1. NRW
  2. Städte
  3. Radevormwald

Radevormwald: Naturkost wird geliefert

Regionale Produkte in Radevormwald : Ein Lieferservice für Naturkost

Die „Biokiste“ des Hofs Kotthausen liefert regionale Lebensmittel direkt vor die Haustür. Die Produkte werden immer beliebter, denn die Kunden schätzen die nachvollziehbare regionale Herkunft.

600 Haushalte im Bergischen Land erhalten jede Woche Lebensmittel aus der „Biokiste“. Der Lieferservice, ein integrativer Betrieb der Hofgemeinschaft Kotthausen an der Stadtgrenze von Radevormwald und Wuppertal, nicht weit von der Ortschaft Walbrecken, arbeitet mit diesem Pensum an seiner Auslastungsgrenze.

Seit Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr ist der Lieferservice besonders stark nachgefragt, aber der Boom von regionalen Lebensmitteln wurde dadurch eigentlich nur verstärkt. Denn das Interesse an Lebensmitteln aus der nahen Umgebung gibt es schon deutlich länger. Die „Biokiste“ gibt es seit 2005. „Die ersten Lieferdienste von regionalen Produkten gab es in Deutschland bereits in den 1990er-Jahren. Allerdings werden Lebensmittel mit kurzen Lieferketten immer beliebter. Die Menschen werden bewusster“, sagt Uwe Weber, einer der Mitarbeiter der „Biokiste“.

Auf dem Hof Kotthausen werden die Lieferungen gepackt und damit Lebensmittel, die aus eigenem Anbau kommen oder von Höfen aus der Region angekauft werden. „Wir bauen einen kleinen Teil der Lebensmittel selber an. Obst und Gemüse kommt aber auch aus Solingen, und wir arbeiten mit Weiling, einem Naturkost-Großhändler aus Coesfeld zusammen“, sagt Uwe Weber.

  • Für „Brüdergeist“ werben Ole, Timo und
    Start-up „Brüdergeist“  zieht erste Bilanz : „Tante Dele“ ist jetzt eine Marke
  • Uwe Neuhaus.
    Medienbericht : Uwe Neuhaus soll sich als Preußer-Nachfolger bereithalten
  • Beim verkaufsoffenen Sonntag war die Innenstadt
    Einkaufen in Ratingen : Das Weihnachtsgeschäft läuft gut an

Die biozertifizierten Lebensmittel werden allerdings nicht nur über die offiziellen Kontrollen geprüft. Viel wichtiger sind persönliche Beziehungen zu den Händlern und Landwirten. „Durch enge Geschäftsbeziehungen entsteht ein Vertrauensverhältnis. Wir liefern hochwertige Produkte. Monitoring wird in der Lebensmittelbranche immer wichtiger, und die Verbraucher wollen darüber informiert werden“, berichtet Weber.

Die regionale Produktauswahl ergänzt die „Biokiste“, je nach Saison mit Obstsorten aus dem europäischen Ausland. Länger als von Spanien nach Deutschland sind die Lieferketten aber nicht. Das Augenmerk liegt auf einem saisonalen Sortiment. Die Eier, die auf dem Hof Kotthausen weiterverkauft werden, kommen aus Wuppertal-Beyenburg.

Die Kunden, die einen Teil ihrer Lebensmittel über die „Biokiste“ beziehen, legen Wert darauf, den Ursprung ihrer Nahrung zu kennen. Das ist eine Frage von Qualitätsanspruch, Vertrauen und Umweltbewusstsein. Die meisten bestellen aus Überzeugung, andere nutzen den Lieferdienst aus Zeitmangel oder weil sie selber nicht mehr einkaufen gehen können. Der Gedanke der Nachhaltigkeit schwingt aber immer mit. „Wir liefern die Lebensmittel in Pfandkisten, um Müll zu reduzieren. Bei Bio-Produkten, besonders bei Molkereiprodukten, aber mittlerweile auch bei Brotaufstrichen, werden Pfandbehälter immer beliebter“, sagt Uwe Weber.

Kunden aus Radevormwald, Hückeswagen, Wermelskirchen oder Burscheid müssen außerdem oft lange zu einem Supermarkt fahren und finden den Lieferdienst praktisch. „Manche Menschen, die zum Beispiel in der Stadt leben, haben kein eigenes Auto und machen sich so das Einkaufen leicht“, sagt Weber.

Die Transparenz über Lieferketten und Produktionsweisen liegt im Trend. Denn die biologische Ernährung entwickelt sich zu einem Lebensstil, der sich immer weiter verbreitet. „Unsere Kunden kommen eigentlich aus allen Altersstrukturen und Einkommensverhältnissen. Es sind Familien, aber auch Singlehaushalte und Senioren“, sagt Uwe Weber.