Radevormwald: Ralf-Udo Krapp tritt als stellvertretender Bürgermeister zurück

Politik in Radevormwald : Ralf-Udo Krapp tritt als stellvertretender Bürgermeister zurück

Gut fünf Jahre hat Ralf-Udo Krapp das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters übernommen. Am Montag legte er sein Amt nieder.

Politisch bleibt es unruhig in der Bergstadt. Nach dem Wirbel um die Wahl des Ersten Beigeordneten Dr. Christian Klicki und dessen Rückzug, teilte am Montagmorgen Ralf-Udo Krapp mit, dass er nicht mehr stellvertretender Bürgermeister der Stadt Radevormwald ist. Der CDU-Ratsherr schreibt in einer Erklärung, dass er seinen Rücktritt zum 27. Januar eingereicht hat. Fünfeinhalb Jahre habe er das Amt bekleidet und in dieser Zeit viele Altersjubilare und Familien besucht, dabei die Glückwünsche der Stadt überbracht sowie interessante Gespräche geführt. „Hierzu zählten im ersten Jahr auch viele Veranstaltungen“, schreibt Krapp.

Mit Dr. Josef Korsten, Vorgänger von Johannes Mans als Bürgermeister, der ein anderes Parteibuch als er habe, habe er eine angenehme und ergänzende Zusammenarbeit gepflegt. „Diese hat sich aber mit dem jetzigen Amtsinhaber von Anfang an nicht ergeben“, schreibt Krapp. „Deshalb entwickelte sich bei mir über Jahre eine Erkenntnis, dass ich innerlich mit vielen Entwicklungen nicht mehr einverstanden war“, erläutert Krapp seine Entscheidung. Dabei sei dann auch seine Äußerung betreffend des nicht vollen Vertrauens zum Bürgermeister in der letzten Ratssitzung entstanden, schreibt der CDU-Ratsherr, der aber auch künftig Mitglied des Radevormwalder Stadtrates bleiben möchte. Das Fass zum Überlaufen gebracht habe schließlich das Verhalten von Bürgermeister Johannes Mans im Fall des mit Mehrheit gewählten Ersten Beigeordneten Dr. Christian Klicki.

Auch zur Personalpolitik im Rathaus hatte sich Krapp im Rat geäußert, so wie er das nach eigenen Angaben auch schon vor nicht ganz einem Jahr im Ältestenrat getan habe. „Aber die Fluktuation ging weiter. Viele Mitarbeiter der Verwaltung sind unzufrieden. Die Gründe dafür liegen bestimmt nicht nur bei den Verwaltungsangestellten“, vermutet Krapp. Kritik äußert er auch an der Sitzungsleitung von Bürgermeister Mans in den Ratssitzungen. Lange Wortbeiträge einzelner weniger Mitglieder führen seiner Ansicht nach zu enorm langen Sitzungszeiten. Mans’ Vorgänger habe die Sitzungen straffer geführt. Auch diese zeitintensiven Diskussionen hätten zu seiner Einstellung beigetragen. Die letzte Sitzung mit dem Bürgermeister, seiner zweiten Stellvertreterin und Krapp habe am 28. Oktober stattgefunden. Zwei weitere Termine in dieser Konstellation seien vom Amtsinhaber nicht wahrgenommen worden. Krapp gibt zu, dass sich in ihm viel Frust aufgebaut habe, den er aber Mans nicht in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt habe. Etwa seit anderthalb Jahren habe er mit dem Gedanken gespielt, das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters niederzulegen – zumal seine Einwände und seine Kritik auch im Ältestenrat auf wenig Verständnis stießen. „Da hat sich Mans immer verteidigt“, sagt Krapp.

Bürgermeister Johannes Mans reagierte am Montag wenig überrascht. „Der Rücktritt ist überfällig, konsequent und richtig. Denn wenn jemand aus dem politischen Raum einen amtierenden Bürgermeister in derart massiver Form angreift, ist der Rücktritt logisch“, sagte Mans. Insofern sei es sogar sein Wunsch gewesen, dass Krapp vom Amt des stellvertretenden Bürgermeisters zurücktritt. Denn die Vorwürfe seien völlig haltlos. In der Sache könne man durchaus unterschiedlicher Meinung sein, „aber diese Attacken waren beispiellos und beschreiben das Klima, das da gerade herrscht“, sagte Mans. Er bezeichnet den Vorgang als „Wahlkampfgetöse“.

Es gebe Menschen, die er in seinen bislang vier Jahren beruflicher Arbeit in Radevormwald nicht als Unterstützer und Ideengeber erlebt habe. Dabei habe er immer das offene Risiko gesucht, sich auch der ganz schwierigen Aufgaben angenommen. „Die Angriffe von Krapp in der Sache sind unbegründet, und das normale Maß an Anständigkeit weit überschritten“, findet Mans. Auch im Wahlkampf müssten die normalen wertschätzenden Tugenden gelten. „Man darf niemanden an den Pranger stellen nur aus wahltaktischen Gründen“, meint der Bürgermeister.

Das weitere Vorgehen werde er nun mit den Fraktionen besprechen. „Wir werden die Situation mit ruhiger Hand angehen. Und ich bin optimistisch, dass wir eine vernünftige Lösung finden“, sagte Mans. Das Thema werde sicher auf der Tagesordnung des nächsten Stadtrates am 18. Februar stehen.