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Radevormwald: Neuer historischer Kalender für 2022 ist da

Historische Bilder aus Radevormwald : Impressionen aus einer versunkenen Welt

Karl Schmidt hat wieder interessante historische Bilder für den Radevormwalder Kalender ausgewählt. Bei der Auflage für das Jahr 2022 sind auch einige Postkarten dabei.

Seit Jahren findet er verlässlich in vielen Häusern in Radevormwald seinen Platz an der Wand: der Kalender „Historische Ansichten von Radevormwald“. Heimatkenner Karl Schmidt sucht die Motive aus, die von der Kalender-Manufaktur im niedersächsischen Verden dann veröffentlicht werden. Und bislang sind dem 88-Jährigen die Bilder noch nicht ausgegangen, obwohl das Kalender-Projekt nun schon ins siebte Jahr geht.

Bei der Auswahl stützt sich Schmidt auf den Fundus des Heimatmuseums. Für das Exemplar im kommenden Jahr hat er neben historischen Fotos aus der jüngeren und fernen Vergangenheit auch Postkarten ausgewählt.

Eine besonders schöne Karte, bereits mit Farbdruck, zeigt das alte Hotel zur Post von Richard Fasbender. „Man kann sehen, dass die Karte aus der Zeit vor 1903 stammt“, sagt Karl Schmidt. „In diesem Jahr erhielt die katholische Kirche den höheren Turm.“ Auf der Karte ist noch der alte zu sehen.

 Diese Postkarte zeigt Motive aus Kräwinklerbrücke  – der Ort liegt nun unter der Oberfläche der Wupper-Talsperre.
Diese Postkarte zeigt Motive aus Kräwinklerbrücke  – der Ort liegt nun unter der Oberfläche der Wupper-Talsperre. Foto: Heimatmuseum Radevormwald

Ebenfalls schon mehr als 100 Jahre alt ist eine Karte aus dem Jahr 1912. Über den Zeilen in deutscher Schrift „Liebe Schwester! Die langersehnte Karte habe ich heute Mittag erhalten ...“ sind alte Ansichten der Burg- und der Kaiserstraße zu sehen.

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Wehmütig werden manche Wupperaner die Postkarte betrachten, die Motive aus der untergegangenen Ortschaft Kräwinkel zeigt – darunter auch das Jung-Stilling-Haus, das zum Glück gerettet und am Gut Hungenbach bei Kürten wieder original aufgebaut werden konnte.

 Eine Postkarte aus der Zeit vor 1903 – das Haus in der Mitte gibt es noch an der Einmündung der Blumenstraße in die Kaiserstraße.
Eine Postkarte aus der Zeit vor 1903 – das Haus in der Mitte gibt es noch an der Einmündung der Blumenstraße in die Kaiserstraße. Foto: Heimatmuseum Radevormwald

Ebenfalls verschwunden aus dem Ortsbild ist der alte Wasserturm, nach dem jedoch noch heute eine Straße im Osten der Stadt benannt ist – er ist auf dem Kalenderblatt für November zu sehen.

Eine weitere Straße in der Stadt ist nach einem Turm benannt, den es inzwischen nicht mehr gibt – die Telegrafenstraße. Der optische Telegraf wurde 1833 bis 1849 eingesetzt, auf der Linie Berlin bis Koblenz. Die Station in Radevormwald war eine von insgesamt 62. Später befand sich hier ein beliebtes Ausflugslokal, das aus naheliegenden Gründen „Restaurant Telegraph“ genannt wurde. Auch dazu ist im Kalender für 2022 eine hübsche Postkarte zu sehen, als Motiv für den Juni. Die Telegrafenstraße und die Ortslage Am Telegraf erinnern noch heute an diese Form der Fern-Kommunikation.

Die Auswahl berücksichtigt verschiedene historische Epochen. Bilder aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sind zu sehen, der Radevormwalder Bahnhof im Schnee vor der Einstellung des Schienenverkehrs im Jahr 1976 und ein Foto, das an ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der reformierten Kirchengemeinde erinnert: Im Jahr 1925 kamen neue Glocken für den Kirchturm. Und wie das Foto zeigt, war das Interesse bei den Einwohnern gewaltig. Eine große Menge begrüßte den feierlichen Einzug der Glocken.