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Radevormwald: Senioren und die Digitalisierung

Seniorenbeirat in Radevormwald : „Wir müssen analoge Angebote vorhalten“

Wenn es um die Digitalisierung geht, sind die Bürger in Radevormwald gut aufgestellt. Aber eines steht für den Vorsitzenden des Seniorenbeirates auch fest: Es muss auch weiterhin analog gehen.

. Spätestens seit Pandemieausbruch hat die Digitalisierung auch in Deutschland an Fahrt gewonnen, sodass nahezu alles im Alltag digital, online oder am Smartphone erledigt werden kann oder demnächst sogar digital erledigt werden soll. Dass das für einige zu früh kommen könnte, haben Betroffene nun mit der neuen Grundsteuerreform gemerkt. Als die Erklärung lediglich digital abgewickelt werden konnte, standen viele ältere Bürger vor großen Problemen. Deswegen machte sich die Landesseniorenvertretung NRW dafür stark, die Erklärung auch in Papierform abgeben zu können, da viele Senioren weder mit einem Computer umgehen können, noch einen haben.

„Um die Erklärung auf Papier machen zu können, muss man allerdings erst beim Finanzamt anrufen und sich zu einem sogenannten Härtefall erklären“, berichtet Wolf-Rainer Winterhagen, Vorsitzender des Radevormwalder Seniorenbeirats und Mitglied in der Landesseniorenvertretung.

 Wolf-Rainer Winterhagen vom Seniorenbeirat.
Wolf-Rainer Winterhagen vom Seniorenbeirat. Foto: Wolfgang Scholl

In Sachen Digitalisierung schlagen bei ihm zwei Herzen in einer Brust, stellt Winterhagen klar: Die Digitalisierung sieht er persönlich auch für Senioren als Chance, sicherer und eigenständiger im Alter agieren zu können. „Wenn ich an Smarthome denke, Sprachsteuerung und Telemedizin, was da alles auf dem Weg ist, dann könnte das vielen älteren Bürgern im Alltag eine große Hilfe sein“, ist Winterhagen überzeugt. Bevor sie es allerdings nutzen können, brauche es Schulungen, die auch schon in Radevormwald beispielsweise durch den Trägerverein aktiv55plus angeboten werden. „Wir brauchen aber sicherlich noch weitere Angebote und Eins-zu-eins-Betreuungen.“ Von klassischen Seminaren und Unterrichtseinheiten hält der Seniorenbeiratsvorsitzende wenig. „Ich denke, die Menschen brauchen einen direkten Ansprechpartner, mit dem sie ihre Fragen klären können.“ Denkbar sind für Winterhagen daher auch Veranstaltungen mit Banken, die dann mit den Teilnehmern Online-Banking einrichten und ihnen die Funktion und Handhabung erklären. Bis aber alle mit Digitalisierung umgehen können, betont Winterhagen, „brauchen wir allerdings beides, digital und analog.“ In Radevormwald seien die Bürger gut aufgestellt, urteilt der Seniorenvertreter. In anderen Städten oder Ländern, in denen man schon viel weiter in der Digitalisierung von Prozessen ist, Bankgeschäfte hauptsächlich online abgewickelt werden, Arzttermine nur noch per Mausklick gebucht werden können oder bürokratische Vorgänge nur noch per E-Mail funktionieren, sehe das oft anders aus.

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Genau darum wird sich der Bergische Seniorentag 2023 drehen. „Segen und Fluch der Digitalisierung“ wird die eintägige Veranstaltung in Solingen als Namen tragen, zeigen, was die Digitalisierung an neuen Möglichkeiten – auch für Senioren – bietet, aber auch der Frage nachgehen, wie die „Digitalen Immigranten“ geschult und ins neue Zeitalter mitgenommen werden können.