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Radevormwald: Namenssuche für Sekundarschule startet neu

Sekundarschule in Radevormwald : Gemeinsam auf der Suche nach neuem Schulnamen

Nach dem Scheitern im ersten Anlauf beginnen Politik und Sekundarschule nun einen neuen Versuch, einen Namen zu finden. Eine lebende Person will man nach den Erfahrungen mit Malala Yousafzai nicht wählen.

Vor zwei Jahren schien alles klar zu sein – die Sekundarschule sollte künftig „Malala-Yousafzai-Schule“ heißen. Doch zum einen hatte sich die Politik vom Vorschlag aus der Schule ein wenig überrumpelt gefühlt, wobei die Entscheidung schließlich vom Rat gebilligt worden war – und zum anderen war der Kontakt zur Friedensnobelpreisträgerin aus Pakistan schlicht nicht herzustellen. „Bei noch lebenden Persönlichkeiten hätte deren Einverständnis eingeholt werden müssen. Das war aber tatsächlich nicht möglich“, sagte Schulleiterin Sandra Pahl.

Direkt nach der Kommunalwahl im Vorjahr habe der Schulausschuss das Thema Namensfindung daher wieder auf die Agenda gesetzt – und gemeinsam mit der Sekundarschule einen neuen Prozess gestartet, ergänzte Dejan Vujinovic, Schulausschussvorsitzender und CDU-Fraktionschef. Beide Seiten seien froh darüber, dass bislang unbefriedigende Prozess nun beendet sei. „Frau Pahl hat einen sehr guten, offenen und transparenten Prozess entwickelt, der schon in der kommenden Woche starten soll“, sagte Vujinovic.

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Demnach könne die ganze Schulgemeinschaft, alle Eltern sowie die Radevormwalder Politik anonym über die Software Edkimo Namensvorschläge einreichen. Diese würden voraussichtlich bis Ende Oktober gesammelt und dann einem Arbeitskreis aus drei Schulvertreter sowie dem Schulausschussvorsitzenden und je einem Vertreter aus den Fraktionen vorgelegt. „Dadurch ist die Rückkopplung mit der Politik gegeben, die beim letzten Mal doch von einigen vermisst wurde“, sagte der CDU-Politiker.

Aus den Vorschlägen würden dann in geschlossenem Rahmen durch den Arbeitskreis jene Namen aussortiert, hinter denen man. nicht stehen könne. „Es wird natürlich Vorschläge geben, die nicht möglich sind – Käpt’n Blaubär vielleicht oder Heinz Brause“, sagte Sandra Pahl. Dabei gehe es nicht darum, zu priorisieren oder die Liste auf eine bestimmte Anzahl von Vorschlägen zu reduzieren. „Der Arbeitskreis sortiert nur die wirklich unpassenden Vorschläge aus“, sagte die Schulleiterin. Kriterien, an die sich die Vorschläge orientieren sollten, seien dabei: „Wir sind Schule ohne Rassismus, wir sind weltoffen, eine Schule für alle und eine Schule, die Demokratie stärkt“, sagte Sandra Pahl.

Aus der Erfahrung mit Malala Yousafzai würde man sich zudem nur bereits verstorbene Persönlichkeiten wünschen. Sobald der Vorschlagsprozess abgeschlossen sei und der Arbeitskreis die Liste durchgegangen habe, würden sich die Schülerinnen und Schüler in Projektgruppen über die Vorschläge informieren – und auch darüber Gedanken machen, was die Benennung für das Schulleben bedeuten würde. „Das kann zum Beispiel im Rahmen des Tages der Offenen Tür am 27. November passieren“, sagte die Schulleiterin. Danach würde die Schulgemeinde – wieder anonym und mit Edkimo – über den endgültigen neuen Namen abstimmen, ehe diese Entscheidung nach einer erneuten Überarbeitung durch den Arbeitskreis schließlich in den Schulausschuss übergeben werde. „Wir sind uns sicher, dass wir auf diese Weise eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zur Namensfindung gefunden haben“, so Vuijinovic und Pahl. Man hoffe, dass der Prozess noch in diesem Schuljahr abgeschlossen werden könne.