatz zu einigen Schützenvereinen aus den Nachbarstädten. Das hat nicht nur etwas mit dem ausgeübten Schießsport zu tun, sondern auch mit dem Thema Sicherheit. „Pistolen sind durch ihre Größe deutlich gefährlicher. Sie sind klein und lassen sich in der Hand schnell drehen. Ein Gewehr ist durch seine Länge sperriger und kann besser in einem Schießstand beaufsichtigt werden“, erläutert Grimm.

Aufgehoben werden die Waffen des Schützenvereins in dafür vorgesehenen Schutzschränken – genauso wie die Munition. Schießmeister Michele Fagione ist für den Betrieb und die Sicherheit im Schießstand verantwortlich, die übergeordnete Verantwortung trägt allerdings der erste Vorsitzende des Vereins, der am Wochenende neu gewählte Jörg Weber. „Die beiden Personen sowie der stellvertretende Schießmeister und unsere Jugendwartin haben Zugang zu den Waffenschränken. Der Personenkreis wird so klein wie möglich gehalten“, sagt der Geschäftsführer. Einen wichtigen Teil dieser Sicherheitsbestimmungen bildet außerdem die Dokumentation darüber, welcher Schütze zu welchem Zeitpunkt trainiert hat. Einige Schützen aus Radevormwald besitzen auch eigene Waffen, die sie zu Hause lagern. „Die Waffenscheinbesitzkarte wird engmaschig von der Polizei kontrolliert. Außerdem muss jeder Schütze ein Bedürfnis des Waffenbesitzes erklären und nachweisen. Unsere Erlaubnis bekommen nur Schützen, die wir schon sehr lange und gut kennen. Wir achten darauf, dass keine radikalen Menschen in unserem Verein sind“, sagt Werner Grimm. Nach dem Anschlag in Hanau, der sich im Februar ereignete, hat der Vorstand des Schützenvereins zwar keine Sondersitzung durchgeführt, aber sich über das Ereignis ausgetauscht. Nur wenige Tage vor dem Anschlag hatte die BM mit Werner Grimm darüber gesprochen, wie sich Schützenvereine vor Personen schützen können, die versuchen, die Waffen für politisch motivierte Straftaten zu missbrauchen. Eine Gefahr, die leider real ist, wie sich bereits mehrfach in der Vergangenheit gezeigt hat.