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Radevormwald: Musikschule führt den Instrumentalunterricht online fort

Musikschule : Musikschule unterrichtet per App

Die Radevormwalder Musikschule führt den Instrumentalunterricht online fort. Schüler und Lehrer sind positiv überrascht.

Wie alle Schulen und Freizeiteinrichtungen ist auch die Radevormwalder Musikschule hart von der Corona-Krise getroffen worden. In den vergangenen Tagen konnten aber fast alle Unterrichtsstunden online durchgeführt werden. Die schnelle Lösungsfindung ist nicht nur der Leitung der Musikschule zu verdanken. „Meine Kollegen haben sehr viel Engagement und Kreativität gezeigt. Ich bin sehr dankbar für diesen Einsatz. Die positive Energie unserer Dozenten ist toll“, sagt Bert Fastenrath, der Leiter der Musikschule.

Für die Musikschule bedeutet die aktuelle Krise eine große Herausforderung. Um ihren Schülern gerecht zu werden, bieten die Dozenten Online-Unterricht, zum Beispiel über Skype oder Whatsapp Video-Telefonie an. „Die meisten Schüler nehmen dieses Angebot an, auch die Eltern ziehen mit. Wir erfahren sehr viel Solidarität, es gab bisher noch keine Kündigung. Dafür sind wir sehr dankbar und versprechen auch weiterhin unserem Unterricht nachzukommen. Ausgefallene Stunden werden wir nachholen, vielleicht auch in Form von Workshops.“ Bert Fastenrath verlässt sein Zuhause derzeit nicht mehr und stimmt sich auch mit seinem Kollegen Michael Borner und dem Vorstand der Musikschule ausschließlich über Skype ab. „Ohne diese Möglichkeiten wären wir aufgeschmissen.“

Isabella Heyland unterrichtet an der Musikschule Klavier und hat in den vergangenen Tagen viele positive Erfahrungen mit dem digitalen Unterrichtsformat gesammelt. „Die Schüler nehmen an dem Online-Unterricht problemlos teil. Die Kinder und auch die Erwachsenen arbeiten fleißig mit und sind auch plötzlich bereit an der Theorie zu arbeiten“, sagt die Musikschullehrerin. Die Übergangslösung hat aber auch ihre Tücken. „Der Online-Unterricht ist sehr anstrengend, weil man sich unheimlich konzentrieren muss. Außerdem gibt es Verzögerungen bei der Übertragung. Ich finde es aber klasse, dass es solche Möglichkeiten gibt.“ Eine Schülerin von Isabella Heyland ist Claudia Ronge-Treiber, die den digitalen Unterricht diese Woche zum ersten Mal ausprobiert hat. „Es hat gut geklappt, aber der Unterricht ist in dieser Form natürlich sehr anders. Es ist ein konzentrierteres Üben, aber ich freue mich auf den Unterricht in der nächsten Woche“, sagt sie. Der Online-Unterricht soll auch für die Tanzgruppen der Musikschule realisiert werden.

Neben dem Online-Unterricht gibt es aber noch zwei weitere Methoden, die im Moment von der Musikschule ausgebaut werden. Stark genutzt wird die Möglichkeit Lernmaterialien und Noten online hochzuladen und für die Schüler als Download zur Verfügung zu stellen. „Diese Lernmaterialien können über unsere Website angesteuert werden. Genutzt wird dieser Bereich besonders von der Grundstufe, der musikalischen Früherziehung aber auch für unsere Schulprojekte“, sagt Bert Fastenrath. Der Leiter der Musikschule setzt sich aktuell zudem mit einem Programm auseinander, das extra für Musikschulen entwickelt wurde. „Dieses Programm ist vielversprechend und leicht in der Bedienung. Falls die Krise länger dauern sollte, könnte ich mir vorstellen, dass wir in dieses Programm investieren.“

Bert Fastenrath setzt weiterhin auf die positive Arbeitseinstellung seiner Kollegen und Dozenten sowie auf die Beteiligung aller Schüler und Eltern. „Jetzt zusammenzuhalten ist wichtig, und wir müssen optimistisch bleiben. Die Rückmeldungen der vergangenen Tage machen Hoffnung und auch die Solidarität aller Mitglieder. Diese Krise wird nicht ewig dauern“, sagt der Musikschulleiter.