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Radevormwald: Reformierte Gemeinde feiert ersten Gottesdienst nach Corona-Pause

Kirchengemeinde in Radevormwald : Pfingstmontag unter freiem Himmel

Die reformierte Gemeinde feierte im Garten des Bonhoeffer-Hauses den ersten Gottesdienst seit Beginn der Corona-Krise. Dabei ging es auch um eine Benefiz-Aktion, die von der Gemeinde organisiert worden war.

Die Freude war in der reformierten Gemeinde am Pfingstmontag groß, denn im Garten des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses fand der erste Präsenzgottesdienst seit einem Vierteljahr statt. Seit dem 8. März hatten sich die Gemeindeglieder nicht mehr getroffen, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Die Einladung zu dem Open-Air-Gottesdienst nahmen am Montag deswegen viele von ihnen an, aber auch unter freiem Himmel wurde auf die Hygiene- und Abstandsregelungen aufgrund der Corona-Krise geachtet.

In den „Unperfekt-Garten“ der Gemeinde, der sich in den vergangenen Jahren zu einem naturnahen und kreativen Konzept entwickelt hat, traten die Gläubigen mit Mund- und Nasenschutz ein, am Eingang desinfizierten sie sich die Hände. Auf den Plätzen angekommen, die weit voneinander aufgestellt waren, konnten sie ihre Masken abnehmen. Die Gartenbänke und Klappstühle waren belegt, als Pfarrer Dieter Jeschke vor die Gemeinde trat. Er war sichtlich froh seine Gemeinde wiederzusehen und zu einem ersten Gottesdienst seit Beginn der Krise zu begrüßen. „Heute wieder Gottesdienst in der Gemeinschaft zu feiern, ist wirklich schön“, sagte er.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von dem Musikerduo „100 Prozent“ begleitet. Carmen und Daniel Falk bereicherten den sonnigen Morgen durch ihre Begleitung am Klavier und an der Trompete. Gemeinsamer Gesang war in der grünen Oase möglich und auch darüber war der Pfarrer glücklich. „Zusammen zu singen, ist ein wesentlicher Bestandteil des Gottesdienstes“, sagt er. In der Kirche, einem geschlossenem Raum, ist gemeinsames Singen weiterhin nicht gestattet.

Nachdem die Stimmen für das Pfingstlied erhoben wurden, machte Dieter Jeschke den Frohsinn der Christen in seiner Predigt zum Thema. „Fröhliche Menschen fallen auf, denn man sieht sie nicht allzu oft. Christen haben einen Grund dazu fröhlich zu sein, denn der Heilige Geist wirkt in uns.“

Der Pfarrer der reformierten Gemeinde erinnerte an Pfingstmontag daran, wie der Heilige Geist in den Menschen wirkt. „Er ist wie ein inneres Thermometer, das uns Kälte und Hass spüren lässt, uns an die warmen Quellen heranführt und uns zu einem Wärmeleiter macht.“ Dass die Corona-Krise auch zu persönlichen Krisen geführt hat, ist Dieter Jeschke bewusst. „Einige von uns werden die Fröhlichkeit nach der Krise wieder lernen und uns an einen strukturierten Tagesablauf gewöhnen müssen. Menschen sind soziale Wesen und brauchen Nähe, Berührungen und Kontakt mit anderen Menschen. Die Krise hat uns das genommen.“

Die Kollekte des Gottesdienstes wurde am Pfingstmontag für den Corona-Hilfsfonds verwendet, den die Gemeinde zu Beginn der Krise eingerichtet hat. Er hilft Institutionen, Vereinen, aber besonders Einzelpersonen aus Radevormwald, die von der Krise betroffen und durch sie in finanzielle Notlagen gerutscht sind. „Die Corona-Pandemie hat nicht nur gesundheitliche, sondern auch wirtschaftliche Folgen. Mit dem Hilfsfonds wollen wir unseren Beitrag zur Hilfe leisten“, sagt Gisela Busch, die Vorsitzende des Presbyteriums.

Geld für den Hilfsfonds wurde aber nicht nur über die Kollekte gesammelt, sondern auch über Bilder, kleine Kunstwerke und Seidentücher, die nach dem Gottesdienst zum Verkauf standen. Diese Gegenstände wurden der Gemeinde für den Hilfsfonds gespendet. „Künstler aus Radevormwald sind nach den Berichterstattungen auf den Hilfsfonds aufmerksam geworden und wollten helfen. Der Hilfsfonds ist ein niederschwelliges Angebot, das unter anderem alleinerziehenden Müttern geholfen hat“, sagt Dieter Jeschke.