Radevormwald: Politik berät über Maßnahmen gegen Schottergärten

Politik in Radevormwald : Ausschuss sucht Lösung für das Problem der Schottergärten

Wie kann man gegen unschöne Steingärten vorgehen, ohne gleich eine „Gartenpolizei“ einzuführen. Darüber berieten die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses. Am Ende fand man einen Kompromiss.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald Wie kann man gegen den Trend zu Stein- und Schottergärten vorgehen? Über die richtige Vorgehensweise berieten die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung in ihrer Sitzung am Donnerstag. Anlass war ein Antrag des Bergischen Naturschutzvereins in Radevormwald, der auf die negativen Folgen der leblosen Gärten für Insekten, Vögel und andere kleine Tiere hinwies – von der Ästhetik ganz zu schweigen.

Die Verwaltung hatte den Vorschlag präsentiert, künftige Bauherren auf jene Bestimmungen hinzuweisen, die besagen, dass ein bestimmter Teil einer Grundstücksfläche grün und unversiegelt bleiben muss. Kathi Hentzschel, Geschäftsführerin des Bergischen Naturschutzvereins, lobte diesen Vorstoß. Sie gab allerdings zu denken, dass Bestimmungen nur dann wirken können, wenn auch geprüft wird, ob sie eingehalten werden. Sie räumte allerdings ein, dass dies nicht einfach sei. „Wir wollen nicht, dass Nachbarn anfangen, sich gegenseitig bei der Verwaltung anzuschwärzen“, betonte Hentzschel.

Der Spagat zwischen den Interessen der Öffentlichkeit und den Rechten der Grundstücksbesitzer ist schwierig – das zeigte sich im Rahmen der Diskussion. Zudem, sagte der Ausschussvorsitzende Jürgen Fischer (CDU) verfüge die Verwaltung nicht über so viel Personal, das man ständig alle Gärten in der Stadt begutachten könne. „Könnten wir vielleicht Drohnen über die Gärten fliegen lassen?“, schlug Petra Ebbinghaus (AL) vor, erntete damit allerdings Kopfschütteln. Es war zu spüren, dass niemand in dem Gremium eine „Gartenpolizei“ ins Leben rufen wollte.

Bernd Bornewasser (Bündnis 90/Grüne) schlug schließlich vor, die Regelung der Verwaltung zu beschließen, mit der Ergänzung, dass ein jährlicher Bericht über den Stand der Dinge erstellt werden soll. Darauf konnten sich alle Mitglieder des Ausschusses einigen. Bornewasser regte zudem an, dass auch jene Grundstückseigentümer, die bereits gebaut haben, von der Stadt noch einmal auf die Bauvorschriften hingewiesen werden sollen.

Tatsächlich ist in Paragraf 8 der Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfalen festgelegt, dass die „nicht mit Gebäuden oder vergleichbaren baulichen Anlagen überbauten Flächen“ wasseraufnahmefähig zu belassen oder herzustellen und zu begrünen oder zu bepflanzen sind – es sei denn, es liegen besondere Erfordernisse vor.