Radevormwald: Neujahrskonzert des Feuerwehrorchesters

Feuerwehrorchester in Radevormwald : Schwungvoller Start in 2020

Das traditionelle Neujahrskonzert des Feuerwehrorchesters war wieder einmal ein großer Magnet für alle Musikfreunde.

Die Finger trommeln zu jeder Gelegenheit auf seinem Lenkrad, wenn er in seinem Auto sitzt, bekennt er. Gestern jedoch tauschte Jerome Muratovic sein „Instrument“ ausnahmsweise einmal mit den Schlägeln eines Xylophons. Mit vermutlich ähnlicher Geschwindigkeit, Präzision und Leidenschaft spielte das Mitglied des Feuerwehrorchesters beim diesjährigen Neujahrskonzert sein großes Solo. Mit dem Rücken teils zum Publikum stehend ließ sich der junge Mann auf einen Wettkampf mit Noten ein, den er letztlich auch gewann.

Das Stück „Galopp“ aus der Oper „Wilhelm Tell“, vertont von Gioachino Antonio Rossini, riss die Zuhörer förmlich mit und ließ sie durch die Schnelligkeit mitfiebern. Jerome Muratovic, der seit 14 Jahren die unterschiedlichsten Schlaginstrumente beim Orchester spielt, wurde bei seinem grandiosen Musikeinsatz von Marcus Strunk und Marcel Nickisch dezent in Hintergrund auf Schlaginstrumenten begleitet. „Vor einigen Jahren haben wir dieses Stück schon einmal präsentiert, aber in leichterer Ausführung. Heute nun wurde es gespielt, wie es der Komponist vorgesehen hat“, sagte Jerome Muratovic. Weitere Musik „im großen Stil“ und von großen Künstlern geschrieben ließen den Auftritt des Feuerwehrorchesters zu einem bunten „Frühjahrskonzert“ werden. 45 Musiker zeigten ihr Können an den unterschiedlichen Instrumenten und überbrachten damit sehr unterhaltend und abwechslungsreich die guten Wünsche zum neuen Jahr.

Federico Ferrari gab seinem Orchester wieder sehr temperamentvoll den Takt vor und ließ keinen Zweifel daran, dass hier eine große Leidenschaft zur Orchestermusik bewiesen wurde. Schon die Auswahl der Stücke zeigte viel Fingerspitzengefühl vom Orchesterleiter. Die unterschiedlichsten Musikrichtungen wurden zu einem Konzert verknüpft. „Wir haben Klassik dabei und auch viel Modernes“, so Stefan Biermann. Zusammen mit Birgit Bernhard bildete er wieder ein Moderatoren-Duo, das es verstand, heiter und informationsreich durchs Programm zu führen. So erlebten die Zuhörer die „Blue Ridge Saga“ als eine Reise durch die schöne Landschaft der Mountains von North Carolina. Russische Melancholie, heitere Walzer- und Polka-Fröhlichkeit wie auch spannende Filmmusik prägten das Konzert. „Moment for Morricone“ war ein Ohrwurm, wie zuvor auch die „Polonaise in Es“ von Antonin Dvorak. Der „Walzer No.2“, komponiert von Dimitri Schostakowitsch, bestach mit seiner hervorragenden Harmonie und ließ viele Köpfe im Takte wiegen. Ebenso flott klang die Tritsch-Tratsch-Polka von Johann Strauß, ebenso der Marsch „Mars de Medici“.

„Die Musik ist einfach nur großartig“, schwärmte Eberhard Gradke. Er komme zu jedem Neujahrskonzert, obwohl er seit langer Zeit schon nicht mehr in Radevormwald lebt. „Wir haben einige Stücke lange nicht mehr gespielt. Diese sind somit für die aktuelle Orchesterbesetzung eine Premiere“, sagte Biermann.

Nur zwei Monate hatte das Orchester Zeit, ein Neujahrskonzert zu erarbeiten. Dies gelang mit Bravour. Lang anhaltender Applaus forderten noch eine Zugabe. „Stars & Stripes forever“ von John Philip Sousa wurde zu einem musikalischen Feuerwerk wie auch der bekannte Radetzky-Marsch.