Weihnachtsmarkt in den Wupperorten Neustart für den kleinen, feinen Adventsmarkt

Radevormwald · Nach langer Zwangspause kehrte am Samstag der Adventsmarkt an der Wupper, unter einem neuen Träger, für die 20. Jubiläumsauflage zurück. Um das Gemeindehaus der evangelischen Kirche Remlingrade-Dahlerau in Herkingrade flossen Tränen der Freude und Trauer.

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Adventsmarkt in den Wupperorten

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Foto: Cristina Segovia-Buendía

Vor 22 Jahren von der Kolpingfamilie St. Josef ins Leben gerufen, hat sich der Weihnachtsmarkt an der Wupper zu einem echten Publikumsmagneten entwickelt. Ein kleiner aber feiner Markt, rund um das Gemeindehaus in Herkingrade, aufgebaut und durchgeführt von zahlreichen Ehrenamtlern, Vereinen und Organisationen der Wupperorte, allein für den guten Zweck: Die Kolpingfamilie, die freie evangelische Gemeinde, die Fördervereine von Haus Thiele, der Wuppermäuse und die Gemeinschaftsgrundschule Wupper, die Freiwilligen Feuerwehren Remlingrade und Herkingrade, sowie die katholische Jugend, das Deutsche Rote Kreuz und der TuSpo Dahlhausen sowie der Posaunenchor Remlingrade waren schon immer Teil dieses besonderen Ereignisses. In den vergangenen zwei Jahren musste der Markt pandemiebedingt ruhen.

Für den Neustart in diesem Jahr holte sich die Kolpingfamilie Unterstützung vom Bürgerverein für die Wupperorte, der erstmals als Träger des weihnachtlichen Events in Herkingrade auftrat. „Mit fremden Federn schmücken“, sagte Vorsitzender Marcus Riese, wolle er sich nicht. Der Erfolg des Adventsmarktes in den Wupperorten ruhe auf vielen Schultern. Durch die Zusammenlegung ihrer Gemeinde, die sonst als Träger des Marktes auftraten, wurde es für die Kolpingfamilie schwierig, das kleine Fest, mit enormer Resonanz, selbst zu stemmen. Lydia Moser von der Kolpingfamilie St. Josef und dem Organisationsteam des Adventsmarkts freute sich über die Zusage des Bürgervereins und am Samstag über die vielen Besucher, die regelrecht zum abgelegenen Gemeindezentrum pilgerten. Auf der Landstraße in Richtung Schwelm reihten sich die Autos wie wie an einer gigantischen Perlenkette auf. Auf dem Platz selbst herrschte am frühen Nachmittag schon reichlich Trubel.

Neben all der Freude, über die Rückkehr des traditionellen Adventsmarktes aber, herrschte auch ein wenig Trauer und Wehmut. Zur Eröffnung legte Marcus Riese eine Schweigeminute für den erst am Vortag plötzlich verstorbenen Armin Barg ein. Ein engagierter Bürger der Stadt, mit zahlreichen Ehrenämtern, darunter auch im Vorstand des Bürgervereins. Ein herber Verlust für den Verein, wie Riese feststellte. „Ersetzen können wir Armin nicht.“ Dem Verein habe er stets mit seinem sehr fundierten Fachwissen geholfen, sei immer ansprechbar und aktiv gewesen. Die Wupperorte lagen Barg immer am Herzen. Auch der Neustart des Adventsmarkts hätte ihm gefallen, sind sich seine Weggefährten sicher.

Vor den hübsch geschmückten Buden herrschte Geselligkeit. Menschen, die sich endlich wieder ohne Restriktionen in die Arme fielen, herzlich begrüßten. „Es ist schön, ein Lächeln im Gesicht der Menschen zu sehen“, freute sich Riese. Auch Moser zeigte sich angesichts der erfreulichen Resonanz gerührt. Erstmals nahm auch die ukrainische Gemeinde, bestehend aus vielen geflüchteten Frauen, am Adventsmarkt teil. „Es ist einfach beeindruckend, mit wie viel Engagement sie sich beteiligen“, stellte Riese anerkennend fest. Ein traditionelles Nationalgericht, eine Suppe mit Maultaschen, verkauften die Frauen hier ebenfalls für den guten Zweck. „Die Einnahmen werden für Prothesen für kriegsgeschädigte Kinder gespendet“, berichtete Moser. Eineinhalb Tage lang hätten die Frauen ihre Holzbude geschmückt, mit selbstgebastelten weihnachtlichen Anhängern, viel Tannengrün und Lichterketten. „Sie haben sogar die gesamte Bude von innen mit Weihnachtspapier verkleidet“, berichtete der Bürgervereinsvorsitzende.

Die ukrainische Gemeinde stellte beim Adventsmarkt ihr Krippenspiel vor.

Die ukrainische Gemeinde stellte beim Adventsmarkt ihr Krippenspiel vor.

Foto: Cristina Segovia-Buendía

Ein weiterer Höhepunkt, neben dem traditionellen Auftritt des Remlingrader Posaunenchors, war in diesem Jahr das Krippenspiel, das die ukrainische Gemeinde vorführte – mit viel Tanz und Musik. „Es ist einfach schön, dass es wieder stattfindet und man wieder so viele bekannte Gesichter an einem Ort treffen kann“, freute sich Besucherin Steffi (38). Sie habe den Adventsmarkt in den Wupperorten sehr vermisst. „Er ist halt etwas Besonderes, nicht wirklich groß, aber familiär, und wenn man in den Wupperorten wohnt, ist der Besuch einfach ein Muss.“

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