Radevormwald: Neue Attraktion im Wülfingmuseum

Interaktive Landkarte : Neue Attraktion im Wülfingmuseum

Eine Landkarte, auf der die Wupper die Hauptrolle spielt, in einem ganz neuen Licht: Peter Dominick platzierte 24 Lichter als Standortmarkierungen für die ehemaligen Industriewerke zwischen Hückeswagen und Beyenburg.

Der Ausschnitt der Landkarte eines Gebietes entlang der Wupper misst drei Meter in der Breite. Platz genug, um all die vielen Industriewerke zwischen Hückeswagen und Wuppertal-Beyenburg aufzuzeigen. Peter Dominick, Elektromeister und Mitglied des Museumsvereins Tuchstadt Wülfing, setzte seine Idee zu einer interaktiven Landkarte in die Tat um. Samstagnachmittag präsentierte er das hochmoderne Stück im hinteren Ausstellungsraum des Museums mit erkennbarem Stolz.

„Die Idee dazu kam mir schon im Jahr 2000“, erzählte er. Damals sei eine Fotoausstellung über die Industriedenkmäler entlang der Wupper im Wülfingmuseum sehr erfolgreich gelaufen. Sogleich freundete er sich damit an, eine Landkarte der Wuppergebiete aus dem Jahr 1895 sowie Freude an der Technik und am Experimentieren zu verbinden. „Die Karte sollte mit kleinen Lämpchen so präpariert werden, dass sie genau den Standort eines jeden Werkes zeigt. Dazu wünschte ich mir die Möglichkeit, Informationen über die Geschichte des Werkes per Knopfdruck jedem Museumsbesucher zu geben“, sagte Dominick. Die alte Landkarte wurde neu gedruckt und aufgezogen, die elektronischen Feinarbeit sogleich umgesetzt.

Ein Sponsor stellte einen Computer zu Verfügung, damit alles Wissen über die Firmen mit dem jeweiligen richtigen Lämpchen verbunden werden konnte. Diese Knösterarbeit dauerte bis ins Jahr 2006. „Mal wurde die Landkarte gezeigt, mal verschwand sie wieder in einer Ecke und wurde dann auch glatt vergessen“, sagte der Tüftler. Die interaktive Karte fristete ein trauriges Dasein im Museum. „Nach dem Umbau des Museums 2010 geriet sie gänzlich in Vergessenheit“, erinnert sich Peter Dominick. Erst kürzlich dachte er wieder an die Karte und nahm sich ihrer erneut an. Inzwischen hatte die Landkarte und deren Technik schon einige Schäden davongetragen. „Eine Spezialfirma für diesen Fall verlangte für eine Reparatur eine riesige Summe“, erzählte er. Kosten, die er nicht hätte aufbringen können. „Da habe ich erneut getüftelt und mit Hilfe kleiner Ersatzteile die Landkarte wieder zum Leben erweckt“, sagte er. Nun soll sie ein besseres Dasein im Museum haben, beschloss der Vereinsvorstand. An einem gut sichtbarem Platz wurde sie am Samstagnachmittag im Kreise einiger Vereinsmitglieder und geladener Gästen ihrer Bestimmung übergeben.

Jetzt leuchtet ein Lämpchen für jedes einzelne Industriedenkmal an der Wupper. 23 Werke sind heute Geschichte, ein Werk aber, GKN Sinter Metals in Krebsöge, trotzt bis heute dieser eher traurigen Bilanz. Jeder Museumsbesucher kann ab sofort die interaktive Landkarte kinderleicht betätigen und erhält somit präzise geschichtliche Informationen.

„Die interaktive Landkarte wird vermutlich viele Besucher ansprechen, besonders die Schulkinder“, sagte Peter Dominick.

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