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Radevormwald: Reaktionen auf Nominierung des CDU-Bürgermeisterkandidaten

Kommunalwahl in Radevormwald : „Fischer ein ehrenwerter Mensch“

Unterstützung durch andere Fraktionen zeichnet sich für CDU-Mann noch nicht ab.

Wie stehen andere Parteien in Rade zur nun verkündigen Nominierung von Jürgen Fischer zum Bürgermeisterkandidaten der CDU? Armin Barg, Sprecher der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), erklärt: „Wegen der Coronakrise sind unsere Kommunikationswege im Moment etwas begrenzt.“ Man hoffe, dass sich kommende Woche die Möglichkeit zu einem Gespräch der Fraktionsmitglieder ergebe. Dass Fischer als CDU-Kandidat im Gespräch sei, habe man schon seit geraumer Zeit gehört. Man kenne ihn als „ehrenwerten Menschen“, sagt Barg. „Aber bevor wir zu einer Entscheidung kommen, möchten wir natürlich gerne von ihm hören, was er so vorhat.“ Dass es im Moment schwierig sei, sich zusammenzusetzen und über das Vorgehen zu sprechen, erklärt auch Annette Pizzato, die Fraktionsvorsitzende der FDP. „Unsere Sitzung am Freitag wurde abgesagt, wir müssen uns noch eine Meinung darüber bilden, ob wir uns eine Unterstützung von Jürgen Fischer vorstellen können“, erklärt sie. Auf jeden Fall habe sie von ihm einen „positiven Eindruck“.

Dietmar Stark, der Vorsitzende der SPD, zeigt sich von der Nominierung von Jürgen Fischer nicht überrascht: „Der Name wurde ja Ende 2019 schon gehandelt.“ Dass es dann doch so lange gedauert habe, bis die Christdemokraten sich entschieden hätten, sei zumindest auffällig. Stark, dessen Partei sich für die Unterstützung von Amtsinhaber Johannes Mans entschieden hat, hält das Vorhaben von Jürgen Fischer, Stadtoberhaupt zu werden für „ambitioniert“. „Dass er für moderne Politik steht, habe ich bislang nicht sehen“, so Stark über den CDU-Mann. Ähnlich sieht es Grünen-Politiker Bernd Bornewasser, dessen Ortsverein ebenfalls den aktuellen Bürgermeister unterstützt. „Herr Fischer hat als CDU-Politiker zwar eine größere Affinität zu Umweltthemen als manche seiner Parteikollegen, aber ich glaube nicht, dass er für die Zukunft der Stadt der richtige Mann ist.“

Grundsätzlich sei es gut, dass es bei der Wahl auch einen Gegenkandidaten gebe, erklärt Rolf Ebbinghaus für die Alternative Liste (AL), die sich für Johannes Mans einsetzt. Er wundere sich ein wenig, sagt Ebbinghaus, dass der CDU-Kandidat nun so großen Wert auf die Haushaltskonsilidierung lege. „Das war ja nie ein großes Thema bei der CDU“, meint der AL-Fraktionschef. Vielmehr hätten die Christdemokraten in der Vergangenheit dazu beigetragen, dass die Finanzen der Stadt nun in der Schieflage seien.