1. NRW
  2. Städte
  3. Radevormwald

Radevormwald: Naturkenner sehen keine Gefahr durch Wölfe

Wildtiere in Radevormwald : Naturkenner sehen keine Gefahr durch Wölfe

Angesichts der Wolfssichtungen im Stadtgebiet raten Naturfilmer Ralf Steinberg und sein Weggefährte Eckhard Kartheuser zur Gelassenheit. Die Tiere bilden für Menschen keine besondere Gefahr.

Naturfilmer und Naturschützer Ralf Steinberg hat die Berichterstattung in der Bergischen Morgenpost zu den Wolfsichtungen in Radevormwald verfolgt. Er nimmt nun Stellung zu dem Thema. Er hat Bilder von den Rehen gesehen, die in den Revieren Böhlefeldshaus und Hinüber, gerissen wurden. Jäger der Hegegemeinschaft haben die Vermutung geäußert, dass es sich um Wolfsrisse handeln könnte. Nachgewiesen ist das nicht.

Ralf Steinberg vermutet Wildschweine hinter den ausgeweideten Tieren. „Beide Rehe wurden kurz nacheinander gefunden und nicht auf die DNA von Wölfen untersucht. Es gab auch keine Spuren an der Kehle oder dem Hals, die auf Wölfe hinweisen würden. Es ist naheliegender, dass sich die Rehe nach einem Verkehrsunfall weitergeschleppt haben und dann von Wildschweinen oder Füchsen ausgeweidet wurden“, sagt Steinberg. Ihm ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass Menschen keine Angst vor Wölfen haben müssen. Auch, wenn sie in Radevormwald nachweislich gesichtet wurden. „Vor drei Jahren wurde bereits ein Wolf in Radevormwald gesichtet. Und auch die Sichtung im November, von der berichtet wurde, halte ich für möglich.“

  • In Alpen wurde ein Video von
    Wieder Sichtung bei Issum : Issums Wolf jetzt in Alpen?
  • Sind die ersten Wölfe nun auch
    Raubtiere in der Region auf dem Vormarsch : Wölfe nun auch in Radevormwald gesichtet
  • Genau hier ist es passiert: auf
    Von Tieren umzingelt : Joggerin aus Bruckhausen läuft in Wolfsrudel

Ralf Steinberg hat sich mit seinem Freund Eckhard Kartheuser über die Wolfsichtungen in Radevormwald ausgetauscht. Er kommt aus dem Harz, hat lange als Tierpfleger mit Wölfen gearbeitet und ist selber Jäger. „Es gibt keinen Nachweis von einem gesunden, wilden und frei lebenden Wolf, der Menschen angegriffen hat. Wölfe sind scheu“, sagt Eckhard Kartheuser. Er hat auch Erfahrungen mit Stromzäunen und Wölfen gemacht. „Wenn Stromzäune korrekt mit einer durchlaufend hohen Spannung gebaut werden, hält sich der Wolf von ihnen fern. Er spürt die Gefahr“, sagt der Wolfsexperte. Das Problem bei Zäunen, die Nutztiere vor Wölfen schützen sollen, sei oft ihr lückenhafter Bau mit zu wenig Spannung. „Innerhalb eines Zauns reißt der Wolf dann meistens alle Tiere. Das hat nichts mit einem ‚Blutrausch‘ zu tun, sondern ist ein natürlicher Reflex des Wolfes. In der freien Natur könnten die Tiere fliehen, innerhalb eines Zauns sind die Tiere gefangen und dem Wolf ausgeliefert.“

Um Nutztiere vor Wolfsrissen zu schützen sei ein richtig erbauter Stromzaun essentiell. „Man braucht keine Angst vor dem bösen Wolf zu haben, denn den gibt es nicht. Problemwölfe sind menschengemacht“, sagt Eckhard Kartheuser.

Ralf Steinberg warnt, genauso wie die örtliche Hegegemeinschaft davor, Wölfe oder Wildtiere zu füttern. Damit begännen nämlich oft die Probleme zwischen Tieren und Menschen.

(trei)