Lkw-Verkehr in den Wupperorten in Radevormwald Schwerlastverkehr auf viel zu enger Wülfingstraße

Dahlerau · Auf der Wülfingstraße verkehren seit Monaten immer wieder auch schwere Lkw. Doch die Strecke ist nicht wirklich geeignet für diese großen Fahrzeuge.

 Hier geht es die Wülfingstraße hoch. Und schon hier sollten nach Vorstellung der AL keine schweren Laster mehr fahren dürfen.

Hier geht es die Wülfingstraße hoch. Und schon hier sollten nach Vorstellung der AL keine schweren Laster mehr fahren dürfen.

Foto: Joachim Rüttgen

Über ein Problem einfach nur zu sprechen, ist das eine; es dann aber am eigenen Leib im Auto regelrecht zu er-“fahren“, ist dann schon etwas anderes. Die Alternative Liste hatte für den Stadtrat eine schriftliche Anfrage gestellt, in der es um den Schwerlastverkehr geht, der sich seit Monaten die Wülfingstraße hoch quält in Richtung Spieckern und Wuppertal.

„Viele Lkw bleiben hängen, müssen rückwärts zurücksetzen, sperren die Straße komplett“, berichtete Rolf Ebbinghaus, der selbst dort in der Gegend wohnt und das „Schauspiel“ schon mehrmals selbst miterlebt hat. Deshalb wollte er wissen, ob es denn nicht die Möglichkeit einer Tonnagenbegrenzung für diese Strecke gibt. Es gebe auf diesem Abschnitt von Wülfing hoch keine Wendemöglichkeiten, dafür aber mittlerweile jede Menge Beschädigungen an Grundstückseinfahrten und Zufahrten. Unsere Redaktion machte sich daraufhin selbst auf „Kontrollfahrt“ und tappte gleich beim ersten Versuch in die Falle, denn gegen zwei schwere Lkw hat ein kleines Auto nun mal keine Chance. Aber auch die beiden Schwerlaster hatten so ihre liebe Mühe, irgendwie aneinander vorbeizukommen. Klappte nicht. Also musste der eine Lkw sehr aufwendig zurücksetzen und die nächste Möglichkeit abwarten, am Straßenrand zu parken, um seinem Gegenüber die Durchfahrt zu ermöglichen. Für andere Verkehrsteilnehmer blieb da nur der geordnete Rückzug und die Rückfahrt über die Schwelmer Straße und dann Richtung Dahlhausen.

 Da geht es nur noch rückwärts: Die Stelle ist zu eng.

Da geht es nur noch rückwärts: Die Stelle ist zu eng.

Foto: Joachim Rüttgen

Jochen Knorz, Leiter des Ordnungsamtes, bestätigte im Stadtrat, dass es zwei Anfragen von Bürgern gegeben habe, die sich ebenfalls über die Zustände auf diesem Streckenabschnitt beschwert hatten. „Da hatten sich wohl auch Lkw festgefahren“, sagte Knorz. Das Ordnungsamt habe daraufhin eigene Beobachtungen angestellt und festgestellt, dass es zwar vorkomme, dass sich Lkw dort festfahren, aber doch nicht so intensiv, dass es regelmäßig passiert. Trotzdem erkenne das Ordnungsamt die Problematik der engen Straßen mit parkendem Verkehr. „Eine Tonagenbegrenzung ist aber dennoch nicht zielführend, weil dafür auch die technischen Voraussetzungen fehlen, denn die Wülfingstraße kann die Belastungen ertragen“, sagte Knorz. Außerdem bekämen bei einer Gewichtsbegrenzung auch der Heizöllieferant, der Möbelspediteur oder Landwirte ihre Probleme. Die würde man dann auch ausschließen, sagte Knorz. Auch ein Schild „Anlieger frei“ reiche nicht aus – ebenso ein sogenanntes Phantomschild „No trucks“, für das auch die Polizei keine Notwendigkeit sehe. „So ein Schild kann man nicht einfach anordnen, wir müssen andere Lösungsansätze suchen“, sagte Knorz.

Die AL schlug vor, den Lkw schon unten an der Wülfingstraße nur das Linksabbiegen zu genehmigen, „dann würden die Laster schon mal nicht mehr von unten hochfahren“, sagte Petra Ebbinghaus. Eine Richtung wäre dann schon mal geklärt. Eine Entscheidung gab es im Stadtrat nicht, die Stadt sucht weiter nach Lösungsmöglichkeiten.