Radevormwald: Schafhalter im Oberbergischen sind beunruhigt

Herdenschutz gegen den Wolf in Oberberg : Schafhalter sind sehr beunruhigt

Schafhalter trafen sich auf dem Hof von Tina und Hagen Fach in Wiehl-Alpermühle.

Die Angst geht um. Nach drei bestätigten und einigen weiteren möglichen Wolfsübergriffen in den Gemeinden Engelskirchen, Much und Nümbrecht im Juli und August sind insbesondere die Schafhalter im Bergischen Land besorgt. Auch liegen die Gemeinden Morsbach, Waldbröl und Reichshof in der Pufferzone zum Wolfsgebiet Stegskopf in Rheinland-Pfalz. Daher hatte die Interessengemeinschaft Oberbergischer Schafhalter zusammen mit dem NABU Oberberg ihre Mitglieder auf den Hof von Tina und Hagen Fach nach Wiehl-Alpermühle eingeladen.

Hier erläuterte Moritz Specht, der bei der Schafberatung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen für den Herdenschutz zuständig ist, den 35 interessierten Schafhaltern, wie ein Zaun für den Wolfsschutz auszusehen hat. Nicht nur die Kosten von sieben Euro pro laufendem Meter für einen Festzaun und 3,50 Euro für einen mobilen Zaun, auch die Frage, ob man im Bergischen Land überhaupt passende Zäune errichten kann, wurden von einigen Besuchern sehr kritisch gesehen. Ist es arbeitstechnisch überhaupt machbar, mit 1,20-Meter-Netzen im Bergischen zu arbeiten? Kann sichergestellt werden, dass die untere stromführende Litze maximal 20 Zentimeter über dem Erdboden verläuft? Kann bei Festzäunen im Bergischen Land ein Untergrabeschutz sinnvoll erstellt werden? Wie sehen die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Bau eines Festzauns aus? Viele Fragen, die auf Moritz Specht einprasselten und deren Antworten nicht jedem Schafhalter gefielen.

Auch Dag Olaf Menzel stellte sein mobiles Zaunsystem vor, das er durch eine Schubkarre oder ein Quad sehr schnell aufbauen kann. Bei der Diskussion im Schafstall bei einer warmen Suppe wurden nicht nur die aktuellen Probleme rund um den Wolf von den Schäfern diskutiert, wobei Dietmar Birkhahn vom NABU Oberberg eine Übersicht hierzu gab, auch weitere Themen zur Schafhaltung wurden angesprochen, berichtet der Kreistierzuchtberater Hubert Fischer.

(rue)
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