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Radevormwald: Sekundarschule feiert Respekt-Fest​

Schulfest in Radevormwald : Sekundarschule feiert Respekt-Fest

Zum Schuljahresende wurde auf dem Schulhof der Sekundarschule ein Sommerfest unter dem Motto „Vielfalt leben“ gefeiert. Auch der SC08 war mit einem Stand vertreten, dazu gab es viele Attraktionen.

Der Donnerstagnachmittag liegt in der flirrenden Sommerhitze. Ideales Wetter also, um ein Fest zu feiern. In der Sekundarschule an der Hermannstraße ist genau das der Fall, gefeiert wird ein Sommerfest, das unter dem Motto „Vielfalt leben“ steht. Und Vielfalt ist es auch, was den Besuchern geboten wird. Das sind zum einen die Schülerinnen und Schüler, wobei auch einige derjenigen dabei sind, die gerade als erste Jahrgang überhaupt in der Geschichte der Sekundarschule ihren Schulabschluss bekommen haben. Natürlich sind auch viele Lehrerinnen und Lehrer dabei sowie Eltern und Geschwister gekommen, denn auch das gehört letztlich zur Vielfalt. Hintergrund des Fest-Mottos ist auch, dass die Sekundarschule Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ ist.

Für Schulleiterin Sandra Pahl ist es zum Ende des Schuljahres einmal die Gelegenheit, das Geschehen auch einmal auf sich wirken zu lassen. „Das ist auch mal ganz schön, ich genieße das jetzt ganz gerne“, sagt sie schmunzelnd. Organisiert hat das Fest Lehrer Marcel Klausing. „Es ist eine Kooperationsveranstaltung unserer Schule, des Fördervereins und des Sportvereins SC 08 Radevormwald“, sagt Klausing, der gerade hinter einem der beiden Grills steht und Würstchen wendet. Dankbar nimmt er ein kühles Getränk entgegen, denn hinter dem Grill ist es durchaus noch ein paar Grad wärmer. Nachdenklich sagt er: „Das Schuljahr war so sehr geprägt von der Corona-Pandemie, dass wir uns gedacht haben, mit einem solchen Fest auch ein wenig die Gemeinschaft wieder aufleben zu lassen, die uns als Schule ausmacht.“

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Und dass das Thema „Vielfalt leben“ sowie die Mitgliedschaft im Netzwerk keine hohlen Phrasen sind, wird gleich am Ausgang aus der Schule zum Schulhof deutlich. Dort steht ein kleines Katapult, eine sogenannte Schokokuss-Wurfmaschine. Die werden vom Katapult in Richtung des Fängers geworfen – wer geschickt ist, muss sich die Finger danach nicht waschen, auch wenn Wasser bereitsteht. Aber: Schokoküsse haben früher andere Bezeichnungen gehabt. Dieses potenziell konfliktbeladene Thema wird auf einer Stelltafel neben dem Katapult behandelt. Die Worte „Negerkuss“ und „Mohrenkopf“ stehen da, daneben Sätze wie: „Darf man das noch sagen?!“, „Ich lass mich doch nicht erziehen!“ oder „Das meine ich doch gar nicht böse!“. Allerdings geht es um Respekt. Das wird in anderen Sätzen behandelt. „Muss man alles sagen, was man sagen darf?“ oder „Echte Veränderung beginnt im Kopf und findet seine Wege über das Wort.“ Oder ganz einfach: „Zeige Respekt!“.

SC 08-Vorstand Fabian Lenhard lobt diese Herangehensweise: „Wir positionieren uns auch gegen Rassismus, deswegen war es für uns ganz klar, dass wir hier beim Sommerfest der Sekundarschule vertreten sind“, sagt er. Die Vertreter des Fußballvereins, Lenhard wird von seinem Kollegen Olaf Reichenberg unterstützt, hat einen Tischkicker aufgebaut. „Eigentlich wollten wir auch einen kleinen Parcours aufbauen, aber das Wetter war dann doch zu heiß“, sagt Lenhard. Reichenberg ergänzt: „Das Ganze ist eine tolle Aktion, die wir sehr gerne unterstützen – und vielleicht hat ja auch der eine oder andere Lust, bei uns mal im Verein vorbeizukommen.“

Dann erklingt plötzlich Gesang, mehrere Lehrerinnen und Lehrer stehen im Schatten und singen zur leichten Begleitung durch Schlagzeug und Gitarre den Pop-Klassiker „California Dreaming“, zum Auftakt des Sommerfests hat die Schulband bereits zwei Songs gespielt, und später wird die Theatergruppe noch eine kleine Aufführung darbieten. An einer Popcorn-Maschine gibt es leckere, geplatzte Maiskörner und die Grillwürstchen duften verführerisch. Die Stimmung ist gut, und das ist natürlich auch der Sinn eines solchen Festes. „Klar geht es auch um das Thema Rassismus, aber uns liegt natürlich auch besonders daran, nach den schwierigen Wochen und Monaten der Corona-Pandemie eine schöne Erinnerung für die Schulgemeinschaft zu schaffen“, sagt Klausing.

Wenn man dann in die zufriedenen und gelösten Gesichter auf dem heißen Schulhof blickt, kann man nur sagen: Ziel erreicht.