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Radevormwald: Rheinisches Landestheater präsentiert kommenden Spielplan

Kulturverein Radevormwald : Landestheater kocht wieder was aus

„Wie schmeckt Gold?“, fragt das Ensemble aus Neuss in der nächsten Spielzeit. Die Präsentation im Bürgerhaus gab einen ersten Einblick.

Welche Theaterstücke der Kulturkreis Radevormwald in der Spielzeit 20/21 auf die Bühne bringen wird, können die Zuschauer mit entscheiden. Damit sie ihre Stimme für ihre Favoriten abgeben können, stellte das Rheinische Landestheater Neuss (RLT) gestern eine Auswahl an Stücken aus dem neuen Programm vor. Intendantin Caroline Stolz gab den Teilnehmern der Präsentation, die im Mehrzweckraum des Bürgerhauses stattfand, einen Einblick in das übergeordnete Thema des kommenden Jahres. „Wir stellen uns die Frage ‚Wie schmeckt Gold?‘ und widmen uns damit Themen, wie Glück, Geld und zwischenmenschlichen Beziehungen. Wir wollen herausfinden, was wirklich glücklich macht“, sagt sie.

Die Präsentation der vielen Stücke in knapp 40 Minuten wurde von ihrer Kollegin Katja König erarbeitet. Die Schauspieler Stefan Schleue, Anna Lisa Grebe, Laila Richter und Philippe Ledun schlüpften von einer Rolle in die nächste. Als vier Sterneköche machten sie den Abonnenten des Kulturkreises Hunger auf Theater. Welche Stücke bittersüß sind, salzig oder sauer schmecken, erklärten die Köche in den Episoden zwischen den Einblicken in die Stücke.  Begleitet wurden sie von Pianist Henning Brand.

In der Küche des Landestheater Neuss wurde eine Spielzeit zusammengebraut, die jede Geschmacksrichtung abdeckt. Klassische Komödien wie „Der Widerspenstigen Zähmung“ von William Shakespeare, bekommen sorgen für ein zeitloses, essentielles Aroma, das nicht fehlen darf. Den Klassiker „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing wird das RLT in einer Studio-Produktion, extra für kleine Bühnen, inszenieren. Ein klassisches Ein- Gang-Menü, typisch französisch, erwartet die Zuschauer mit „Der Geizige“, einer Komödie von Molière. Nach „Vor Sonnenaufgang“ stellten die Schauspieler außerdem „Ewig Jung“, ein Song-Drama, vor. „Das ist ein lang gereiftes Rezept, das wir als musikalischen Eintopf präsentieren“, sagten die Darsteller. Musikalisch wird es auch bei dem Rock Musical „The Black Rider“ mit Kompositionen von Tom Waits, Greg Cohen und Texten von William S. Burroughs. Der Ausschnitt aus diesem Stück machte im Mehrzweckraum besonders viel Eindruck. Den meisten bekannt ist außerdem das Familienstück „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens, die das RLT als Komödie inszeniert. Stefan Schleue schlüpfte während der Präsentation überzeugend in die Rolle des Geizhalses Ebenezer Scrooge, der es mit drei Geistern zu tun bekommt, die ihn zur Menschlichkeit bekehren.

Ohne große Worte kommt „Das Ballhaus“ aus, denn auch hierbei handelt es sich um ein musikalisches Schauspiel, das einer Idee des Théatre du Champagnol folgt. Der großen Frage der Spielzeit widmet sich ein Stück von Ödön von Horváth, denn alles was am Ende bleibt, sind „Glaube Liebe Hoffnung“. Im Programm hat das RLT außerdem drei Stücke für Kinder und Jugendliche. Der Kulturkreis kann aus „Der Fischer und seine Frau“, „Pünktchen und Anton“ und „Cash“ wählen. Michael Teckentrup, Vorsitzender des Kulturkreises, fordert alle Theaterbesucher auf, noch bis zum 31. Oktober sechs Stücke aus den Vorschlägen auszuwählen. Die Unterlagen liegen in der Stadtbücherei aus. „Wir freuen uns über jeden Rückmeldung und darüber schon jetzt einen Einblick in die Spielzeit 20/21 zu bekommen“, sagte Teckentrup am Sonntag.  Unter allen Teilnehmern werden zwei Karten für die Sonderveranstaltung „Rock of Ages“ im Teo Otto Theater ausgelost.