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Radevormwald: Neuer Kämmerer äußert sich zu Stadtfinanzen

Haushalt von Radevormwald : Neuer Kämmerer analysiert Lage der Stadtfinanzen

In der Ratssitzung erläuterte Simon Woywod, der seit August Beigeordneter der Stadt ist, welche Belastung die Corona-Pandemie für den Haushalt bedeutet und wie er die Zukunft der Rader Finanzen sieht.

Der neue Kämmerer der Stadt, Simon Woywod, hat in der Ratssitzung am Mittwoch über die finanziellen Belastungen des Haushaltes durch die Corona-Krise und die generelle Situation der Finanzen von Radevormwald informiert. Insgesamt sei der Haushalt durch die Pandemie mit rund 3,7 Millionen Euro belastet worden.

Ein großer Teil davon sind die Entwicklung bei der Gewerbe- und die Rückgänge an der Einkommens- und der Umsatzsteuer. Aber auch die Ausfälle von Elternbeiträgen (147.000 Euro) und die Anschaffung von Desinfektionsmitteln, Schutzmasken und anderen Hygienevorrichtungen (154.174 Euro) schlägt zu Buche.

Mit einer kurzen Präsentation gab Woywod dann einen Überblick der Haushaltslage. Auch hier zeigt sich, dass der Ansatz von 14,9 Millionen Euro bei der Gewerbesteuer im Haushalt 2020 nach jetzigem Stand (etwa 12,6 Millionen Euro) nicht erreicht wird. Die Planbarkeit für die kommenden Jahre sei schwierig. „Leider liegen uns noch keine konkreten Aussagen des Landes vor“, erklärte Simon Woywod. Die konjunkturellen Rahmenbedingungen müssten abgewartet werden.

Zum Thema Ermächtigungsübertragungen erklärte Woywod, dass diese auf das absolut Notwendige reduziert werden sollten. Eventuell müsse man sie für 2021 neu anmelden. Beim Zinsniveau sei es so, dass die Stadt „noch ein kleines bisschen Geld mit Krediten“ verdiene, doch sei mittelfristig nicht zu erwarten, dass das Zinsniveau aufgrund der Corona-Krise steigen werde.

Oberste Priorität der städtischen Finanzpolitik müsse es sein, den Eigenkapitalverzehr aufzuhalten. „Radevormwald läuft ansonsten Gefahr, dauerhaft in der Haushaltssicherung zu verbleiben“, warnt der neue Kämmerer. Einer Überschuldung in den nächsten Jahren müsse man deutlich entgegentreten.

Die Probleme der Stadt bei der Gewerbesteuer hatten sich bereits vor der Corona-Krise durch Einbrüche angekündigt. Der Rat hatte eine Erhöhung der Steuerhebesätze ab dem kommenden Jahr beschlossen.