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Radevormwald: Neue Hilfe zwischen Schule und Beruf

Kinder- und Jugendtreff Auf der Brede : Ein neues Gesicht für das „Life“

Kevin Cords ist der neue Ansprechpartner für die aufsuchende Hilfe des Jugendtreffs. Er vermittelt zwischen Schule und Ausbildung. Wenn er sich nicht mit Jugendlichen oder Eltern trifft, pflegt er seine Kontakte zu den Firmen.

Kevin Cords ist in Radevormwald sehr gut vernetzt – und das hilft ihm, die neue aufsuchende Hilfe des Kinder- und Jugendtreffs „Life“ auf der Brede mit Leben zu füllen. Seit Mai arbeitet der 25-Jährige fürs Jugendamt der Stadt und hat sein Büro auf der Brede. Die aufsuchende Hilfe ist für diesen Standort, aber auch für Rade insgesamt, eine neue Stelle, die es in der Vergangenheit noch nicht gab. „Ich habe das Konzept mit aufgebaut und mir Gedanken darüber gemacht, wo Hilfe und Unterstützung benötigt werden. Ich kümmere mich darum, dass der Übergang zwischen Schule und Berufsleben oder Weiterbildung gelingt“, sagt Kevin Cords. Er hat sein Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium gemacht und im Anschluss Sonderpädagogik studiert. Die erste Stelle nach seinem Studienabschluss in seiner Heimatstadt anzutreten, ist für ihn die richtige Aufgabe. „Ich kenne die Unternehmen, Schulen und Strukturen der Stadt, das hilft mir sehr“, sagt er.

Peter Horn, Leiter des Jugendamtes, weiß, dass viele Brüche im Lebenslauf oder die Biografie junger Menschen bei den Übergängen zwischen Schule und Berufsleben entstehen, weil sie bei diesen Schritten zu wenig Unterstützung erfahren. Die aufsuchende Hilfe hilft genau an dieser Stelle. „Das Angebot richtet sich nicht nur an Schüler der Sekundarschule oder der Armin-Maiwald-Schule, sondern auch an die der Realschule oder des Gymnasiums“, sagt er. Über die ersten Erfolge freut Peter Horn sich sehr. „Durch Kevin Cords wurden schon zwei Azubis erfolgreich vermittelt, und wir haben einige Fälle, bei denen sich Schüler aktiv an ihn gewendet haben. Das Angebot wird langsam bekannter.“

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In der Arbeitszeit, in der sich Kevin Cords nicht direkt mit Jugendlichen oder ihren Eltern auseinandersetzt, pflegt er den Kontakt zu den Unternehmern aus Radevormwald. Die sind teilweise jahrelang auf der Suche nach dem richtigen Auszubildenden. Der Fachkräftemangel ist immer noch präsent. „Wie viele berufliche Möglichkeiten Radevormwald bietet, wissen die meisten Schüler überhaupt nicht. Die meisten kennen ihre Heimatstadt nicht besonders gut und denken, sie müssen die Stadt wechseln, um einen tollen Ausbildungsplatz zu finden. Das ist nicht so.“

Um dieses Wissen zu vermitteln, arbeitet Cords auch an der Organisation des Tages der Ausbildung mit, damit der Bewerbermarkt noch besser gesteuert werden kann. Neben der Vermittlung zwischen Schulabsolventen und Ausbildern, bietet er auch Sprechstunden in den Schulen an und ist in den Betrieben unterwegs. „Für die Unternehmen ist es auch gut zu wissen, dass ich neben den Schulen, den Ausbildern und Eltern ein Auge auf die Azubis habe und ihnen zum Beispiel bei der Vorbereitung auf Prüfungen oder Gespräche helfe“, sagt er. Sein Hilfeangebot passt er immer auf denjenigen an, der sich an ihn wendet. Es kann sich also um eine langfristige Begleitung oder um ein einmaliges Gespräch handeln, um Nachhilfe für Prüfungen oder die Berufsschule oder ein Orientierungsgespräch für die Zukunft. „Die Probleme der Jugendlichen sind vielseitig – und darauf muss ich eingehen.“

Kevin Cords arbeitet im Kinder- und Jugendtreff „Life“ zusammen mit Jochen Pries und einer Kollegin. Eine halbe Stelle, die bis Ende 2020 befristet ist, ist vakant. „Toll wäre eine pädagogische Fachkraft oder ein Erzieher, der sich um die Eltern des Quartiers kümmert und sie niederschwellig anspricht“, sagt Horn. Die neuen Stellen für den Jugendtreff sind Teil der Fördermaßnahme „Starke Quartiere, starke Menschen“.