Radevormwald: Otto Cords im Alter von 89 Jahren gestorben

Nachruf auf einen bekannten Radevormwalder : Otto Cords im Alter von 89 Jahren gestorben

Otto-Friedrich Cords ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Viele Male war er in der Dorfkirche Remlingrade zu Gast, übersetzte dort die Predigt – zuletzt im Juni.

Trauer um einen großen Freund und Unterstützer der Rader Mundart: Otto-Friedrich Cords ist am Freitag im Alter von 89 Jahren gestorben. Der ehemalige Disponent der Firma „Schürmann & Schröder“ und spätere Lehrer hielt bis zuletzt Vorträge. Cords war einer der letzten Radevormwalder, die die Mundart noch beherrschen. Viele Male war er in der Dorfkirche Remlingrade zu Gast, übersetzte dort die Predigt, zuletzt im Juni. Da hatte er auch den Wunsch geäußert, im Herbst eine weitere Predigt in Mundart zu halten. Dies ist ihm nicht mehr vergönnt gewesen.

Mitgestaltet hat Otto Cords in der Vergangenheit auch zahlreiche „Ruödsche Owende“ des MGV Hahnenberg, in deren Mittelpunkt alle zwei Jahre stets das Rader Platt steht. Cords hat außerdem maßgeblich am Mundartwörterbuch mitgearbeitet, das im Jahre 2001 erschien. Lange Jahre war er Mitglied im Bergischen Geschichtsverein.

Sein Werdegang war interessant: Nach der Realschule ging Cords in die Textilindustrie, besuchte die Textil-Ingenieurschule in Aachen und arbeitete bis 1967 als Kalkulator und Disponent. Da es der Textilindustrie an der Wupper schlecht ging, absolvierte Cords einen Vorbereitungskursus und unterrichtete ab 1968 ein Jahr lang eine zweite Klasse mit 50 Kindern an der GGS Wupper. Es folgten ein Studium in Köln und Fachseminare sowie 1971 das Erste und 1973 das Zweite Examen, schließlich 21 Jahre als Grundschullehrer. 1994 ging er in Pension. Von 1985 bis 1986 war er Vorsitzender der DLRG. Zu seinem Hobby zählte immer auch die Fotografie, gerne zeigte er Bilder aus seinem Fundus wie seine Dias vom Bau der Wupper-Talsperre. Zu seinem 80. Geburtstag schrieb die BM im Mai 2010: „In seinen lebendigen und beliebten Vorträgen tauchen immer viele alte Rader Namen und Anekdoten auf, die bei älteren Zuhörern zum ‚Weißt Du noch?’ anregen.“

Große Bestürzung auch beim Heimat- und Verkehrsverein (HVV): „Otto Cords ist ganz, ganz plötzlich gestorben“, sagte die Vorsitzende Ursula Mahler. Dabei habe er noch so viele Pläne gehabt. Schon bald wollte er mit dem Partnerschaftskomitee zu einer Tagestour nach Maastricht aufbrechen. „Seinen 90. Geburtstag im Mai 2020 hat er auch schon geplant“, sagte Mahler. Sie sei sehr betroffen über den Tod von Otto Cords, der immer so fit gewesen sei. „Wir haben uns auch menschlich gut verstanden, ein guter Freund ist gegangen“, sagte sie. Für den HVV sei der Tod von Cords ein großer Verlust, überhaupt für Radevormwald und die Mundart, die Otto Cords so gut sprechen konnte. „Er war nicht einfach nur Mitglied im HVV, sondern er gehörte zu uns“, sagte Mahler. So ändere sich das Leben von jetzt auf gleich.

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